Berichte über den Tag der offenen Baustelle am Filderportal und dem Zeitplan des Fildertunnels

Am Samstag konnte während des „Tags der offenen Baustelle“ am Filderportal die 120 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine „Suse“besichtigt werden. Die beiden Stuttgarter Zeitungen berichteten darüber (StNZ ) sowie im Vorfeld dieser Veranstaltung (StZ / StN) über den von der Bahn in einer Pressemitteilung und auf einer Veranstaltung kommunizierten Zeitplan:

Fildertunnel

  • Die zweite Schildfahrt der Maschine zum Bau der 4,1 Kilometer langen Weströhre des oberen Fildertunnels soll Mitte Mai starten. Für die Strecke zwischen dem Filderportal  und Hoffeld sind rund 10 Monate, d.h. bis Mitte März 2017, veranschlagt.
  • Parallel dazu soll ab Anfang Mai der bergmännische Vortrieb des ersten der beiden 1,15 Kilometer langen Röhren des mittleren Fildertunnels starten.
  • Auch der konventionell im Bagger- und Sprengvortrieb aufgefahrene Abschnitt einschließlich des Querstollens  soll in 10 Monaten fertig gestellt sein. Dies bedeutet, dass entlang dieser bergmännischen Strecke im Übergang zum quellfähigen Anhydrit im Durchschnitt ca. 4 Meter pro Tag vorgetrieben werden müsste. Einen Wert, den die Tunnelbauer bei Stuttgart 21 zwar immer wieder auf Anwohnerveranstaltungen angekündigt, jedoch bislang nicht erreicht hatten.
  • Anschließend soll die Maschine durch das fertig gestellte bergmännische Zwischenstück durchgezogen werden und die 3.Schildfahrt von Degerloch aus Richtung Innenstadt starten. Auf Höhe der Gerok-/Wagenburgstraße soll die Maschine in der dann mittlerweile erstellten Wendekaverne wenden. Anschließend soll dann die vierte und letzte Schildfahrt der Maschine Richtung Degerloch beginnen.
  • Auch während dieses letzten Abschnitts soll der Aushub über ein bis zu 14 Kilometer langes Förderband zum Filderportal transportiert und die Innenstadt damit vom Transport der dafür anfallenden 750.000 t Gesteinsmaterial entlastet werden.
  • Weiterhin wartet die Bahn auf die Genehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes zur Ausweitung der Lagerkapazität am Filderportal. Die StN schreibt in ihrem aktuellen Beitrag, dass die Stadt in der Nähe des Filderportals eine zusätzliche Lagerfläche bereitgestellt hätte. Außerdem würde  die Bahn auf eine Genehmigung warten, „vorab auf künftige Logistikflächen für den Gleisbau beim Flughafen zurückzugreifen.“
  • 2018 soll der Rohbau des Fildertunnels fertig gestellt sein. Anschließend steht die eisenbahntechnische Ausrüstung und der Testbetrieb an.
  • Dieser Zeitplan entspricht bis auf eine rund drei monatige Verspätung dem, der im September 2014 auf der Anwohnerveranstaltung in Degerloch vorgestellt wurde. Ob dieser Zeitplan des Fildertunnels vor allem mit Blick auf die beiden bergmännischen Zwischenstücke in anhydritführenden Gesteinsschichten zu halten ist, wird sich zeigen.
  • Die Stuttgarter Nachrichten schreiben über den Optimismus der beiden Tunnelbauer: „Martin Herrenknecht, von dessen gleichnamigem Unternehmen die Vortriebsmaschine stammt, ist sich am Freitagmittag völlig einig mit Walter Wittke, den die Bahn als Bauingenieur und Experten für Felsmechanik zugezogen hat: Bei der zweiten Schildfahrt werde man auch keine baulichen Probleme wegen der Geologie bekommen. Bei der ersten Etappe sei alles glatt gegangen. „Und in 40 Meter Entfernung wird die Geologie gleich sein“, sagen Herrenknecht und Wittke. Beide sind zudem überzeugt, dass man den Tunnelbau auch beherrsche, wenn es in den Gipskeuper geht. Man baue ja Abdichtungsbauwerke an strategisch wichtigen Stellen zwischen Tunnelröhren und umgebendem Erdreich.“
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