{"id":28898,"date":"2018-07-04T01:08:28","date_gmt":"2018-07-03T23:08:28","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=28898"},"modified":"2018-07-05T23:46:48","modified_gmt":"2018-07-05T21:46:48","slug":"ueberall-wasser-ungestellte-rueckfragen-zum-tunnelbau-im-anhydrit-vor-dem-verkehrsausschuss-des-bundestages","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=28898","title":{"rendered":"\u00dcberall Wasser? Ungestellte R\u00fcckfragen zum Tunnelbau im Anhydrit vor dem Verkehrsausschuss des Bundestages"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Vor mehr als drei Wochen fand die Anh\u00f6rung zu Stuttgart 21 im Verkehrsausschuss des Bundestages statt. Die <a title=\"Video und Presseberichte \u00fcber die S21-Anh\u00f6rung im Verkehrsausschuss des Bundestages\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=28730\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berichterstattung<\/a> konzentrierte sich vor allem auf die Aussagen Thilo Sarrazins, der 2001 als Vorstandsmitglied der DB Netz AG die Rahmenvereinbarung zu S\u200921 zwischen Land, Stadt, Regionalverband und der Bahn unterzeichnet hatte und auf S\u00d6S-Stadtrat Hannes Rockenbauch, der das Umstiegskonzept vorstellte.<\/p>\n<\/div>\n<p>Nahezu unbemerkt blieben die Ausf\u00fchrungen des Tunnelbausachverst\u00e4ndigen der Bahn bei Stuttgart 21, Prof. Walter Wittke, \u00fcber den\u00a0 Tunnelbau im quellf\u00e4higen Anhydrit. Da aufgrund des Reglements im Verkehrsausschuss jede Partei nur ihre eigenen eingeladenen Fachm\u00e4nner befragte, gab es keinerlei Nachfragen zu seinen Aussagen. <a title=\"Das Risiko Anhydrit muss \u201eneu in die Betrachtung eingezogen werden\u201c. Ein R\u00fcckblick auf die Salami-Taktik der Bahn\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=27414\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dabei musste die S21-Projektgesellschaft immer wieder zus\u00e4tzliche teurere Sicherheitsma\u00dfnahmen einr\u00e4umen.<\/a> Daher stellten sich uns nach seinem Auftritt\u00a0 im Verkehrsausschuss zahlreiche Fragen.<\/p>\n<p>Nach dem <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/mediathek?videoid=7243226#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk\/dmlkZW9pZD03MjQzMjI2&amp;mod=mediathek\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video der Anh\u00f6rung<\/a>\u00a0 (Prof. Dr. Wittke ab Std. 1:36) wurde jetzt auch das<a title=\"Video und Presseberichte \u00fcber die S21-Anh\u00f6rung im Verkehrsausschuss des Bundestages\" href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/blob\/561564\/ff4ee6a52ce983ad2ebc9c4f025e9947\/011_sitzung_wortprotokoll-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Protokoll der Sitzung<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Daher k\u00f6nnen wir seine Aussagen zitieren und mit unseren Fragen bzw. Anmerkungen gegen\u00fcberstellen:<\/p>\n<div>\n<p><strong>Prof. Dr.-Ing. Walter Wittke (WBI GmbH):<\/strong> &#8222;<em>Ich danke f\u00fcr die Frage. Zun\u00e4chst darf ich feststellen, dass alle vier Tunnel im Stuttgarter Bereich im Anhydrid verlaufen. Davon sind die Tunnel nach Bad Cannstatt und Feuerbach aufgefahren, ohne Sch\u00e4den, ohne Hebungen. Auch die Tunnel nach Unter-und Obert\u00fcrkheim sind aufgefahren, ohne Sch\u00e4den, ohne nennenswerte Erhebungen. Deshalb meinen wir, dass wir bis heute unseren Erfolg, was das Auffahren der Tunnel anbelangt, best\u00e4tigen k\u00f6nnen. <\/em><em>Im Fildertunnel fehlen noch einige Kilometer. Es ist allerdings so, dass dieser Tunnel nicht so problematisch ist, was die quellbedingten Probleme anbelangt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Fragen: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wie sicher ist die Aussage, dass auch nach dem eigentlichen Tunnelvortrieb keine Hebungen auftreten werden?<\/strong> In seiner der <a title=\"Video und Presseberichte \u00fcber die S21-Anh\u00f6rung im Verkehrsausschuss des Bundestages\" href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/17-sitzung-des-lenkungskreises-stuttgart-21\/mediaParameter\/show\/Medium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4sentation zur 17. Sitzung des Lenkungskreises Stuttgart 21 am 1. Februar 2017<\/a> hei\u00dft es auf <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/201701-Prognose-Hebungen-Feuerbach.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seite 22<\/a>: &#8222;<em>Hebungen treten in den ersten Jahren nach Einbau der Innenschale auf.&#8220; <\/em>Dies widerspricht seiner Aussage im Verkehrsausschuss.\u00a0 <em><br \/>\n<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Wie kann es sein, dass bereits nach den ersten Vortrieben beim Feuerbacher Tunnel mehr Hebungen als auf 100 Jahre eingeplant aufgetreten sind?<\/strong> In der <a title=\"Video und Presseberichte \u00fcber die S21-Anh\u00f6rung im Verkehrsausschuss des Bundestages\" href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/17-sitzung-des-lenkungskreises-stuttgart-21\/mediaParameter\/show\/Medium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4sentation zur 17. Sitzung des Lenkungskreises Stuttgart 21 am 1. Februar 2017<\/a> hei\u00dft es auf <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/201701-Prognose-Hebungen-Feuerbach.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seite 22<\/a><em> &#8222;Prognoserechnungen zeigen, dass es zu geringen Hebungen kommt. Mit unterschiedlichen Annahmen (vertikale Gebirgsdurchl\u00e4ssigkeit, Dauer der tempor\u00e4ren Entw\u00e4sserung im Bauzustand) ergeben sich Sohlhebungen von weniger als 1 cm in 100 Jahren.&#8220; <\/em>Doch bereits im April 2017 schreibt die<a title=\"Erstmals nimmt Ronald Pofalla als Infrastrukturvorstand der Bahn an einer Lenkungskreissitzung von Stuttgart\u2009 21 teil. Das Spitzengremium will Druck machen bei der kreuzungsfreien Anbindung bei Wendlingen.\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.lenkungskreis-zu-stuttgart-21-pofalla-relativiert-bedeutung-von-s-21.bd4f3d35-4368-4aeb-a9e9-bfcb47cb3833.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> StZ<\/a> :<em> \u201eNach Angaben von S-21-Chef Manfred Leger seien knapp drei Viertel der kritischen Passagen gemeistert. Dabei habe es im Bereich des Tunnels aus Feuerbach Hebungen gegeben. Um bis zu 13 Millimeter habe sich die Oberfl\u00e4che gehoben, die Bewegungen seien aber vor Monaten zum Stillstand gekommen.\u201c<\/em> Ob es bei den 1, 3 cm blieb oder weitere Hebungen gemessen wurden, ist nicht bekannt.<em><br \/>\n<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div>\n<p><strong>Prof. Dr.-Ing. Walter Wittke (WBI GmbH):<\/strong> &#8222;<em>Jetzt zur Frage nach der Teuerung. Es hat zwei Gr\u00fcnde daf\u00fcr gegeben. Der eine Grund war der, dass wir im Jahr 2014 vom Bund beauftragt wurden, die Sch\u00e4den am Engelbrecht-Basistunnel zu bewerten. Ich hatte mich auch vor dem Projekt schon um diese Unterlagen bem\u00fcht. Es lief dort aber ein Gerichtsverfahren, ein Schadensersatzprozess und man konnte mir die Unterlagen vom Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart seinerzeit nicht geben. Ich habe sie dann im Zuge dieses Auftrags bekommen. Das hat zu einer \u00c4nderung gef\u00fchrt. Wir sind von der Knautschzone, die seinerzeit ausgeschrieben wurde, im Tunnel Cannstatt und Feuerbach, in diesen beiden Tunneln abgekommen und haben an dieser Stelle ein U-Profil durchgef\u00fchrt. Das war eine \u00c4nderung, die auch offensichtlich mit Mehrkosten verbunden war. Die Kosten kenne ich nicht im Einzelnen.&#8220;<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wie kann ein Tunnelsachverst\u00e4ndiger nicht \u00fcber die ungef\u00e4hren Mehrkosten eines neuen Bauverfahrens informiert sein, das er selbst vorschl\u00e4gt?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Warum erw\u00e4hnt er nicht, dass der Nutzen des neuen Bauverfahrens mit dem U-Profil durchaus umstritten ist? <\/strong>Dieses neue Bauverfahren hatten die vom Aufsichtsrat der DB AG beauftragten Gutachter, die Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft KPMG und das Schweizer Ingenieurb\u00fcro Ernst, Basler &amp; Partner\u00a0 kritisiert<strong>.\u00a0<\/strong><a title=\"Bahn reagiert auf Kritik wegen untersch\u00e4tztem Anhydrit-Risiko. Doch was ist davon zu halten?\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21311\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">So hei\u00dft es in dem KPMG-Gutachten<\/a> u.a.: \u201e<em>Der Nutzen der zus\u00e4tzlich ausgebrochenen und mit Spritzbeton verf\u00fcllten Ecken in der Sohle des U-Profils zur Minimierung der seitlichen Kluftbildung ist aus unserer Sicht fragw\u00fcrdig. Ausbruchsbedingt treten Spr\u00f6dbr\u00fcche auf, wodurch die Gebirgsdurchl\u00e4ssigkeit erh\u00f6ht und ein Quellvorgang ausgel\u00f6st werden kann. Bei einem U-Profil sind diese Spr\u00f6dbr\u00fcche bei weitem ausgepr\u00e4gter als bei einem Kreisprofil.\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Prof. Dr.-Ing. Walter Wittke (WBI GmbH):<\/strong> &#8222;<em>Die zweite \u00c4nderung, die sich ergeben hat, war eine geologische, auf Cannstatt und Feuerbach. Wir sind\u2013aufgrund der Erkundungen\u2013von zusammenh\u00e4ngenden Linsen ausgegangen; dass wir zumindest ann\u00e4herungsweise die Verh\u00e4ltnisse des Fildertunnels antreffen w\u00fcrden. Das hat sich nicht best\u00e4tigt. <\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wie kann es sein, dass man ann\u00e4hrungsweise von \u00e4hnlichen Verh\u00e4ltnissen wie beim Fildertunnel ausging, obwohl die Tunnell\u00e4ngsschnitte dies eindeutig widerlegen?<\/strong>\u00a0 Aus der Gegen\u00fcberstellung der L\u00e4ngsschnitte des Tunnelbausachverst\u00e4ndigen aus dem Jahr 2010 geht auch f\u00fcr Laien deutlich hervor, dass der rotmarkierte Anhydrit im Feuerbacher und Bad Cannstatter Tunnel v\u00f6llig anders als im Fildertunnel anzutreffen sein wird. W\u00e4hrend im Fildertunnel ein mehrere Kilometer langer Anydritschicht mit einer hohen \u00dcberdeckung erkennbar ist, liegen im Feuerbacher Tunnel drei einzelne tiefliegende Anhydritlinsen mit fast keiner \u00dcberdeckung vor.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-900x900 \" src=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Laengschnitte-2010.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 803px) 100vw, 803px\" srcset=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Laengschnitte-2010.jpg 803w, http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Laengschnitte-2010-300x225.jpg 300w, http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Laengschnitte-2010-768x576.jpg 768w\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"465\" \/><\/p>\n<div>\n<p><em><strong>Prof. Dr.-Ing. Walter Wittke (WBI GmbH):<\/strong> Es ist so, dass die Linsen aufgel\u00f6st sind, das <strong>praktisch \u00fcberall Wasser ist, <\/strong>und das f\u00fchrt zu einem erh\u00f6hten Injektionsaufwand. Das hei\u00dft, die Injektionen zur Abdichtung Anhydrid haben einen wesentlich gr\u00f6\u00dferen Aufwand als prognostiziert. Das sind die beiden Gr\u00fcnde f\u00fcr die Kostenerh\u00f6hung, die ich nennen kann, aus der Sicht des Anhydrids.&#8220;<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Warum wurde nicht nachgehakt, wenn davon die Rede ist, dass jetzt beim Bad Cannstatter und Feuerbacher Tunnel die Linsen aufgel\u00f6st sind und\u00a0 in der N\u00e4he des stark quellf\u00e4higen Anhydrits &#8222;\u00fcberall Wasser&#8220; anzutreffen ist? <\/strong>Diese \u00e4u\u00dferst kritische Situation unter dem Killesberg wird zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit einger\u00e4umt. Zuvor gab es nur Andeutungen, wie die <a title=\"Zum ersten Durchschlag beim Feuerbacher Tunnel, dem \u201evielleicht kompliziertesten Tunnelbau Deutschlands\u201c\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=27760\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aussage des Abschnittleiters Christoph Lienhardt, dass es sich beim Feuerbacher Tunnel den \u201evielleicht kompliziertesten Tunnelbau Deutschlands\u201c handle.\u00a0<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Warum wurden Warungen von erfahrenen Geologen im Vorfeld ignoriert?<\/strong> So hatte der vom Netzwerk Killesberg beauftragte Geologe Dr. Hermann Behmel in <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Behmel-S-21-Kriegsberg-Killesberg-Kernerviertel-Juni-13.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">seiner Stellungnahme vom 23. Juni 2013 <\/a>auf das Risiko des Tunnelbaus im Anhydrit unter dem Kriegs- und Killesberg hingewiesen, bei dem sich aufgrund der St\u00f6rungen, oft breite Gesteinszer\u00fcttungen, der Wasserzutritt in den Anhydrit kaum vermeiden liese. Die Einw\u00e4nde der Netzwerke und ihres Sachverst\u00e4ndigen wurden vom Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart als Anh\u00f6rungsbeh\u00f6rde damals lediglich zu den Akten genommen. Dabei hatte Prof. Dr. Wittke bereits Ende 2013 im <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.ernst-und-sohn.de\/taschenbuch-f%C3%BCr-den-tunnelbau-2014?tab=inhalt#rs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jahrbuch \u201eTunnelbau 2014\u201c<\/a>\u00a0 einen\u00a0 <a title=\"\" href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=mXDrAQAAQBAJ&amp;pg=PA50-IA92&amp;lpg=PA50-IA92&amp;dq=Tunnelbau+2014+Kunstharzinjektionen&amp;source=bl&amp;ots=d0L4r4beru&amp;sig=Uxtun38_8UFoAkkWGC-oaKWYZ4Y&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiV8YeXn7nYAhVEC-wKHQkfBGcQ6AEINzAC#v=onepage&amp;q=Tunnelbau%202014%20Kunstharzinjektionen&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Aufsatz\u00a0 \u00fcber die Bautechnik zus\u00e4tzlicher Kunstharzinjektionen beim S21-Tunnelbau<\/a> ver\u00f6ffentlicht, die den Wasserzutritt beim Feuerbacher und Bad Cannstatter Tunnel unter dem Kriegs- und Killesberg verhindern soll.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Prof. Dr.-Ing. Walter Wittke (WBI GmbH):<\/strong> &#8222;<em>Die Frage nach den Risiken. Ich bin der Meinung,dass wir praktisch keine Risiken mehr haben. Woher nehme ich die Sicherheit? Ich habe mich mit meinem Team\u2013, ich bin emeritierter Professor der RWTH Aachen, wie Sie vielleicht wissen\u2013ich habe mich auch in meiner Hochschulzeit schon seit den 70iger Jahren mit der Problematik des Quellens befasst. Wir haben ein Modell entwickelt. Es gibt ein Versuchsbauwerk im Freudensteintunnel, das die Deutsche Bahn betrieben hat\u2013den k\u00f6nnen Sie heute noch besichtigen\u2013, das mit Messeinrichtungen versehen war, und den wir mit unseren Modellen kalibriert haben. Daraus haben wir unsere Schl\u00fcsse gezogen. Das ist einmal trockner Vortrieb, in Vergangenheit sind an demTunnel beim nassen Vortrieb beim Bau viele Quellhebungssch\u00e4den aufgetreten, in der Schweiz, in Deutschland auch. Wir haben die wasserf\u00fchrenden \u00c4u\u00dferungsfronten durch vorauseilende Polyurethaninjektionen abgedichtet. Ich sagte schon, wir haben das U-Profil gemacht. Wir haben w\u00e4hrend des Baus Proben entnommen und den Anhydridgehalt bestimmt. Auch Erkundungsbohrungen; nach oben wurden erg\u00e4nzende Bohrungen gemacht. Wir haben Abdichtungsinjektionen, also die aufgelockerten Zonen abgedichtet, um dem Wasser den Zutritt zu erschweren. Ich bin der Meinung, dass wir mit diesen Ma\u00dfnahmen die Tunnel erfolgreich herstellen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Warum musste <\/strong><strong>trotz der jahrzehntelangen Forschung <\/strong><strong>die Bauweise beim Feuerbacher und Bad Cannstatter Tunnel\u00a0 komplett umgeplant werden?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Warum wurde nicht erw\u00e4hnt, dass die Kombination dieser Schutzma\u00dfnahmen erstmals beim Tunnelbau im Anhydrit angewandt wird? <\/strong>Im Januar 2017 berichtete Matthias Gastel, Bundestagsabgeordneter der Gr\u00fcnen, berichtet auf seiner Webseite \u00fcber eine <a title=\"\" href=\"http:\/\/www.matthias-gastel.de\/anhydrit-tunnelbautechnik-noch-nicht-erprobt\/#.Wn83Z-cxnIU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anfrage zum Tunnelbau im Anhydrit an die Bunderegierung<\/a> und stellt fest, dass die <em>\u201e<\/em><em>Bundesregierung erschreckend ahnungslos sei\u201c<\/em>.\u00a0 <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.bei-abriss-aufstand.de\/wp-content\/uploads\/Kleine_Anfrage_Gastel_und_Antwort_Barthle.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Er hat bei der Bundesregierung nachgefragt<\/a><em>, \u201eob es bereits fertiggestellte Tunnel gibt, die nach diesem Verfahren gebaut wurden und ob es im Nachhinein Probleme durch aufquellendes Anhydrit gegeben hat. Die Bundesregierung konnte jedoch trotz mehrmaliger Nachfragen \u2013 und obwohl sie sich erfahrungsgem\u00e4\u00df bei derartigen Fragen bei der Deutschen Bahn erkundigt \u2013 keinen einzigen Tunnel benennen, der in dieser Bauweise gebaut und in bereits in Betrieb genommen wurde.\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Prof. Dr.-Ing. Walter Wittke (WBI GmbH):<\/strong> &#8222;Wir haben nat\u00fcrlich auch verglichen, was bei anderen <\/em><em>Tunneln war. Auch die Schweizer Tunnel, soweit uns die Unterlagen zug\u00e4nglich waren, haben wir verglichen. Wir haben die Ursachen erkennen k\u00f6nnen, aus denen heraus dort Sch\u00e4den waren. Deshalb bin ich der Meinung, dass wir\u2013sicherlich kann man Risiken konstruieren, immerhin kann man das im wissenschaftlichen Bereich\u2013aber aus praktischer Sicht meine ich, k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass die Tunnel betriebsfertig <\/em><em>bleiben \u00fcber viele Jahre. Unsere Prognosezeit ist 100 Jahre und ich lebe dann vermutlich nicht mehr und Sie k\u00f6nnen mich daf\u00fcr nicht mehr zur Rechenschaft ziehen. Aber ich denke mal, es werden viele Jahre sein. &#8222;<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Warum erw\u00e4hnt er nicht, dass die Wirksamkeit der Schutzma\u00dfnahmen konkret von den vom Aufsichtsrat der DB AG beauftragten Experten angezweifelt wird?\u00a0<\/strong> Die vom Aufsichtsrat der DB AG beauftragten Gutachter, die Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft KPMG und das Schweizer Ingenieurb\u00fcro Ernst, Basler &amp; Partner,\u00a0 <a title=\"Bahngutachter attestieren Stuttgart 21 untersch\u00e4tzte Risiken beim Tunnelbau und -betrieb wegen Anhydrit\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21397\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">warnen in einem streng vertraulichen Gutachten auf das untersch\u00e4tzte Risiko beim Tunnelbau im Anhydrit bei Stuttgart 21<\/a> hin. Das Fazit der Studie: Es gebe f\u00fcr Tunnel im Anhydrit generell \u201e<em>keine bautechnische L\u00f6sung<\/em>\u201c, die eine risiko- und unterhaltsfreie Nutzung \u00fcber Jahrzehnte zuverl\u00e4ssig sicherstellen k\u00f6nne. Insofern m\u00fcsse man sich bewusst sein, dass bei jedem dieser Bauwerke <em>\u201eein im Ingenieurbau un\u00fcblich gro\u00dfes Risiko f\u00fcr die Betriebstauglichkeit besteht<\/em>\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Warum erw\u00e4hnt er nicht, dass <\/strong><strong>nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung (<a title=\"StZN: Wie dicht sind die S21-Tunnel?\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.problem-anhydrit-wie-dicht-sind-die-s21-tunnel.23dcd50f-939d-47bd-9308-fcae410b8c71.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>) selbst <\/strong><strong>die Tunnelbaufirma\u00a0 diese neue Technik im Anhydrit zum Schutz vor eindringendes Wasser als nicht &#8222;nachhaltig&#8220; bezeichnet?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong><strong>Wie kann man sicher sein, dass die in die Risse und Kl\u00fcfte gespritzten Kunstharzinjektionen tats\u00e4chlich bis zu 100 Jahre halten und nicht spr\u00f6de und f\u00fcr Wasser durchl\u00e4ssig werden? <\/strong><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Alamierend ist, dass Herr Prof. Dr. Wittke vor dem Ausschuss einr\u00e4umen musste, dass die Anydritlinsen im Bad Cannstatter und Feuerbacher Tunnel nahezu &#8222;aufgel\u00f6st&#8220; sind und &#8222;\u00fcberall Wasser&#8220; anzutreffen war.\u00a0 Die Acrylatgel-Injektionen m\u00fcssen daher jeden Riss abdecken und das Material auf mindestens 100 Jahre die Abdichtung gew\u00e4hrleisten. Bis heute wurden jedoch die betroffenen Eigent\u00fcmer am am Kriegs- und Killesberg nicht \u00fcber die angetroffenen geologischen Verh\u00e4ltnisse, die Bauweise und die damit verbundenen Risiken informiert. Das Netzwerk Killesberg ist dazu Anfang Juni wegen einer Informationsveranstaltung zum Tunnelbau im Anhydrit auf die B\u00fcrgerbeauftragte der Stadt zugegangen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor mehr als drei Wochen fand die Anh\u00f6rung zu Stuttgart 21 im Verkehrsausschuss des Bundestages statt. Die Berichterstattung konzentrierte sich vor allem auf die Aussagen Thilo Sarrazins, der 2001 als Vorstandsmitglied der DB Netz AG die Rahmenvereinbarung zu S\u200921 zwischen &hellip; <a href=\"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=28898\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[55,40,49,35,47,20,38,30],"tags":[],"class_list":["post-28898","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anhydrit","category-bund","category-feuerbach","category-gablenberg","category-gaensheide","category-killesberg","category-tunnelstrecken","category-wangen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28898","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28898"}],"version-history":[{"count":45,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28898\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29053,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28898\/revisions\/29053"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28898"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28898"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}