{"id":3780,"date":"2014-08-08T22:55:17","date_gmt":"2014-08-08T20:55:17","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3780"},"modified":"2015-06-14T01:27:37","modified_gmt":"2015-06-13T23:27:37","slug":"wie-bei-den-laermprognosen-fuer-den-tiefbahnhoftrog-getrickst-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3780","title":{"rendered":"Ja, mach nur einen Plan: Wie bei den L\u00e4rmprognosen f\u00fcr den Tiefbahnhoftrog getrickst wurde"},"content":{"rendered":"<p>Die Bauarbeiten zur Herstellung des 900 Meter langen und bis zu 80 Meter breiten Tiefbahnhofstrogs, f\u00fcr den mehr als 4.000 Pf\u00e4hle in den Untergrund gerammt und gebohrt werden m\u00fcssen,\u00a0 werden vor allem die Anwohner des Kernerviertels die n\u00e4chsten Jahre massiv belasten. Im <a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/uploads\/tx_smediamediathek\/PFA_1_1.pdf\" target=\"_blank\">Planfeststellungsbeschluss PFA 1.1.<\/a> hei\u00dft es dazu auf Seite 288: \u201e<em>F\u00fcr den beantragten Planfeststellungsabschnitt ist eine Bauzeit von insgesamt acht Jahren veranschlagt. Ein derart zeitintensiver Baustellenbetrieb kommt einer dauerhaften Beeintr\u00e4chtigung nahezu gleich; zumindest ist von einer Belastung der Betroffenen auszugehen, die weit \u00fcber der \u00fcblichen und daher zumutbaren Belastung durch Baustellenl\u00e4rm liegt<\/em>.\u201c\u00a0 Weitere f\u00fcr das Kernerviertel relevante Ausz\u00fcge aus den Beschl\u00fcssen zum PFA 1.1. und 1.2. finden Sie in unserem <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/140317-Anlage-Handout-BB-Mitte-Planfeststellung.pdf\" target=\"_blank\">Handout<\/a>.<\/p>\n<p>Man sollte daher davon ausgehen, dass bei diesen Bauarbeiten zumindest das in der Planfeststellung vorgegebene Schutzkonzept vor Baubeginn umgesetzt ist. Doch dem ist nicht so. Wie wir bereits berichtet haben, hat das Netzwerk Kernerviertel<a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3337\" target=\"_blank\"> in mehreren Schreiben das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) u.a. auf die unzureichenden L\u00e4rmprognosen in den schalltechnischen Detailgutachten aufmerksam gemacht<\/a>. Diese Gutachten m\u00fcssen laut Planfeststellung\u00a0 vor Baubeginn vorliegen und\u00a0 m\u00fcssen ein realistisches Bild von der jahrelangen hohen L\u00e4rmbelastung der Anwohner geben. Im Planfeststellungsbescheid hei\u00dft es dazu auf Seite 44f: \u201e<em><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Vorhabentr\u00e4gerin [die Bahn] wird verpflichtet<\/span>, dem Eisenbahn-Bundesamt rechtzeitig vor Baubeginn auf der Grundlage der schalltech-nischen Untersuchung zum Baubetrieb (Anlage 16.2) f\u00fcr die Baugruben, Baubetriebs-fl\u00e4chen und Baustra\u00dfen schalltechnische Detailgutachten vorzulegen. Die Gutachten sind abschnitts\u00fcbergreifend zu erarbeiten, d.h. <span style=\"text-decoration: underline;\">es sind jeweils s\u00e4mtliche, gleichzeitig auftretenden Schallimmissionen zu ber\u00fccksichtigen,<\/span> unabh\u00e4ngig von der Zuweisung zu einem bestimmten Planfeststellungsabschnitt. Die Schallgutachten haben auch \u00fcber die Wirksamkeit von Schallminderungsma\u00dfnahmen Auskunft zu geben.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auf Basis dieser schalltechnischen Gutachten ist dann die Entscheidung \u00fcber die aktiven und passiven Schutzma\u00dfnahmen (Schallschutzfenster) sowie die Entsch\u00e4digungen, z.B.\u00a0 f\u00fcr die eingeschr\u00e4nkte Nutzung der Au\u00dfenbereiche (Balkon, Terasse)\u00a0 im Extremfall bis zur Hotelunterbringung zu treffen. Dazu hei\u00dft es im Planfeststellungsbescheid auf S.45:<br \/>\n\u201e<em>Die Entscheidung \u00fcber die konkreten Schutzma\u00dfnahmen beh\u00e4lt sich das Eisenbahn-Bundesamt auf Grundlage der Detailgutachten gem\u00e4\u00df \u00a7 74 Abs. 3 VwVfG vor.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Doch die L\u00e4rmplanungen der Bahn f\u00fcr die langj\u00e4hrigen Bauarbeiten insbesondere zur Herstellung des Tiefbahnhoftrogs sind derart rudiment\u00e4r, dass sie nicht im entferntesten das kommende Baugeschehen und die damit verbundene L\u00e4rmbelastung f\u00fcr die An- wohner widerspiegeln. Die bisher in den Briefen des Netzwerks Kernerviertel ge\u00e4u\u00dferte Kritik wurde jetzt durch die Pressekonferenz am Dienstag zum Baustart des Tiefbahnhofs, in der ein Beauftragter der Baufirma Z\u00fcblin die Bauschritte und -zeiten f\u00fcr die Baufelder 16, 22, 25 und 1 pr\u00e4sentierte\u00a0 (<a href=\"http:\/\/www.fluegel.tv\/beitrag\/9787\" target=\"_blank\">Video<\/a> \/ <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/20140805-Beginn_Aushub_Trogbau_Bauablauf_Zueblin.pdf\" target=\"_blank\">Pr\u00e4sentation<\/a>), noch einmal deutlich best\u00e4tigt. Der Verdacht dr\u00e4ngt sich auf, dass im schalltechnischen Detailgutachten f\u00fcr den Trogbau (<a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/fileadmin\/pdfs\/45-GUTACHTEN\/10-Immissionen\/Detailgutachten\/Schall\/97460-ABS-4-DBPB-S21-Detailgutachten_PfA_1_1-Trogbauwerk.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a>) bewusst in die &#8222;Trickkiste&#8220; gegriffen wurde,\u00a0 um die L\u00e4rmwerte &#8211; die zum Teil in der Prognose bereits \u00fcber den Maximalwerten aus der Planfeststellung liegen &#8211; und die Kosten f\u00fcr die Schutzma\u00dfnahmen m\u00f6glichst niedrig zu halten. Der Vergleich zwischen der Bauplanung und den in den schalltechnischen Detailgutachten zugrundegelegten Baugeschehen weist in zentralen Punkten gro\u00dfe Diskrepanzen auf, so dass man nicht mehr vom selben Bauprojekt sprechen kann. Eine grobe \u00dcbersicht finden Sie <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Anlage-2-Vergleich-Trogbau-Bauplanung-Laermplanung.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Bautaktung der Baufelder f\u00fcr den Trogbau <\/strong><\/p>\n<p>Nach der geplanten Bautaktung f\u00fcr den Trogbau (<a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/uploads\/tx_smediamediathek\/PFA_1_1-Bautaktung.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a>) soll an bis zu 10 Baufeldern parallel gearbeitet werden. Auch die auf der letzten Pressekonferenz vorgestellte Bauplanung f\u00fcr 2014 \/ 15 sieht zeitgleich Arbeiten an den Baufeldern 1, 16, 22 und 25 vor. Das Baufeld 25 war urspr\u00fcnglich in der Bautaktung der Phase 1 nicht geplant. Dies wird sicherlich der 2 1\/2 j\u00e4hrigen Bauverz\u00f6gerung geschuldet sein. Der Vertreter der Firma Z\u00fcblin musste auf der Pressekonferenz einr\u00e4umen, dass die urspr\u00fcnglich eingebauten Zeitpuffer nicht mehr vorhanden sind. Um den ambitionierten Zeitplan f\u00fcr die Fertig-stellung zu halten, wird die Baufirma Z\u00fcblin sicherlich noch an deutlich mehr Baugruben zeitgleich arbeiten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Doch statt f\u00fcr diese s\u00e4mtlichen, zeitgleichen Baustellen entsprechend den Vorgaben der Planfeststellung eine umfassende L\u00e4rmprognose zu erstellen, hat das Gutachterb\u00fcro in den drei separaten L\u00e4rmszenarien f\u00fcr den Trogbau am S\u00fcd- bzw. Nordkopf bzw. Trog- mitte jeweils nur den L\u00e4rm einer einzigen (!)\u00a0 Baugrube ohne die Kanalarbeiten f\u00fcr den Medienkanal und Cannstatter D\u00fcker zugrundegelegt. Auch die unmittelbar neben den Wohnh\u00e4usern des Kernerviertels stattfindenden Bauarbeiten f\u00fcr die Baugrube 25, bei der auch Bohrpf\u00e4hle zur Gr\u00fcndung gesetzt werden m\u00fcssen, wurden nicht in der L\u00e4rmpro- gnose f\u00fcr den Trogbau ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><strong>Zeitdauer der Bauarbeiten f<\/strong><strong>\u00fcr ein Trogbaufeld<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den Bau des Trogs sind 25 Baufelder vorgesehen, die in der Gr\u00f6\u00dfe und der Aushubtiefe variieren. Die auf der Pressekonferenz prognostizierten Bauzeiten liegen zwischen fast zwei Jahre f\u00fcr die Baugrube 16, bei der auch Kanalarbeiten integriert sind,\u00a0 und einem Jahr Bauzeit f\u00fcr die vergleichsweise kleinere Baugrube 25 am Anfahrbereich S\u00fcd. F\u00fcr die Bauarbeiten zur Herstellung der Baugrube 16 hat der Bauleiter der Firma Z\u00fcblin eine detaillierte Zeitplanung pr\u00e4sentiert, die in der Pr\u00e4sentation auf Seite 22 zu finden ist. Allein f\u00fcr die Rammarbeiten sind in diesem Zeitplan\u00a0 2 Monate, f\u00fcr die Bodenplatten 7\u00a0 Monate und f\u00fcr die Kelche der Dachkonstruktion 9,5 Monate angesetzt.<\/p>\n<p><strong><\/strong>F\u00fcr den Bau eines exemplarischen Baufeldes setzte das Gutachterb\u00fcro in den schall-technischen Detailgutachten einschlie\u00dflich aller Aushub-, Ramm- und Betonier- und Verschalungsarbeiten insgesamt nur 36 Kalenderwochen an. Den Ausschnitt aus dem Gutachten zum Trogbau auf Seite 28 finden Sie <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/PFA-1.1.-Zeitprognose-Trogbau.jpg\" target=\"_blank\">hier<\/a>. Die Rammarbeiten sowie die Betonierarbeiten f\u00fcr den Trogboden und die Dachkontruktion sind jeweils nur mit 4 Kalenderwochen angesetzt. Die geplante Bauzeit am Baufeld 16 \u00fcberschreitet die in den schalltechnischen Detailgutachten eingerechnete Zeit um \u00fcber 1 1\/4 Jahre. Auch das verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleine Baufeld 25 ben\u00f6tigt 50 % mehr Bauzeit als der Gutachter in seinem exemplarischen Beispiel angesetzt hatte. Es ist deutlich erkennbar, dass das Baugeschehen des L\u00e4rmgutachtens nicht auf Basis der Ausf\u00fchrungsplanung angesetzt wurde. So ist beispielsweise vorgesehen, die Baugruben bis zu einer Tiefe von 16 bis 23,5 Metern auszu-heben. In dem Gutachten wurde hingegen nur von einer Aushubtiefe bis 12 Metern ausge-gangen. Ein anderes Beispiel: Die komplexen Betonarbeiten f\u00fcr die Kelche der Dachkon-struktion sind in dem schalltechnischen Detailgutachten zum Trogbau nicht einmal an- satzweise kalkuliert. <strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>T\u00e4gliche Bauzeit<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die Bauarbeiten f\u00fcr den Trogbau werden von Montag bis Samstag zwischen 7 und 20 Uhr\u00a0 stattfinden. Dies hat auch der Vertreter der Firma Z\u00fcblin auf der Pressekonferenz noch einmal deutlich betont. Im Bericht der\u00a0 Stuttgarter Nachrichten (<a title=\"StN Z\u00fcblin reagiert auf fehlende Genehmigung\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-zueblin-reagiert-auf-fehlende-genehmigung.f7757ef1-8fa3-4cd4-ae7e-491659dbe996.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) hei\u00dft es dazu: <em>&#8222;Viele Fahrten sind auch f\u00fcr die Anlieferung n\u00f6tig. Wenn die Sohle der Baugrube erreicht ist, w\u00fcrden pro Schicht, die von 7 bis 20 Uhr dauert, 1500 Kubikmeter Beton gegossen, sagte B\u00f6gel. Mehr lasse sich w\u00e4hrend der 13 Stunden nicht verarbeiten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das Gutachterb\u00fcro setzt jedoch <a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/fileadmin\/pdfs\/45-GUTACHTEN\/10-Immissionen\/Detailgutachten\/Schall\/97460-ABS-4-DBPB-S21-Detailgutachten_PfA_1_1-Trogbauwerk.pdf\" target=\"_blank\">in den schalltechnischen Detailgutachten f\u00fcr die l\u00e4mintensiven Trogbauarbeiten auf Seite 37 bis 43<\/a> nur eine maximale Bauzeit vom 8 Stunden an. Aufgrund der anteiligen Einsatzdauer sind damit alle Trogbauarbeiten, einschlie\u00dflich der lauten Bohr- und Rammarbeiten, jeweils mit einem Abschlag gem\u00e4\u00df der AVV-Baul\u00e4rm von 5 dB(A) bzw. 10 dB (A) in den Prognosen eingerechnet.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong> Der langj\u00e4hrige Gutachter der Bahn, der bereits die schalltechnischen Prognosen f\u00fcr die Planfeststellung erstellt hatte und zugleich als &#8222;unabh\u00e4ngiger&#8220; Immissionsschutzbeauf-tragter fungiert, hat hier definitiv nicht die Auflagen der Planfeststellung eingehalten. Die L\u00e4rmprognose f\u00fcr den Trogbau basiert nicht auf der geplanten Bautaktung der Baufelder und ber\u00fccksichtigt weder die Zeitpl\u00e4ne der einzelnen Bauschritte, noch auf die ange- setzten t\u00e4glichen Arbeitsstunden. Die in den schalltechnischen Detailgutachten errechneten L\u00e4rmprognosen k\u00f6nnen daher nicht die Belastungen der Anwohner durch das geplante Baugeschehen f\u00fcr die jahrelangen Trogbauarbeiten widerspiegeln.<\/p>\n<p>Die Berechnungen f\u00fcr die einzelnen Geb\u00e4ude im Gutachten zum passiven Schallschutz, das die Bahn mit dem Hinweis auf den Datenschutz unter Verschluss h\u00e4lt, k\u00f6nnen daher nicht stimmen. Besonders die zu kurz angesetzten Bauzeiten k\u00f6nnen sich unmittelbar auf den Anspruch auf passiven Schallschutz auswirken. Erst bei einer mehr als 2-monatigen \u00dcberschreitung der Richtwerte nach der AVV-Baul\u00e4rm \u00fcber 5 dB(A) besteht ein Anspruch auf den Einbau von Schallschutzfenstern und den Entsch\u00e4digungen, wie z.B. f\u00fcr die eingeschr\u00e4nkte Nutzung der Au\u00dfenbereiche. Es ist damit zu rechnen, dass ein weit gr\u00f6\u00dferer Kreis von betroffenen Eigent\u00fcmern Anspruch auf passiven Schallschutz h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsste eigentlich davon ausgehen, dass dem EBA diese massive Abweichung von den Auflagen aus der Planfeststellung, die es selbst erlassen hatte, bei der Pr\u00fcfung auffallen sollte. Doch weit gefehlt. Das Netzwerk Kernerviertel hat das EBA seit Februar in mehreren Mails und Briefen das EBA (<a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/140523-EBA-Laerm-2.pdf\" target=\"_blank\">23.05.2014<\/a> und <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/140708-EBA-Laerm.pdf\" target=\"_blank\">08.07.2014<\/a>) und die Stadt Stuttgart u.a. auf diese massiven Defizite in der L\u00e4rmprognose aufmerksam gemacht und ein neues umfassendes schalltechnisches Detailgutachten f\u00fcr das Kernerviertel auf Basis der aktuellen Bauplanung sowie die Ver\u00f6ffentlichung des Gutachtens zum passiven Schallschutz gefordert. Passiert ist seither nichts. Auf Nachfrage musste das EBA auch im Februar schriftlich einr\u00e4umen, dass ihm nicht einmal das Gutachten zum passiven Schallschutz vorliegt, obwohl das EBA als Aufsichtsbeh\u00f6rde dar\u00fcber nach der Planfeststellung entscheiden m\u00fcsste. Auch die farbigen Schallausbreitungskarten f\u00fcr die drei exemplarischen Trogbaufelder lagen dem EBA nur in schwarz-wei\u00dfer Kopie und damit nicht auswertbar vor.\u00a0 Man muss leider davon ausgehen, dass das EBA weder die personelle Kapazit\u00e4t zur Pr\u00fcfung besitzt, noch an einer Einhaltung der von ihm\u00a0 gesetzten Auflagen Interesse hat. Das Eisenbahn-Bundesamt wird auch in Sachen L\u00e4rmschutz seiner wichtigen Funktion als Aufsichtsbeh\u00f6rde bei diesem Mega-Bauprojekt nicht gerecht.<\/p>\n<p>Aber letztendlich kann das EBA und die Bahn davon ausgehen, dass die Beschwerden von Anwohnern \u00fcber die lauten Trogbauarbeiten ins Leere laufen werden. Das abgestimmte <a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/fileadmin\/pdfs\/45-GUTACHTEN\/10-Immissionen\/Messkonzepte\/Messkonzept_Schall_und_Erschuetterungen.pdf\" target=\"_blank\">Messkonzept f\u00fcr den PFA 1.1.<\/a> sieht vor, dass im Kernerviertel nur an einem einzigen Messpunkt aller 4 bis 6 Wochen jeweils f\u00fcr 7 Tage gemessen wird. Dass dabei auch bewusst Zeiten mit geringeren L\u00e4rmemissionen ausgew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, ist nicht von der Hand zu weisen. Zus\u00e4tzliche Messungen sollen nur bei Beschwerden vorgenommen werden. Laufende Messungen, die auch die \u00dcberschreitungen der Richtwerte der AVV-Baul\u00e4rm und der prognostizierten L\u00e4rmwerte dokumentieren w\u00fcrden, sind nicht vorgesehen. Die Anwohner k\u00f6nnen daher mangels L\u00e4rmaufzeichnungen auch nicht nachtr\u00e4glich ihren Anspruch auf passiven Schallschutz und Entsch\u00e4digungen einklagen.<\/p>\n<p>Die Schutzauflagen, unter denen die Baugenehmigung f\u00fcr die jahrelangen Bauarbeiten erteilt wurde, werden damit von der Bahn ohne Konsequenz unterlaufen und die Fachbeh\u00f6rden greifen nicht ein. Die in den Netzwerken organisierten Eigent\u00fcmer und Anwohner werden dies nicht einfach so hinnehmen und fordern weiterhin vom Eisen- bahn-Bundesamt einen Baustopp, bis alle Auflagen aus den Planfeststellungsbescheiden in Sachen L\u00e4rmschutz umgesetzt sind.<\/p>\n<p>Man kann sich hier an Bertold Brechts Dreigroschenoper erinnert f\u00fchlen. Frei nach dem Motto: &#8222;<em>Ja, mach nur einen Plan\/sei nur ein gro\u00dfes Licht \/und mach dann noch &#8217;nen zweiten Plan\/ gehn tun sie beide nicht<\/em>&#8230;&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bauarbeiten zur Herstellung des 900 Meter langen und bis zu 80 Meter breiten Tiefbahnhofstrogs, f\u00fcr den mehr als 4.000 Pf\u00e4hle in den Untergrund gerammt und gebohrt werden m\u00fcssen,\u00a0 werden vor allem die Anwohner des Kernerviertels die n\u00e4chsten Jahre massiv &hellip; <a href=\"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3780\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,28,31,21,20,13,34,18,58],"tags":[],"class_list":["post-3780","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bauarbeiten","category-bauinfo-kommunikationsbuero","category-eisenbahn-bundesamt","category-kernerviertel","category-killesberg","category-laerm","category-planfeststellung","category-schreiben-netzwerke","category-tiefbahnhof"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3780","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3780"}],"version-history":[{"count":117,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3780\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4730,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3780\/revisions\/4730"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}