{"id":957,"date":"2013-11-19T21:16:40","date_gmt":"2013-11-19T19:16:40","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=957"},"modified":"2014-01-24T11:47:07","modified_gmt":"2014-01-24T09:47:07","slug":"grundwassermanagement-keine-blauen-rohre-um-den-schuetzenplatz-herum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=957","title":{"rendered":"Grundwassermanagement: keine blauen Rohre \u00fcber den Sch\u00fctzenplatz"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Informationsveranstaltung im Rathaus f\u00fcr die Anwohner des Kernerviertels stellte das Netzwerk die Frage nach dem <a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/uploads\/tx_smediamediathek\/20110502-Grundwasser-Management_S21_BB_Mitte.pdf\">Brunnen 202 (Werastra\u00dfe\/Ecke S\u00e4ngerstaffel)<\/a> bzw. dem Verlauf des zweiten Rohrstrangs im Kernerviertel. Nach der Stellungnahme des Amts f\u00fcr Umweltschutz <a href=\"http:\/\/www.rp.baden-wuerttemberg.de\/servlet\/PB\/show\/1367059\/rps-ref24-pfv-dbgrundw-stn-lhs.pdf\">vom 31.07.2013<\/a> (Seite 20 Nr. 3.3.4) sollte auf diesen Infiltrations-brunnen wegen geologischer Risiken (Hohlraumbildung durch Sulfatauslaugung) verzichtet werden. Die Stadt hatte <a href=\"http:\/\/www.rp-stuttgart.de\/servlet\/PB\/show\/1341710\/rps-ref24-pfv-dbgrundw-02%20Anl%2005_110109%20ARGE%20WUG%20.pdf\">die Bahn seit 2009 auf das Risko hingewiesen.\u00a0<\/a> Die Bahn wollte jedoch den Brunnen weiterhin zumindest als Notbrunnen nutzen. Der Geologe der Bahn, Herr Dr. Westhoff, best\u00e4tigte zwar diese Vorgabe, konnte jedoch auf der Veranstaltung noch keine konkrete Aussage zum Aufbau der Rohre machen. Jetzt kam die schriftliche Best\u00e4tigung durch die B\u00fcrgerbeauftragte, Frau Kaiser.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Danach wird auf den Brunnen 202 als Infiltrationsbrunnen verzichtet bzw. er wird nur noch als Steuerpegel genutzt. Damit entf\u00e4llt der zweite Teil des urspr\u00fcnglich geplanten Rohrstrangs vom schon angeschlossenen unteren Brunnen 201 entlang der S\u00e4ngerstaffel \u00fcber den Sch\u00fctzenplatz bis hinauf zur Werastra\u00dfe. Das Netzwerk hatte auch in den Einwendungen zur Plan\u00e4nderung GWM auf das Risiko einer Hohlraumbildung durch Sulfataulaugung hingewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auszug aus Einwendungsschreiben des Netzwerks Kernerviertel zur 7.Plan\u00e4nderung:<\/strong><\/p>\n<p><em><span style=\"text-decoration: underline;\">&#8222;Gipsvorkommen am Hang des Ameisenbergs und Risiko der Hohraumbildung durch Sulfatauslaugung:<\/span> Nach den ausgelegten Plan\u00e4nderungsanlagen (Anlage 4 zum Erl\u00e4uterungsbericht) ist im Bereich der Talh\u00e4nge (Anfahrbereiche 1.2.\/1.6.a,1.5.) mit dem Auftreten von Gipsvorkommen in den Grundgipsschichten zu rechnen. Anhand der Bohrdaten zum Ausbau der Infiltrationsbrunnen wurden die Gipsvorkommen untersucht und das Risiko einer Hohlraumbildung durch Sulfatauslaugung eingesch\u00e4tzt. Dieses Risiko kann jedoch f\u00fcr das Kernerviertel nur eingeschr\u00e4nkt beurteilt werden, da das Gel\u00e4nde zwischen den einzelnen Infiltrationsbrunnen geologisch inhomogen ist. Dies stellt auch Dr. Westhoff in seinem Schreiben vom 15.8.2011 auf Seite 2 fest: \u201e&#8230;Der Verlauf der Ablaugungsfront sowie des Anhydritspiegels ist bedingt durch die prim\u00e4re Calziumsulfatverteilung sowie der Wasserwegsamkeiten i.d.R. sehr unregelm\u00e4\u00dfig und kann auf kurze Distanz deutliche \u00c4nderungen aufweisen, wobei ged\u00e4mpft der Verlauf der Gel\u00e4ndeoberfl\u00e4che nachgebildet wird. Dabei schreitet im Nahbereich der Wasserwegsamkeiten, wie St\u00f6rungen, Trennfl\u00e4chen u.a.m. die Anhydritumwandlung \/ Gipsauslaugung st\u00e4rker voran&#8230;.\u201c.<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass Gipsvorkommen lokal im Einflussbereich des infiltrierten Wassers variieren kann. Daher kann im Einflussbereich der am Hang gelegenen Infiltrationsbrunnen das Risiko einer Hohlraumbildung durch Sulfatauslaugung nicht ausgeschlossen werden. 2006 versuchten sich zwei Firmen an Geothermie-Bohrungen in der N\u00e4he der vorgesehenen Infiltrationsbrunnen am Eugensplatz. Beide Firmen mussten die Bohrungen abbrechen, da keine der geplanten Erdw\u00e4rmesonden in den Boden eingebracht werden konnte. Es liegt eine schriftliche Aussage eines der an der Bohrung beteiligten Geologen vor, nachdem das Gestein in allen Tiefen instabil war. Nach seiner Einsch\u00e4tzung kann daher das infiltrierte Wasser in die Grundgipsschichten eindringen und weitere Hohlr\u00e4ume erzeugen, die zu einer Instabilit\u00e4t des Hangs und damit zur lokalen Hangrutschungen f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Keine Berechnungen zur Sulfatauslaugung:<\/span> Auch die Stadt Stuttgart hatte in ihrer Stellung\u00adnahme vom 15.12.2009 auf das Risiko einer verst\u00e4rkten Sulfatauslaugung bei den Brunnen 202 und N 1 hingewiesen. Dieser Einsch\u00e4tzung hatte Herr Dr. Westhoff in seinem Schreiben vom 09.01.2010 (Anlage 5 zum Erl\u00e4uterungsbericht) widersprochen. Er weist jedoch gleichzeitig auf die begrenzte M\u00f6glichkeit hin, dieses Risiko tats\u00e4chlich einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen : \u201e&#8230; Ein Nachweis \u00fcber den Umfang einer Gipsauslaugung kann jedoch nicht fundiert gef\u00fchrt werden, da dieser von einer Vielzahl nicht definierbarer bzw. sich st\u00e4ndig \u00e4ndernder Randbedingungen abh\u00e4ngt (z.B. GW-Qualit\u00e4t, Infiltrationsqualit\u00e4t, Temperatur, gel\u00f6ste Gase, Gesteinszusammensetzung, Durch\u00adl\u00e4ssigkeitsverteilung etc). Von daher kann die Besorgnis des AfU nicht wissenschaftlich widerlegt bzw. unsere Einsch\u00e4tzung vertiefend begr\u00fcndet werden.\u201c Dies ist f\u00fcr die betroffenen Anwohner und Eigent\u00fcmer des Kernerviertels nicht hinnehmbar. Eine \u00fcber mehrere Jahre geplante Infiltration in einen geologisch kritischen Hang kann nicht ohne eine wissenschaftliche Beurteilung der Folgen durchgef\u00fchrt werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Bahn argumentierte in ihrer <a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/stellungnahme-des-vorhabentraegers-zu-haeufig-wiederkehrenden-einwendungen-im-planaenderungsverfahre\/mediaParameter\/show\/Medium\/\">Stellungnahme vom 29.04.2013 zu den wiederkehrenden Einwendungen <\/a>(S.42 unter 6.2.1.) und in der z<\/strong><strong><strong><a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/stellungnahmen-zur-geotechnik-betreffend-der-planaenderungsverfahren-fuer-das-grundwassermanagement\/mediaParameter\/show\/Medium\/\">usammenfassende Stellungnahme zur Geotechnik<\/a> (S.136f unter 8.2.) auf die Einwendungen <\/strong>. Das Landesamt f\u00fcr Geologie \u00e4u\u00dferte in seiner <a href=\"http:\/\/www.rp.baden-wuerttemberg.de\/servlet\/PB\/show\/1367058\/rps-ref24-pfv-dbgrundw-stn-lgrb.pdf\">abschlie\u00dfenden Stellungnahme vom 31.07.2013<\/a> dazu keine Einw\u00e4nde.<\/strong><\/p>\n<p>Der vom BUND beauftragte Hydrogeologe, Dr.Lueger, kritisierte in seinen Vortr\u00e4gen an der Er\u00f6rterung zum GWM die\u00a0 Grundwassermodelle und kam zu dem Ergebnis, dass diese nicht als Grundlage f\u00fcr das Grundwassermanagement und den Beurteilungen der Hangstabilit\u00e4t dienen k\u00f6nnen. Den Link zu den Folien seines Vortrages sowie die aktuellen Stellungnahmen der Bahn und der Ingenieursgesellschaft Kobus und Partner finden Sie <a href=\"http:\/\/www.rp.baden-wuerttemberg.de\/servlet\/PB\/menu\/1370617\/index.html\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><img alt=\"\" width=\"24\" height=\"24\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Informationsveranstaltung im Rathaus f\u00fcr die Anwohner des Kernerviertels stellte das Netzwerk die Frage nach dem Brunnen 202 (Werastra\u00dfe\/Ecke S\u00e4ngerstaffel) bzw. dem Verlauf des zweiten Rohrstrangs im Kernerviertel. 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