{"id":31563,"date":"2019-06-08T19:30:43","date_gmt":"2019-06-08T17:30:43","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=31563"},"modified":"2019-06-09T10:05:20","modified_gmt":"2019-06-09T08:05:20","slug":"bahn-muss-mehr-als-sechs-jahre-vor-geplanter-inbetribnahme-risikopuffer-fuer-stuttgart-21-angreifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=31563","title":{"rendered":"Bahn muss mehr als sechs Jahre vor geplanter Inbetriebnahme Risikopuffer f\u00fcr Stuttgart 21 angreifen"},"content":{"rendered":"<p>Noch im<a title=\"DB-Aufsichtsrat genehmigt weitere 1,7 Milliarden Mehrkosten f\u00fcr Stuttgart 21\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=27394\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Januar 2018<\/a> hatte der Aufsichtsrat der DB AG f\u00fcr Stuttgart 21 wegen steigender Baukosten weitere 1,7 Milliarden einschlie\u00dflich eines Risikopuffers von 495 Millionen Euro genehmigt. Damals wurde als Grund f\u00fcr die Kostensteigerung\u00a0 nicht erwartete Abweichungen bei Ausschreibungen zwischen der internen Kalkulation und Angeboten der Baufirmen angegeben.<\/p>\n<p>Jetzt muss die S21-Projektgesellschaft wegen erneut steigender Baukosten diese\u00a0 Notreserve angreifen. Dar\u00fcber berichtete gestern Spiegel Online (<a title=\"SPON: Bahn muss Notreserve von Stuttgart 21 anzapfen\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/deutsche-bahn-muss-finanzreserven-von-stuttgart-21-angreifen-a-1271402.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>). In der Meldung hei\u00dft es: &#8222;<em>So sei die Bahn bei Vergaben an Baufirmen etwa f\u00fcr aufwendige Br\u00fccken und Tunnel &#8222;zum Teil mit \u00fcber 20 Prozent h\u00f6heren Geboten konfrontiert&#8220;. Diese Marktpreiseffekte h\u00e4tten sich etwa bei Auftr\u00e4gen an der Anschlussstelle Esslingen und der Haltestelle Staatsgalerie &#8222;mit rund 60 Millionen Euro Mehrkosten gegen\u00fcber den Budgetans\u00e4tzen niedergeschlagen&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>SPON schreibt weiter: &#8222;<em>Eine Garantie, dass es beim urspr\u00fcnglich festgesetzten Budget bleibt, kann Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla nicht geben. Das Unternehmen verspricht dennoch: &#8222;Die DB h\u00e4lt weiter an der Kostenprognose in H\u00f6he von maximal 8,2 Milliarden Euro fest. [&#8230;] Die Fertigstellung des Projekts im Jahre 2025 soll davon nicht beeinflusst werden, hei\u00dft es aus Aufsichtsratskreisen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Matthias Gastel, der bahnpolitische Sprecher der Gr\u00fcnen-Fraktion im Bundestag, fordert laut einer StZN-Meldung (<a title=\"StZN: Gr\u00fcne fordern Offenlegung der Kostenentwicklung\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.finanzpuffer-fuer-stuttgart-21-gruene-fordern-offenlegung-der-kostenentwicklung.d4f7c00a-21cd-4935-9473-5134987a43ea.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier)<\/a> erneut die Offenlegung der Kostenentwicklung. Die StZN zitiert ihn mit den Worten: &#8222;<em>Das kann niemanden wundern. Verwunderung ausl\u00f6sen kann h\u00f6chstens, dass die Deutsche Bahn erkl\u00e4rt, der zuletzt festgesetzte Kostenrahmen von 8,2 Milliarden Euro solle nicht \u00fcberzogen werden\u201c, sagt der Bundestagsabgeordnete. Das glaube niemand, der das Projekt kenne und die bisherige Projektentwicklung beobachtet habe. Bei Stuttgart 21 w\u00fcrden zwei Dinge zusammenkommen: \u201eDas Projekt wird bis heute nicht ehrlich und seri\u00f6s geplant. Hinzu kommen teils exorbitante Preissteigerungen im Bahnbau allgemein, von denen Stuttgart 21 nicht verschont bleiben kann.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Gastel will <a title=\"StZN: Bahnkritiker erwartet weitere Kostensteigerungen \/ SWR: Bahnexperte Gastel: S21 kostet zehn Milliarden\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=30157\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ende 2018<\/a> aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, dass weitere Kostensteigerungen f\u00fcr das Mammutprojekt unter Verschluss gehalten werden und\u00a0 bahnintern bereits mit Gesamtkosten von \u00fcber 10\u2005Milliarden Euro gerechnet wird.<\/p>\n<p>Dass es nicht bei den 8,2 Milliarden Euro bleiben wird, zeigt ein Blick in die letzte <a title=\"\" href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/mediathek\/detail\/download\/03052019-lenkungskreis\/mediaParameter\/download\/Medium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4sentation des Lenkungskreises vom Mai 2019<\/a>. Dort findet man auf Seite 7 die Information, dass zum 4.Quartal 2018 erst 55% des Gesamtwertumfangs von 7,7 MIlliarden f\u00fcr Stuttgart 21 vergeben waren. Dass der bereits jetzt ben\u00f6tigte Risikopuffer von 495 Millionen f\u00fcr die restlichen 45% und eine Bauzeit von mehr als sechs Jahren bis zur geplanten Inbetriebnahme im Dezember 2025 ausreicht, erscheint unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Bereits 2013 berichtete die StZ (<a title=\"StZ: Gr\u00fcne: Bahn rechnet mit elf Milliarden\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-gruene-bahn-rechnet-mit-elf-milliarden.a745ded5-70f0-4550-80e3-63a695c91fbd.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>), dass die Bahn intern f\u00fcr Stuttgart 21 laut den Informationen des damaligen Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, Anton Hofreiter (Gr\u00fcne), mit 11 Milliarden Kosten und einer Inbetriebnahme nicht vor 2025 rechnete. Damals schrieb die StZ: &#8222;<em>Der bisher von der Bahn genannte Betrag sei \u201eeine politische Zahl, um das Projekt am Leben zu erhalten\u201c, sagt Hofreiter. Er wisse, dass viele Risiken ausgeblendet worden seien. Die Bahn habe zudem nicht ausreichend Vorsorge f\u00fcr Preissteigerungen w\u00e4hrend der langen Laufzeit des Projekts geschaffen.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch im Januar 2018 hatte der Aufsichtsrat der DB AG f\u00fcr Stuttgart 21 wegen steigender Baukosten weitere 1,7 Milliarden einschlie\u00dflich eines Risikopuffers von 495 Millionen Euro genehmigt. 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