Von Baustellen-Events und unzureichenden Anwohnerinformationen bei Stuttgart 21

Trotz des schleppenden Baufortschritts rund um den geplanten „Tiefbahnhof“ fanden diese Woche die ersten „Tage der Baustelle“ statt, in der sich Besucher über den Stand der Bauarbeiten an den Baugruben und am Verzweigungsbauwerk unterhalb des Kriegsbergs informieren konnten (StZ / SWR / Eisenbahn-TV / Video S 21 BauTV / Video Volker Teichert / Audioführung durch das Grundwassermanagment beim S21 Baustellenrundgang / Fotos Fotomedium / Fotos Wolfgang Rüter / Fotos Stopsignal). Das ganze war als Baustellen-Event organisiert und von einem virtualisierten Rundgang per Datenbrille durch den fertig gestellten Ingenhoven-Entwurf  (Kontext) sowie einer Lightshow (schaeferweltweit) begleitet. Letztere sicherlich eine Idee, die der neue Abschnittsleiter in abgespecktem Format von seinem letzten Projekt, dem Hochhauskomplex „De Rotterdam“ exportierte. Die Bahn spricht in einer Pressemitteilung von rund 30.000 Besuchern. Eine Zahl, die allerdings viele Besucher zu hoch gegriffen halten. Eine Wiederholung dieser Baustellen-Tage in 2017 ist laut Bahn angedacht.

Doch angesichts der Gelder im knapp fünftstelligen Bereich, die die Bahn in diese Veranstaltungen und die 3-D-Brillen steckt, ist es um die Information für die von den 59 Kilometer Tunnelbau bei Stuttgart 21 betroffenen Anwohner weiterhin nicht gut bestellt. Bis heute müssen sie sich als einzige Informationsquelle mit den wöchentlichen Vortriebszahlen begnügen, die nichts darüber aussagen, wo sich der Tunnelvortrieb gerade befindet. Eine wöchentlich ergänzende grafische Darstellung, unter welchen Gebäuden aktuell gearbeitet wird bzw welche Abschnitte bereits vorgetrieben sind, ist nach Aussage der Projektgesellschaft aus Kostengründen (!) angeblich nicht realisierbar.  Die im Januar 2015 angekündigte Softwareänderung der Webseite biss-21.de sei zu aufwändig. Die Netzwerke werden daher in den anstehenden Gesprächen mit der Bürgerbeauftragten Alice Kaiser und der Bahn erneut eine Lösung dazu einfordern. Und sei es nur als einfache Grafik in Form eines Stadtplans als PDF, in dem der Vortriebsstand wöchentlich markiert wird.

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