Informationsveranstaltung für die Anwohner in Obertürkheim

Erstmals seit Juni 2014 findet im Obertürkheim wieder eine Veranstaltung für die Anwohner in Obertürkheim über die geplanten Bauarbeiten für Stuttgart 21 statt. Die städtische Bürgerbeauftragte Alice Kaiser lädt in Kooperation mit dem Bezirksvorsteher von Obertürkheim, Peter Beier, am Mittwoch, den 24. Februar 2016, um 19 Uhr zu einer Anwohnerveranstaltung in die Ev. Andreaskirche, Heidelbeerstraße 5 ein. Den Flyer, der in den nächsten Tagen verteilt werden soll, finden Sie hier.

Nach dem  StZ-Bericht wollten sich 2014 neben den Bezirksbeiräten nur wenige Anwohner informieren. Es wäre zu hoffen, dass dieses Mal mehr Anwohner interessiert sind, denn der Stadtbezirk ist von den Bauarbeiten für Stuttgart 21 unmittelbar betroffen:

  •  Die geplante Tunnelstrecke nach Obertürkheim soll nach einem Trogbauwerk in Höhe der Hafenbahnstraße in die bestehenden Gleise einmünden. Dieses Trogbauwerk muss unter weitgehender Beibehaltung des Fern- und S-Bahnverkehrs gebaut werden.
  • Bereits im Sommer 2010 hatten Bahnvertreter und Projektbefürworter vor Belastungen des Stadtbezirks durch zusätzliche Gleise bei Alternativen zu S21 gewarnt. Damals wie heute ist allerdings klar, dass auch für Stuttgart 21 in Obertürkheim zwei zusätzliche Gleise gebaut werden. Die StZ (hier) berichtete 2010 über die wesentlichen Bestandteile der Planungen.
  • Die zwei neuen Gleise rücken dann dicht an Wohnhäuser im Imweg heran. Eine 385 Meter lange Schallschutzwand im Bereich Augsburgerstraße / Imweg ist erforderlich und als passive Schallschutzmaßnahmen ist der Einbau von Schallschutzfenster vorgesehen.
  • Die bestehenden S-Bahn-Gleise müssen für die Dauer der Baumaßnahme verlegt. Die Herstellung von Stützwänden zur Bahndammverbreiterung parallel zur Augsburger Straße ist erforderlich.
  • Der Neckartalradweg („Schillerweg“) zwischen Ober- und Untertürkheim muss wegen der S-Bahn-Verlegung jahrelang gesperrt bzw. verlegt werden. Die kritischen Punkte der geplanten Umleitung (hier) hat ein Ingenieur zusammengestellt, der den Radweg auf dem Weg zur Arbeit nutzt.
  • Für den Ausbau der Baustellen müssen Materialumschlagplätze  eingerichtet werden.
  • Für den Abtransport des Aushubs werden Lkws auf dem Weg zur B 10 auch durch Obertürkheim fahren.
  • Gebäude in der Umgebung der Baustellen müssen zur Beweissicherung aufgenommen werden.

Hier eine Übersicht über die Baustellenbereiche in Obertürkheim:

Plan OT

Von den eigentlichen Baumaßnahmen, dem Trogbauwerk, ist zumindest in der Einladung nicht die Rede. Die Bahn hinkt in Obertürkheim ihren eigenen Zeitplänen, die auf den Anwohnerveranstaltungen im Februar 2013 und  Juni 2014 präsentiert wurden, weit hinterher. Nach dem letzten Zeitplan vom Juni 2014 sollte bereits im 2.Quartal 2015 das Schachtbauwerk erstellt werden und ab 3.Quartal 2015 der Tunnelvortrieb laufen. Doch bis auf die Rodung der Bauflächen haben die eigentlichen Baumaßnahmen in Obertürkheim noch nicht einmal begonnen.

Dies liegt höchstwahrscheinlich an der eingereichten Planänderung zum Trogbauwerk. Ursprünglich sollte das Trogbauwerk in offener Bauweise erstellt werden. Im Juni 2014 kündigte die Bahn an, dass es u.a. zur geringeren Belastung der Anwohner zum Teil in bergmännischer Weise gebaut werden soll. Dafür sei eine Planänderung eingereicht. Doch bis heute liegt die Genehmigung dafür nicht vor. In den Lenkungskreisunterlagen vom November 2015 (hier) ist von einer Planänderung „zum Verzicht eines Einschubauwerks“ die Rede. Danach rechnet die Bahn mit dem Baubeginn des Obertürkheimer Startschachtes im März 2016, mit der Genehmigung der Planänderung jedoch erst im August 2016. Der Inhalt dieser Planänderung und der sich daraus neu ergebende Zeitplan sollte auf der Informationsveranstaltung erläutert werden.

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