{"id":9783,"date":"2015-07-02T00:13:52","date_gmt":"2015-07-01T22:13:52","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9783"},"modified":"2016-01-10T22:29:28","modified_gmt":"2016-01-10T20:29:28","slug":"nur-die-bahn-ist-von-hohen-laermwerten-ueberrascht-nicht-die-netzwerke-zur-gestrigen-uta-sitzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9783","title":{"rendered":"Nur die Bahn ist von hohen L\u00e4rmwerten \u00fcberrascht, nicht die Netzwerke &#8211; Anmerkung zur UTA-Sitzung"},"content":{"rendered":"<p>Vorgestern berichtete Dr. Florian Bitzer, Abschnittsleiter der technischen Fachdienste vor den Stadtr\u00e4ten im Umwelt- und Technikausschuss des Gemeinderates \u00fcber die Immissionen bei Stuttgart 21. Die vorgestellten Folien k\u00f6nnen Sie <a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/bericht-zum-immissionsschutz-uta\/mediaParameter\/show\/Medium\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> abrufen. Das was Dr. Bitzer den Stadtr\u00e4ten pr\u00e4sentierte, war doch f\u00fcr einen Routinetermin sehr erstaunlich. Erstmals r\u00e4umte die Bahn ein, dass die Entscheidungen \u00fcber den aktiven und passiven Schallschutz auf viel zu niedrigen L\u00e4rmprognosen basierten. Die Bahn muss jetzt sehr viel Geld in die Hand nehmen und will vorrangig in den aktiven Schallschutz investieren. Die beiden Stuttgarter Zeitungen (<a title=\"Das Projekt st\u00f6\u00dft an seine Grenzen\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-das-projekt-stoesst-an-seine-grenzen.df5647e8-f94e-4df9-93f2-6510c16a9337.html\" target=\"_blank\">StZ: Stuttgart 21 st\u00f6sst an technische Grenzen<\/a> \/ <a title=\"StN Bahn von hohen L\u00e4rmwerten \u00fcberrascht\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-bahn-von-hohen-laermwerten-ueberrascht.5350961a-34e3-499d-b2e9-6637c92ba616.html\" target=\"_blank\">StN: Die Bahn ist vom L\u00e4rm \u00fcberrascht)<\/a> berichten gestern ausf\u00fchrlich dar\u00fcber. Die Stuttgarter Zeitung kommentiert dies mit den Worten &#8222;<a title=\"StZ Glaubw\u00fcrdigkeit verspielt\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.kommentar-zu-stuttgart-21-glaubwuerdigkeit-verspielt.3f61c33e-cd97-4291-89df-2dd052ed3bc9.html\" target=\"_blank\">Glaubw\u00fcrdigkeit verspielt<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Laut der Pr\u00e4sentation im UTA wird im <strong>Kernerviertel<\/strong>\u00a0 eine 10 Meter hohe L\u00e4rmschutzwand entlang der S\u00e4ngerstra\u00dfe gebaut, die trotz der H\u00f6he die Windlast tragen soll. Die L\u00e4rmschutzwand soll davon 25 dB(A) &#8222;schlucken&#8220; Die Rettungszufahrt am Wagenburgtunnel wird eingehaust bzw. bekommt ein &#8222;Dach&#8220; und soll damit auch den L\u00e4rm durch die Verladung des Aushubs und des F\u00f6rderbandes abd\u00e4mpfen. Bei dieser Entscheidung spielt sicherlich auch der geplante Einsatz eines Steinbrechers eine Rolle. Dieser soll rund um die Uhr f\u00fcr die Zerkleinerung der durch die Sprengarbeiten aus dem Fels gebrochenen Steinbrocken sorgen, damit diese per F\u00f6rderband abtransportiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am <strong>Wartberg<\/strong> wei\u00df die Bahn noch nicht, wie es weitergehen soll. <a title=\"Bahnverladung am Zwischenangriff Prag? DB Projekt Stuttgart-Ulm antwortet auf Schreiben des Netzwerks Killesberg\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9647\" target=\"_blank\">Klar ist, dass die Bahn den Tunnelaushub im Nachtzeitraum wegen \u00dcberschreitung des Spitzenpegels der AVV-Baul\u00e4rm jetzt nicht mehr verladen kann.<\/a> Eine Einhausung des Zwischenangriffs und ein F\u00f6rderband ist im Gespr\u00e4ch. Auch hier hatte der Bahngutachter im Vorfeld viel zu niedrige L\u00e4rmprognosen berechnet. Den Anwohnern am Wartberg wurde damit zu unrecht Schallschutz verwehrt. <a title=\"Zwischenangriff Prag \u2013 wie die Bahn die Anwohner am Wartberg desinformiert\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=5635\" target=\"_blank\">Besonders pikant ist, dass viele der Wohneigent\u00fcmer im Dezember 2014 noch ein Schreiben der Bahn \u00fcber den Anspruch auf passivem Schallschutz erhielten und die Bahn kurz danach wegen neuer niedrigerer Werte &#8222;zur\u00fcckruderte&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Dass die L\u00e4rmprognosen von den Bahngutachtern viel zu niedrig berechnet wurden, d\u00fcrfte f\u00fcr die Bahn eigentlich nicht \u00fcberraschend kommen. Die Anwohner-Netzwerke hatten die Bahn, das Eisenbahn-Bundesamt sowie die Stadt Stuttgart in der Vergangenheit immer wieder auf Defizite bei der L\u00e4rmplanung und &#8211; \u00fcberwachung bei Stuttgart 21 hingewiesen.<\/p>\n<p>Beispielsweise hatte das Netzwerk Kernerviertel bereits vor mehr als 1 1\/2 Jahren in mehreren Schreiben immer wieder moniert, <a title=\"Ja, mach nur einen Plan: Wie bei den L\u00e4rmprognosen f\u00fcr den Tiefbahnhoftrog getrickst wurde\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3780\" target=\"_blank\">dass die 2013 erstellten L\u00e4rmprognosen f\u00fcr das Kernerviertel nur von einem rudiment\u00e4ren Baugeschehen ausgehen<\/a> und damit nicht den Anforderungen der Planfeststellung nach einer umfassenden L\u00e4rmplanung entsprachen. Insbesondere fehlte das komplette Baugeschehen am Baufeld 25, das direkt neben den Wohngeb\u00e4uden liegt. Erstellt hatte dieses schalltechnische Detailgutachten der langj\u00e4hrige Gutachter Peter Fritz, der zugleich bei Stuttgart 21 als &#8222;unabh\u00e4ngiger&#8220; Immissionsschutzbeauftragter fungieren soll.\u00a0 Aus Basis dieser unzureichenden L\u00e4rmprognosen aus dem Jahr 2013 wurden die Anforderungen f\u00fcr den passiven Schallschutz im Kernerviertel bemessen und zum Teil auch eingebaut. Die Bahn reichte aufgrund der massiven Kritik des Netzwerks Kernerviertel im Dezember 2014 ein neues schalltechnisches Detailgutachten nach, das u.a. die Baurbeiten am Baufeld 25 ber\u00fccksichtigte und damit unmittelbar neben der Baufl\u00e4che deutlich h\u00f6here Pegelwerte von bis zu 80 dB(A) prognostizierte. Zum Vergleich: der Richtwert der AVV-Baul\u00e4rm f\u00fcr Bauarbeiten im Tageszeitraum in \u00fcberwiegenden Wohngebieten liegt bei 55 dB(A) . Bei dem neuen Gutachten vom Dezember 2014 sind allerdings die t\u00e4glichen Bauzeiten niedrig angesetzt und die l\u00e4rmmintensiven Bohrpfahlarbeiten der SSB und f\u00fcr den Nesenbachd\u00fcker wegen fehlender Ausf\u00fchrungsplanung mit einem relativ niedrigen pauschalen L\u00e4rmpegel aus der Planfeststellung ber\u00fccksichtigt. Es kann also ggf. noch lauter werden.<\/p>\n<p>Daher ist aus Sicht der Netzwerke die Entscheidung des Vorstands der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH Millionenbetr\u00e4ge in aktiven Schallschutz, wie z.B. L\u00e4rmschutzw\u00e4nde, bei Stuttgart 21 zu\u00a0 investieren, richtig und notwendig. Die Netzwerke hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass nach den gesetzlichen Regelungen bzw. der Planfeststellung der aktive Schallschutz Vorrang hat. Doch die schalltechnischen Detailgutachten enthielten bislang bis auf die L\u00e4rmminderungsma\u00dfnahmen bei der Tunnelbewettterung i.d.R. nur den Standardsatz des Bahngutachters und Immisionsschutzbeauftragten, dass ein aktiver Schallschutz nicht m\u00f6glich sei. Hohe L\u00e4rmschutzw\u00e4nde sind sicherlich erst einmal st\u00f6rend. Bei aktivem Schallschutz besteht zumindest die M\u00f6glichkeit tags\u00fcber einmal die Fenster zu \u00f6ffnen oder auch die Au\u00dfenbereiche\u00a0 (Balkon, Terasse) zu nutzen. Von daher ist dies ein Schritt in die richtige Richtung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorgestern berichtete Dr. Florian Bitzer, Abschnittsleiter der technischen Fachdienste vor den Stadtr\u00e4ten im Umwelt- und Technikausschuss des Gemeinderates \u00fcber die Immissionen bei Stuttgart 21. Die vorgestellten Folien k\u00f6nnen Sie hier abrufen. 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