{"id":4642,"date":"2014-10-18T13:28:01","date_gmt":"2014-10-18T11:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=4642"},"modified":"2017-12-27T00:50:33","modified_gmt":"2017-12-26T22:50:33","slug":"ueberwachung-untauglich-weiterhin-rostwasser-ingenieure-22-und-bund-fordern-austausch-der-blauen-rohre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=4642","title":{"rendered":"\u00dcberwachung untauglich, weiterhin Rostwasser: Ingenieure 22 und BUND  fordern Austausch der blauen Rohre"},"content":{"rendered":"<p>Die Ingenieure 22 haben wieder Wasserproben, die sie Mitte September unter Beisein eines Rechtsanwaltes aus zwei Infiltrationsbrunnen genommen hatten, in unabh\u00e4ngigen Labors analysieren lassen. Sie weisen im Gegensatz zu den Proben, die die betreibende Firma H\u00f6lscher selbst durchf\u00fchrt, wieder hohe Werte von Rost als Schwebestoffe und Eisen auf. Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe (<a title=\"StZ Streit um das Rostwasser schl\u00e4gt neue Wellen\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.grundwassermanagement-streit-um-das-rostwasser-schlaegt-neue-wellen.4e2ef166-a2b6-452b-9007-ca2a24e486d2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>) dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Die Ingenieure 22 und der BUND Regionalverband Stuttgart fordern in einer gemeinsamen Presseerkl\u00e4rung vom 17.10.2014 zur Einhaltung der strengen Auflagen der Planfeststellung und im Hinblick auf den Naturschutz den sofortigen Austausch der rostigen blauen Rohre:<\/p>\n<p><em><strong>Pressemitteilung: Weiterhin Rostwasser in S21-Blauen Rohren- \u00a0 \u00dcberwachung untauglich Rohre m\u00fcssen getauscht werden<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Die vom Eisenbahn-Bundesamt angeordnete zweimonatige \u00dcberwachung auf Rost in den blauen Rohren des Stuttgart 21 Grundwassermanagements l\u00e4uft am 17. Oktober aus. W\u00e4hrend dieser Zeit sollte an allen in Betrieb befindlichen Brunnen jeweils w\u00f6chentlich eine Probe entnommen und auf gel\u00f6stes Eisen und abfiltrierbare Stoffe untersucht werden. Nach den bisherigen Verlautbarungen des Eisenbahnbundesamtes seien alle Proben unbedenklich.<\/em><\/p>\n<p><em>Der BUND und die Gruppe der Ingenieure22 kritisieren diese \u00dcberwachung als v\u00f6llig untauglich und sehen diese als T\u00e4uschung der \u00d6ffentlichkeit an.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>Die Beschr\u00e4nkung der Untersuchung auf gel\u00f6stes Eisen und abfiltrierbare Stoffe klammert bewusst den Rost aus. Dieser liegt als unl\u00f6sliche Eisenverbindung vor und macht nahezu den Gesamtbetrag an Eisen aus (\u00fcber 99,5%). Die Bezeichnung \u201eabfiltrierbare Stoffe\u201c verschleiert, dass der Rost zun\u00e4chst aus der Probe entfernt wird, bevor auf Eisen untersucht wird. Auf diese Weise wird das Eisen gar nicht erfasst. Das im Wasser gel\u00f6ste und damit unsichtbare Eisen betr\u00e4gt nur Bruchteile eines Milligramms je Liter.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie durch Augenzeugenberichte und Foto-Aufnahmen mehrfach belegt, werden die Wasserproben von der von der Bahn beauftragten Firma H\u00f6lscher Wasserbau selber entnommen. Dies l\u00e4sst keine objektive Bewertung zu, weil zuvor das Rostwasser durch l\u00e4ngerdauerndes Ablassen aus der Leitung herausgesp\u00fclt und dabei durch zun\u00e4chst klares Wasser ersetzt wird.<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDie im Auftrag der Bahn agierende Firma darf sich hier mit Wissen und Duldung des Eisenbahn-Bundesamtes sowie des Amtes f\u00fcr Umweltschutz der Stadt Stuttgart selber \u00fcberwachen. Das ist nicht haltbar,\u201c kritisiert Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/em><\/p>\n<p><em>Durch das \u201eSaubersp\u00fclen\u201c der Leitungen vor der Probenahme und die Beschr\u00e4nkung der Probenahmen auf die im Betrieb befindlichen Brunnen, wird das Ergebnis bewusst und unzul\u00e4ssig verf\u00e4lscht; die so entnommenen Proben entsprechen in keiner Weise dem tats\u00e4chlichen Betrieb mit nur sehr geringer Durchstr\u00f6mung der Leitungen sowie h\u00e4ufiger und l\u00e4ngerdauernder Stillst\u00e4nde. Im normalen Betrieb wird der im stehenden oder nur sehr langsam flie\u00dfenden Wasser angereicherte Rost unvermeidlich in den Untergrund des Heilquellen-Schutzgebietes oder in den Neckar eingeleitet. Dieser Sachverhalt f\u00e4llt bei der aktuellen \u00dcberwachung aber unter den Tisch.<\/em><\/p>\n<p><em>Tats\u00e4chlich geht der Rostvorgang der Rohre unvermindert weiter, wie durch zwei neu entnommene Proben Mitte September 2014 von den Ingenieuren22 erneut nachgewiesen wurde, und l\u00e4sst sich durch kein noch so ausgekl\u00fcgeltes Messverfahren unterbinden. Die Proben wurden diesmal im Beisein eines Rechtsanwaltes genommen, der diese an sich genommen und an die Pr\u00fcflabors \u00fcbergeben und hier\u00fcber eine Best\u00e4tigung ausgestellt hat, so dass Zweifel an der Echtheit der Proben gar nicht erst aufkommen k\u00f6nnen.<\/em><br \/>\n<em> Die entnommenen Proben wurden- wie die vorangegangenen auch &#8211; jeweils von zwei akkreditierten Pr\u00fcflabors unabh\u00e4ngig voneinander untersucht; die Ergebnisse: starker Rostgehalt sowie hohe \u00dcberschreitung des Einleitgrenzwertes f\u00fcr abfiltrierbare Stoffe. Dies steht im Widerspruch zu dem, was bisher von der \u00dcberwachung der blauen Rohre \u00f6ffentlich verk\u00fcndet wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Die eine Wasserprobe war bereits bei der Entnahme sehr stark rotbraun verf\u00e4rbt und wies einen sehr hohen Eisengehalt von 29 bzw. 31 Miligramm Eisen pro Liter auf bei einem Gehalt an \u201eabfiltrierbaren Stoffen\u201c von 61 bzw. 78 mg\/l. Dies stellt eine drei- bzw. 3,9fache \u00dcberschreitung des gem\u00e4\u00df Planfeststellungsbeschluss zul\u00e4ssigen Einleit-Grenzwertes von 20 mg\/l f\u00fcr \u201eabfiltrierbare Stoffe\u201c dar.<\/em><br \/>\n<em> Bei der zweiten, an anderer Stelle entnommenen Wasserprobe, wurde ein Gesamt-Eisengehalt von 4,0 bzw. 4,9 mg Eisen pro Liter sowie ein Gehalt an \u201eabfiltrierbaren Stoffen\u201c von 13 bzw. 32 mg\/l festgestellt. Nach dem Messergebnis des einen Untersuchungslabors wurde also auch an diesem Rohrstrang der zul\u00e4ssige Einleitgrenzwert von 20 mg\/l f\u00fcr \u201eabfiltrierbare Stoffe\u201c \u00fcberschritten.<\/em><\/p>\n<p><em>Hans Heydemann von den Ingenieuren22 erl\u00e4utert: \u201eDass an diesem Strang im Vergleich zu allen anderen Proben ein deutlich geringerer Eisen-Gehalt und zun\u00e4chst keine, sp\u00e4ter nur eine deutlich geringere Verf\u00e4rbung festgestellt wurde, kann nur auf zwei M\u00f6glichkeiten beruhen: Entweder wurde die Leitung vorher kr\u00e4ftig \u201esaubergesp\u00fclt\u201c oder dem Wasser wurden chemische Mittel zur Sauerstoffbindung und\/oder als Korrosionsschutz zugesetzt, was in jedem Fall nicht zul\u00e4ssig ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Der dabei festgestellte Eisengehalt des durch Rost stark verunreinigten Infiltrationswassers betr\u00e4gt etwa das F\u00fcnfhundertfache des nat\u00fcrlichen Eisengehaltes des Grundwassers. Das ist mit der Anforderung der Planfeststellung nicht vereinbar, wonach das Infiltrationswasser \u201ekeinen grundlegend verschiedenen hydrochemischen Charakter\u201c aufweisen darf als das Grundwasser im Bereich der Bauma\u00dfnahme. Hiergegen verst\u00f6\u00dft die Bahn fortgesetzt seit Inbetriebsetzung des Grundwassermanagement Ende Februar diesen Jahres.<\/em><\/p>\n<p><em>H\u00f6here Eisengehalte im Grundwasser und insbesondere in offenen Gew\u00e4ssern sind keineswegs unbedenklich; sie k\u00f6nnen sich erheblich sch\u00e4digend auf Flora und Fauna auswirken. In diesem Zusammenhang weist der BUND darauf hin, das ungereinigtes \u00dcberschusswasser mit seiner hohen Rost-und Schmutzfracht unmittelbar in den Neckar abgeleitet wird und zwar direkt in das hier ausgewiesene \u201eFisch-Schongebiet\u201c zwischen der Cannstatter Schleuse und dem Fu\u00dfg\u00e4ngersteg. Offenbar wurde auch dieser Tatbestand im Planfeststellungsverfahren g\u00e4nzlich \u00fcbersehen. Zum Vergleich, in Ludwigsburg wurde die Entleerung des Druckprobenwassers aus einer neu gebauten Ethylen-Leitung in einen Bach wegen der Rostverschmutzung des Wassers untersagt.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Einleiten rosthaltigen Wassers in den Untergrund des Stuttgarter Heilquellen-Schutzgebietes kann zuverl\u00e4ssig nur dadurch verhindert werden, dass Rohre aus korrosionsbest\u00e4ndigen Werkstoffen, z.B. HD-PE, wie von der Deutschen Bahn zuletzt im Antrag auf Genehmigung der 7. Plan\u00e4nderung (Verdoppelung der abzupumpenden Grundwassermengen) in Abschnitt 3.2 angegeben, verwendet werden.<\/em><br \/>\n<em> \u201eDeshalb muss die Vorhabenstr\u00e4gerin die Rohrleitungen aus ungesch\u00fctztem Stahl gegen solche mit innerem Korrosionsschutz ersetzen, bevor das S21-Grundwassermanagement voll in Betrieb geht\u201c, fordert Hans Heydemann.<\/em><br \/>\n<em> R\u00fcckfragen an:<\/em><br \/>\n<em> Hans Heydemann, Ingenieure22<\/em><br \/>\n<em> Gerhard Pfeifer, BUND<\/em><br \/>\n<em> \u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ingenieure 22 haben wieder Wasserproben, die sie Mitte September unter Beisein eines Rechtsanwaltes aus zwei Infiltrationsbrunnen genommen hatten, in unabh\u00e4ngigen Labors analysieren lassen. 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