Baugrube 16: noch kein Beton – weiterer Bauverzug bei S 21

Ende Dezember  kündigte die Stuttgarter Zeitung (hier) auf ihrer Titelseite den Start der Betonierarbeiten beim Baufeld 16 an.  Doch bis heute ist nichts davon zu sehen. Hans Heydemann von Ingenieuren 22 hat dazu folgenden Leserbrief an die StZ geschickt, der auf einen weiteren Bauverzug wegen der noch nicht einmal fertiggestellten Arbeiten für den Fernheiz- und Medienkanal hinweist:

Die STZ hatte am 29.12.15 unter der Überschrift: „Exklusiv Stuttgart 21: Ab Januar wird am Bahnhof betoniert“ berichtet: „Am 11. Januar beginnt die Bahn mit dem Betonieren eines ersten Abschnitts an der Bodenplatte für den Durchgangsbahnhof von Stuttgart21.“ Dies hatte ein Projektsprecher auf Nachfrage der STZ angegeben.
Inzwischen ist dieser Zeitpunkt um zwei Wochen verstrichen, ohne daß auch nur ein Gramm Beton für den Aufbau der Bodenplatte eingebracht worden wäre. Das Kommunikationsbüro schiebt das auf den Kälte-Einbruch der letzten Woche. Doch in der Woche vom 11.- 15.1. war das Wetter mild genug, um betonieren zu können, wie an anderen Baustellen im Stadtgebiet zu sehen war.

Das Wetter ist auch nur eine faule Ausrede der DB – tatsächlich läßt der unzureichende Bauzustand ein Betonieren der Bodenplatte noch gar nicht zu! Insbesondere fehlt immer noch der parallel zum Cannstatter Düker verlaufende Fernheiz- und Medienkanal, mit dessen Aushub erst kürzlich begonnen worden ist. Erst wenn dieser fertig gebaut und auch die Fernheizleitungen darin verlegt sein werden, kann die Bodenplatte für die Tiefbahnsteig-Halle darüber betoniert werden. Dies wird frühestens Anfang April möglich sein. Unverständlich, wie die S-21-Bauleitung der DB angesichts dieses Sachstandes der Öffentlichkeit gegenüber den 11.Januar als Beginn für die Betonierarbeiten hat angeben können – die DB hat sich damit beim S-21-Bauvorhaben einmal mehr als unglaubwürdig erwiesen!

An den „Tagen der Offenen Baustelle“ v. 4. – 6.1.2016 war u.a. eine Schautafel der DB zu sehen, die den verwickelten Bauablauf der ineinander verschachtelten Bauwerke des S-21-Südkopfes mit dem Nesenbach-Düker und der Verlegung der Haltestelle „Staatsgalerie“ in Halbjahresschritten zeigte; der letzte Bauschritt ist darauf mit „Juli 2023“ angegeben. Wie aber können dann schon 2021 Züge durch den S-21-Tiefbahnhof fahren, wenn dieser erst 2023 fertig werden soll? Die Bahn ist dazu eine Erklärung schuldig.

Zur Erinnerung: Ursprünglich sollten die ersten Züge ja schon 2010 durch den Tiefbahnhof fahren – der Kopfbahnhof sei dann am Ende, so hieß es damals. Und finanziert worden wäre das Ganze allein durch die Erlöse beim Verkauf der Gleisflächen, ohne öffentlicher Gelder! Warum wird die Öffentlichkeit von der Politik so belogen?

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