Staubwolken über dem Wagenburgtunnel. Das Netzwerk Kernerviertel hakt nach.

Die Anwohner am Wartberg und am Dornbusch klagen bereits seit längerem über die nach Ammoniak stinkenden Staubwolken, die immer wieder aus dem Tunnelmund des Zwischenangriff Prags entweichen. Aber auch das Kernerviertel wird immer wieder von diesen Staubwolken belästigt. Ursache sind die Sprengarbeiten im unausgelaugten Gipskeuper und das Verladen des Gesteins am Steinbrecher. Wegen des Vorkommens von quellfähigem Anhydrit darf das Gestein bei den Vortriebsarbeiten nicht in Kontakt mit Wasser kommen. Dies bedeutet zum einen sehr erschwerte Arbeitsbedingungen für die Mineure beim Tunnelbau, die wie im Beitrag der Stuttgarter Nachrichten beschrieben, mit Staubmasken und einer Sichtweite von teilweise unter 2 Meter arbeiten müssen.

Die DB Projektgesellschaft hatte zwar angekündigt, dass Wassertröpfchenanlagen vor dem Tunnelmund den Staub binden sollen. Doch die Staubwolken treten dennoch immer wieder auf.  Das Netzwerk Kernerviertel hatte daher im April beim Amt für Umweltschutz der Stadt Stuttgart nachgehakt. Die Bürgerbeauftragte der Stadt Stuttgart, Alice Kaiser antwortete daraufhin am 20. April Frank Schweizer vom Netzwerk Kernerviertel, dass die Projektgesellschaft weiter ihre alternativen Schutzmaßnahmen „optimiert„.  So heißt es in der Antwortmail: „Nach Rücksprache mit dem Immissionsschutzbeauftragten sind die Staubminderungsmaßnahmen im Bereich der Baustelle am Wagenburgportal auf einem guten Weg, sich den neuen Verhältnissen anzupassen.

Dass die dem Immissionsschutzbeauftragten „angepassten Staubminderungsmaßnahmen“ weiterhin nicht den Erfolg wie gewünscht haben, zeigen diese Twitter-Fotos vom vorletzten Sonntag vormittag:

STaub Twitter c

Noch zwanzig Minuten nach der hörbaren Sprengungen am Sonntag war eine dichte Staubwolke zu sehen:

STaub Twitter b

Die Bürgerbeauftragte wies in Ihrer Mail auch auf die Staubniederschlagsmessung Messungen im Bereich der Baustelle am Wagenburgtunnel an der Kreuzung Urbanstr./Sängerstr. und beim Königin Katharina Stift hin. So würden die Berichte des Immissionsschutzbeauftragten für Staub und Luftschadstoffe im Internet regelmäßig veröffentlicht. Der nächste Messbericht würde routinemäßig die Monate Juli 2015 bis Juni 2016 enthalten, er wird voraussichtlich im Sommer 2016 veröffentlicht werden.

Darauf antwortete Frank Schweizer vom Netzwerk Kernerviertel u.a.: „Der Bericht zum Staubniederschlag für das Jahr 2014/2015 ist sehr interessant, kann jedoch nichts zu der konkreten Staubemission aus den Sprengungen im April 2016 aussagen. Ich befürchte die Jahres-Mittelwerte, die im nächsten Bericht veröffentlicht werden sollen, lassen auch keinen Vergleich zu, ob die Auflagen, die Sie den Baufirmen wegen der Sprengungen machen, erfüllt werden (können). Die Staubwolken die aus dem Rettungsstollen dringen vermischen sich vermutlich mit dem Verkehrsstaub aus dem Wagenburgtunnel und ziehen nach unserer Beobachtung ins Kernerviertel hoch. Die Staubmessstelle am Urbansplatz, die diese Staubwolken unter Umständen erfassen könnte, wurde ja abgebaut. (Dort wären auch die Staubemissionen aus der Baustelle John-Cranko-Schule miterfasst worden). Dennoch sind wir auf die Jahresmittelwerte im nächsten Bericht gespannt. Da ja offenbar Monatsmittelwerte erfasst werden, könnten ja diese laufend publiziert werden. Das traue ich einer kompetenten Firma wie der DEKRA
durchaus zu….“.

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