{"id":3071,"date":"2014-06-23T22:33:26","date_gmt":"2014-06-23T20:33:26","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3071"},"modified":"2017-12-27T00:51:58","modified_gmt":"2017-12-26T22:51:58","slug":"weiterhin-rost-in-den-rohren-aktuelle-stellungnahme-hans-heydemann-von-den-ingenieuren22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3071","title":{"rendered":"Weiterhin Rost in den Rohren &#8211; aktuelle Stellungnahme von Hans Heydemann, Ingenieure22"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem das Umweltamt der Stadt Stuttgart sowie der Sachverst\u00e4ndige f\u00fcr Wasserwirt-schaft der Bahn keinen Grund zur Beanstandung der Wasserqualit\u00e4t sahen und <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=2814\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die Firma H\u00f6lscher im Kernerviertel die Rohre mit Wasser durchsp\u00fclt<\/a>, hat Hans Heydemann am 22.Juni 2014 in einem Beitrag zu den Rostwasser-Proben aus den &#8222;blauen Rohren&#8220; Stellung genommen, den wir im Folgenden ungek\u00fcrzt ver\u00f6ffentlichen:<\/p>\n<p><i>Die Wasserproben wurden am IBr 34 gezogen, also am gleichen Brunnen, den angeblich auch ein \u201eneutraler\u201c Sachverst\u00e4ndiger beprobt hat, allerdings zu einem anderen Zeitpunkt. Unsere Probenahme wurde zu Beweiszwecken von CamS21 gefilmt und kann auf Youtube unter: [<a href=\"http:\/\/youtu.be\/eXzrc2AqYZE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">youtu.be<\/a>] aufgerufen und angesehen werden (bisher knapp 1.400 Aufrufe!). Dort ist der Austritt der Rostbr\u00fche aus der Zuleitung unmittelbar vor dem Brunnen klar ersichtlich und kann weder vom AfU noch von der Vorhabenstr\u00e4gerin bestritten werden! Ein anerkanntes und zertifiziertes Pr\u00fcfinstitut hat in diesem Wasser einen Eisen-Gesamt-Gehalt von 17 mg\/l ermittelt, so wie wir dies auch verbreitet haben. Es handelt sich auch keineswegs nur um ein \u201eeinmaliges Ergebnis\u201c, sondern um eines, das dem vorgesehenen Regelbetrieb entspricht, wie nachfolgend begr\u00fcndet. Weitere Proben wurden aus IBr 55 sowie der \u00dcberschu\u00df-Wasserleitung DN 250 zum Neckar am Rosenstein-Hang gezogen, im letzteren Fall mit geradezu erschreckenden Eisenwerten von 139 mg\/l im Anfangswasser und immer noch 35 mg\/l nach einigem Ablaufenlassen. <\/i><\/p>\n<p><i>Wenn nun der \u201eneutrale\u201c Sachverst\u00e4ndige nach Angabe des AfU Wasserproben entnommen hat, die \u201ekeine Tr\u00fcbung\u201c und auch keine bedenklichen Eisengehalte aufgewiesen haben, so kann das auf folgende Gr\u00fcnde zur\u00fcckzuf\u00fchren sein: <\/i><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><i>1. L\u00e4\u00dft man die Wasserprobe l\u00e4ngere Zeit stehen, so setzt sich das unl\u00f6sliche Eisen(III)-Hydroxid (sichtbarer Rost) als feinste Schwebstoffteilchen am Gef\u00e4\u00dfboden ab, und das Wasser erscheint dann nicht mehr als rostbraun getr\u00fcbt. Bei vorsichtigem Abgie\u00dfen verbleibt dieser Bodensatz und damit der gr\u00f6\u00dfte Teil des Eisens im urspr\u00fcnglichen Gef\u00e4\u00df und wird bei der Analyse nicht miterfa\u00dft, sondern nur noch das im Wasser in gel\u00f6ster Form verbliebene Eisen(II)-Hydroxid. Ein so \u201emanipuliertes\u201c Ergebnis entspricht aber nicht dem tats\u00e4chlichen Sachverhalt! Der Rost ist im Wasser drin und wird folglich auch \u00fcber den Brunnen in den Untergrund des Stuttgarter Heilquellen-Schutzgebietes eingeleitet. Wenn alles mit rechten Dingen zugegangen w\u00e4re, h\u00e4tten die gleichen Werte wie bei unserer Probe herauskommen m\u00fcssen. Jedoch werden die Werte nicht mitgeteilt &#8211; warum wohl? Es steht somit im Belieben des AfU, die Werte als \u201eunbedenklich\u201c einzustufen. <\/i><\/p>\n<p><i>2. Die Leitungen wurden vorher kr\u00e4ftig und lange \u201esaubergesp\u00fclt\u201c (so steht das sogar in den Richtlinien f\u00fcr das Probenehmen!). Erinnert wird in diesem Zusammenhang an die beobachteten \u201eSp\u00fclarbeiten\u201c, die Fa. H\u00f6lscher Wasserbau in der 2. Maih\u00e4lfte an den Leitungen im Kerner-Viertel vorgenommen hat. Ein \u201eSaubersp\u00fclen\u201c der Leitungen vor der Probenahme entspricht jedenfalls nicht der Wirklichkeit! Wenn die Leitungen gerade \u201esauber\u201c gesp\u00fclt sind, wird sich auch kaum Rost in den Wasserproben feststellen lassen \u2013 das so \u201emanipulierte\u201c Ergebnis steht damit von vorn herein fest!<\/i><\/p>\n<p><i>Ein derartiges Ergebnis ist aber f\u00fcr den vorgesehenen Infiltrationsbetrieb nicht aussagekr\u00e4ftig, sondern eine bewu\u00dft herbeigef\u00fchrte T\u00e4uschung der \u00d6ffentlichkeit! Die Betriebsweise des GWM sieht im Regelbetrieb nur sehr geringe Str\u00f6mungsgeschwindig-keiten (um 0,1 m\/sec) in den Zuleitungen zu den Infiltrationsbrunnen vor sowie zeitweil- ige, auch l\u00e4nger andauernde Stillst\u00e4nde je nach Pegelstand der Brunnen, so da\u00df sich Rost in hohem Ma\u00dfe im Wasser bilden und anreichern kann. Bis zum \u00d6ffnen der Bau- gruben werden noch Monate vergehen, bis dahin wird sich das Wasser in den \u201eBlauen Rohren\u201c erneut in eine dunkle \u201eRostbr\u00fche\u201c verwandeln. <\/i><\/p>\n<p><i>Der Rostvorgang in den Rohren wird durch den Sp\u00fclvorgang ja nicht gestoppt, sondern geht bedingt durch den im Wasser mitgef\u00fchrten Sauerstoff unvermindert weiter bis zur v\u00f6lligen Zerst\u00f6rung. Ein m\u00b2 Eisen-Oberfl\u00e4che verliert durch Rostung bis zu 10 Gramm Eisen am Tag, die in Eisenhydroxid umgewandelt werden; das sind in einem Jahr bis zu 3,65 kg je m\u00b2 innerer Rohr-Oberfl\u00e4che! <\/i><\/p>\n<p><i><br \/>\nEisen bildet &#8211; entgegen der inzwischen eindeutig widerlegten Behauptung der Fa. H\u00f6lscher Wasserbau \u2013 eben keine sch\u00fctzenden Deckschichten aus; der Rostaustrag aus den Rohrleitungen ist keineswegs vernachl\u00e4ssigbar. Den Nachweis der\u201eGleichwertigkeit\u201c der hier eingesetzten Rohre ohne inneren Korrosionsschutz gegen\u00fcber solchen mit Korrosions-Schutz ist H\u00f6lscher bis heute schuldig geblieben! Nach dem Austritt des Wassers aus der Reinigungsanlage des GWM sind auch keinerlei Me\u00dfeinrichtungen zur Qualit\u00e4ts-\u00dcberwachung mehr vorgesehen; das Einleiten einer \u201eRostbr\u00fche\u201c in den Untergrund wird folglich auch gar nicht erfa\u00dfbar! <\/i><\/p>\n<p><i><br \/>\nUm zu verhindern, da\u00df diese Rostmengen in den Untergrund des Stuttgarter Heilquel-len-Schutzgebietes versenkt werden, m\u00fc\u00dften die nicht gegen Korrosion gesch\u00fctzten Rohrleitungen regelm\u00e4\u00dfig in kurzen Zeitabschnitten immer wieder gesp\u00fclt werden, wozu der laufende Infiltrationsbetrieb jedesmal zu unterbrechen w\u00e4re. Dies ist aber weder vorgesehen noch praktisch durchf\u00fchrbar angesichts des damit verbundenen hohen Zeitaufwandes und der gro\u00dfen Sp\u00fclwassermengen (jeweils mehrere tausend m\u00b3), die dann dem eigentlichen Infiltrationsbetrieb nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen, sowie der vorschriftengerechten Entsorgung der verunreinigten Sp\u00fclwasser-Mengen. In den Unterlagen zur Planfeststellung findet sich dazu nichts.<\/i><\/p>\n<p>Entscheidend ist, da\u00df das Grundwasser durch den aus den Rohren ausgetragenen Rost in seiner Zusammensetzung ver\u00e4ndert wird, weil etwas hinzutritt, was vorher nicht drin war! Dies verst\u00f6\u00dft gegen die Heilquellen-Schutzverordnung \u00a78 und steht auch dem Sinn des Abschnittes 7.1 \u201eGrundwasser- und Heilquellenschutz\u201c des PFB 1.1 entgegen, der strenge Anforderungen an die Durchf\u00fchrung des Vorhabens stellt, um das Grundwasser wie auch das darunterliegende Mineralwasser vor Beeintr\u00e4chtigungen zu sch\u00fctzen. Im PFB 1.1 hei\u00dft es dazu auf S. 60 unter Ziff. 7.1.10 \u201eBaumaterialien\u201c: \u201eBaustoffe bzw. Baumaterialien die bauzeitlich oder dauerhaft im Kontakt mit dem Grundwasser stehen (bzw. bei denen mittelfristig ein Kontakt mit dem Grundwasser nicht ausgeschlossen werden kann) m\u00fcssen grundwasservertr\u00e4glich sein.\u201c Rostende Rohre entsprechen dem aber nicht.<\/p>\n<p>Nachdem die fortdauernden Rostungen in den \u201eBlauen Rohren\u201c von der Bahn und den Beh\u00f6rden jetzt nicht mehr bestritten werden k\u00f6nnen, hei\u00dft es nur noch, dies sei unbe- denklich f\u00fcr das Grundwasser und auch f\u00fcr das Mineralwasser. Die vom AfU festgestellten Eisenwerte werden nicht ver\u00f6ffentlich \u2013 warum wohl? Stattdessen wird einfach der \u201ezul\u00e4ssige\u201c Einleit-Grenzwert entsprechend hoch angesetzt; schon ist alles wieder in Ordnung und damit der Schutz des Mineralwassers gew\u00e4hrleistet.<br \/>\nUnd da sollen sich die B\u00fcrger dann nicht get\u00e4uscht sehen?<\/p>\n<p>Hans Heydemann von den Ingenieuren22<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem das Umweltamt der Stadt Stuttgart sowie der Sachverst\u00e4ndige f\u00fcr Wasserwirt-schaft der Bahn keinen Grund zur Beanstandung der Wasserqualit\u00e4t sahen und die Firma H\u00f6lscher im Kernerviertel die Rohre mit Wasser durchsp\u00fclt, hat Hans Heydemann am 22.Juni 2014 in einem Beitrag &hellip; <a href=\"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3071\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,85,21,26],"tags":[],"class_list":["post-3071","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-grundwassermanagement","category-ingenieure22","category-kernerviertel","category-stadt-stuttgart"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3071"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3071\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26902,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3071\/revisions\/26902"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}