{"id":9578,"date":"2015-06-16T20:29:06","date_gmt":"2015-06-16T18:29:06","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9578"},"modified":"2015-06-30T06:37:56","modified_gmt":"2015-06-30T04:37:56","slug":"kritiker-rechnen-11-bis-14-milliarden-kosten-fuer-stuttgart-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9578","title":{"rendered":"Kritiker rechnen 11 bis 14 Milliarden Kosten f\u00fcr Stuttgart 21 (update)"},"content":{"rendered":"<p>Die beiden Stuttgarter Zeitungen (<a title=\"StZ Kritiker sehen hohe Kosten\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-kritiker-sehen-hohe-kosten.48c19ab0-896a-4f8f-98bd-f9d41c1bafe9.html\" target=\"_blank\">StZ <\/a>\/ <a title=\"StN Wahre Kosten verschwiegen?\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-wahre-kosten-verschwiegen.dedb30ea-e353-46fe-8894-8bfe79327273.html\" target=\"_blank\">StN<\/a>) berichten heute \u00fcber die Pressekonferenz, auf der der Stuttgarter Architekt Roland Ostertag, der Projektmanager und Tiefbauingenieur Peter Kappes und Peter Grohmann der Bahn vorwerfen, bei Stuttgart 21 die wahren Kosten zu\u00a0 verschleiern. Aus ihrer Sicht liegen die Kosten des Gro\u00dfprojekt zum offiziell geplanten Zeitpunkt Ende 2022\u00a0 inclusive Preissteigerungen und einem Risikozuschlag bei mindestens 9,8 Milliarden Euro, bei einer bereits absehbaren Verz\u00f6gerung bis 2025 bei 12,6 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Hinzu k\u00e4men noch rund 3,5 Milliarden f\u00fcr &#8222;<em>&#8230;erhebliche \u201enicht-bahnverkehrliche Kosten\u201c enthalten, die in der Kalkulation der Bahn<\/em> <em>gar nicht vork\u00e4men. Dazu geh\u00f6ren f\u00fcr den Architekten etwa Wiederherstellungen von Stra\u00dfenz\u00fcgen und Pl\u00e4tzen sowie landschafts- und gartenarchitektonische Planungen auf frei werdenden Fl\u00e4chen im Rosensteinpark oder die Kosten f\u00fcr den Neubau des Busbahnhofs am Flughafen. Insgesamt umfasst die Liste der S\u200921-Gegner mehr als 20 Punkte, deren Kosten sich auf mindestens 3,5 Milliarden Euro summieren<\/em>.&#8220; (Zitat StZ). Wie die Kritiker zu diesen Zahlen kommen, ist allerdings nicht im Netz ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Die Bahn dementiert. Sowohl der Zeitplan als auch die Kostenrahmen seien stabil. <a title=\"Bezug - Das Projektmagazin\" href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/bezug-das-projektmagazin\/\" target=\"_blank\">In der Juni-Ausgabe des Projektmaganzins Bezug <\/a>betont Manfred Leger, Vorstand der Projekt GmbH Stuttgart-Ulm GmbH, dies noch einmal ausdr\u00fccklich. Nach seiner Einsch\u00e4tzung sollen bis Ende 2015 10 Kilometer Tunnel f\u00fcr Stuttgart 21 vorangetrieben sein.<\/p>\n<p>Dieses Ziel ist angesichts der Tatsache, dass davon <a title=\"Fildertunnel: T\u00fcbbingtransporte und Baustart im November \u2013 Nachtrag zur Informationsveranstaltung in Degerloch\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=4393\" target=\"_blank\">rund 4 Kilometer maschinell mit der Tunnelvortriebsmaschine f\u00fcr die Ostr\u00f6hre des oberen Fildertunnels hergestellt werden<\/a>, durchaus realistisch. Allerdings m\u00fcssen noch bis 2019 weitere 49 Kilometer durch den geologisch schwierigen Stuttgarter Untergrund\u00a0 vorangetrieben und die bergm\u00e4nnischen Strecken (insgesamt 43,7 Kilometer) f\u00fcr die Herstellung des Rohbaus in einem zweiten Arbeitsgang verschalt werden.<\/p>\n<p>Die Einsch\u00e4tzung, dass die Kosten bei Stuttgart 21 am Ende nicht bei den derzeit angesetzten 6,8 Milliarden Euro, sondern eher Richtung 10 Milliarden liegen werden, ist nicht neu. In unserem Beitrag <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=8941\" target=\"_blank\"><em>59 Tunnelkilometer im Rohbau fertig bis 2019 \u2013 wie realistisch ist der Zeitplan von Stuttgart 21? <\/em><\/a>haben wir dar\u00fcber berichtet.<\/p>\n<p>\u00dcber die Wirtschaftlichkeit von Stuttgart 21 beim aktuell angesetzten Kostenrahmen von 6,8 Milliarden Euro, bei dem die Finanzierung von 2,3 Milliarden Euro Mehrkosten bis heute ungekl\u00e4rt ist, spricht jedoch keiner der Bahnverantwortlichen mehr. Bahn-Chef R\u00fcdiger Grube hatte <a title=\"SWR Chronologie der Kosten-Explosion bei S21\" href=\"http:\/\/www.swr.de\/landesschau-aktuell\/bw\/hintergrund-chronologie-der-kosten-explosion-bei-s21\/-\/id=1622\/did=10690352\/nid=1622\/1s5z842\/\" target=\"_blank\">seit 2009 stets erkl\u00e4rt, Stuttgart 21 rechne sich nur bis zu einer &#8222;Sollbruchstelle&#8220; von 4,53 Milliarden Euro<\/a>. Im Zuge der Kostenexplosion wurde im Februar 2013 laut <a title=\"StZ Bahn erreicht die Wirtschaftlichkeit nicht mehr\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-bahn-s-21-erreicht-wirtschaftlichkeit-nicht-mehr.e8a1fa54-ed1b-4c28-869e-d811518d2afc.html\" target=\"_blank\">StZ-Bericht<\/a> die Unwirtschaftlichkeit von Stuttgart 21 im Verkehrsausschuss des Bundestages thematisiert. Die Zeitschrift <a title=\"Lunapark Gabriels Staatssekret\u00e4r: Stuttgart 21 ist unwirtschaftlich\" href=\"http:\/\/www.bahn-fuer-alle.de\/pages\/pressemitteilungen\/2015\/gabriels-staatssekretaer-stuttgart-21-ist-unwirtschaftlich.php\" target=\"_blank\">Lunapark des B\u00fcndnisses &#8222;Bahn f\u00fcr alle&#8220;<\/a> weist in ihrem Sonderheft zur Bilanz der Bahn AG darauf hin, dass Uwe Beckmeyer, seines Zeichens Staatssekret\u00e4r des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel, im Dezember 2014 bei einer Konferenz erneut die Unwirtschaftlichkeit von Stuttgart 21 erw\u00e4hnt hatte:<\/p>\n<p><em>&#8222;Zum Beispiel wird bei Stuttgart 21 eine Unmenge Geld eingesetzt f\u00fcr ein Projekt, das einen Kosten-Nutzenfaktor von unter Eins hat. Diese Gelder fehlen beim Ausbau von Bahnstrecken von den H\u00e4fen in Norddeutschland.\u201c Das sagte Uwe Beckmeyer, SPD, Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r im Bundeswirtschaftsministerium und langj\u00e4hriger verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, in seinem Gru\u00dfwort auf einer Konferenz der Bahnindustrie am 12. November 2014 vor \u00fcber hundert Vertretern der Bahnindustrie.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Update: 19.06.2015: <\/strong>Doch als Konsequenz aus dieser Unwirtschaftlichkeit zieht der SPD-Politiker nicht den Schluss, ein unwirtschaftliches, aus dem Ruder laufendes Gro\u00dfprojekt auch aus haushalts- bzw. aktienrechtlichen Gr\u00fcnden zu stoppen. Sondern, so schreibt Johannes Hauber, ehem. Betriebsratsvorsitzender von Bombardier Transportation; President Industrial Railway Committee, in der Zeitschrift Lunapark:<\/p>\n<p><em>&#8222;In einem privaten Gespr\u00e4ch des Verfassers mit Herrn Beckmeyer direkt nach dessen Rede, entgegnete dieser auf die Prognose, S 21 werde mit hoher Wahrscheinlichkeit 10 Milliarden Euro oder mehr kosten, wie folgt: \u201eDann m\u00fcssen die Stadt Stuttgart und das Land Baden-W\u00fcrttemberg die Mehrkosten \u00fcbernehmen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Dass dabei letzlich der deutsche Steuerzahler und die Bev\u00f6lkerung eines Bundeslandes und einer Stadt f\u00fcr ein\u00a0 &#8222;eigen(un-)wirtschaftliches Projekt&#8220; der Deutschen Bahn mit Milliarden gerade stehen soll, ist skandal\u00f6s. <a title=\"youtube Wer finanzier Stuttgart 21?\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=O9Vn50G1uZ4\" target=\"_blank\">Bereits bei 4,5 Milliarden Euro finanziert nicht der Bund und die Bahn, sondern das Land BW und die Stadt Stuttgart auch durch indirekte Beitr\u00e4ge das Bahnprojekt Stuttgart 21. <\/a>Nicht umsonst wehren bislang das Land Baden-W\u00fcrttemberg und die Stadt Stuttgart die bereits aktuell von der Bahn eingestandenen Mehrkosten von 2,3 Milliarden Euro mit Hinweis auf den vor der Volksabtimmung vereinbarten Kostendeckel ab. Doch die Bahn hat bereits ggf. eine gerichtliche Kl\u00e4rung der &#8222;Sprechklausel&#8220; aus dem\u00a0 Vertrag von 2009\u00a0 angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen dieser vertrackten Lage bekommen ganz besonders die Anwohner des Gro\u00dfprojektes\u00a0 zu sp\u00fcren. Es zeichnet sich bereits in der Anfangsphase des Baus von Stuttgart 21 die Tendenz ab, dass keiner der Projektpartner -weder die Stadt Stuttgart noch das Land BW- f\u00fcr die vom Baustellenbetrieb betroffenen B\u00fcrger \u00f6ffentlich Stellung beziehen m\u00f6chte. Weder bei den im Zuge von Einsparma\u00dfnahmen gek\u00fcrzten Entsch\u00e4digungen f\u00fcr die Unterfahrungsrechte, noch bei den unzureichenden Haftungsregelungen, noch bei der Nichteinhaltung der Immissionsschutzauflagen aus der Baugenehmigung. H\u00f6chstwahrscheinlich aus Sorge, dass man sp\u00e4ter f\u00fcr dadurch bedingte Bauverz\u00f6gerungen und damit auch Mehrkosten vor Gericht haftbar gemacht werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Damit ist den von Stuttgart 21 betroffenen Anwohnern nicht im geringsten geholfen. Das traurige Wort von der <a title=\"StZ Leben mit dem Dauerl\u00e4rm\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.anwohner-der-stuttgart-21-baustellen-leben-mit-dem-dauerlaerm-page2.c44bf9fd-3e6b-47b7-8a27-04c57f82af1a.html\" target=\"_blank\">&#8222;<em>Besatzungsmacht<\/em>&#8220; Bahn <\/a>zieht Kreise. Eine Unterst\u00fctzung der Stadt Stuttgart f\u00fcr ihre B\u00fcrger, allein schon bei der \u00dcberwachung der Immissionsschutz-auflagen, w\u00e4re &#8211; wie die Netzwerke immer wieder eingefordern- dringend notwendig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die beiden Stuttgarter Zeitungen (StZ \/ StN) berichten heute \u00fcber die Pressekonferenz, auf der der Stuttgarter Architekt Roland Ostertag, der Projektmanager und Tiefbauingenieur Peter Kappes und Peter Grohmann der Bahn vorwerfen, bei Stuttgart 21 die wahren Kosten zu\u00a0 verschleiern. 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