{"id":27414,"date":"2018-02-11T02:10:24","date_gmt":"2018-02-11T00:10:24","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=27414"},"modified":"2018-02-13T00:35:14","modified_gmt":"2018-02-12T22:35:14","slug":"anhydrit-muss-neu-in-die-betrachtung-eingezogen-werden-ein-rueckblick-auf-die-salami-taktik-der-bahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=27414","title":{"rendered":"Das Risiko Anhydrit muss &#8222;neu in die Betrachtung eingezogen werden&#8220;. Ein R\u00fcckblick auf die Salami-Taktik der Bahn"},"content":{"rendered":"<p>Die Kostenexplosion bei Stuttgart 21 auf 8,2 Milliarden Euro und die Verschiebung des Inbetriebnahmetermins auf Ende 2025 zeigen deutlich, dass die Bahn die Risiken ihres Gro\u00dfprojekts kleingerechnet hatte. Als einen der Hauptursachen f\u00fcr die Mehrkosten und Bauverz\u00f6gerung benannte Bahnchef Richard Lutz den Tunnelbau im quellf\u00e4higen Gestein Anhydrit. Der Deutschlandfunk (<a title=\"Dlf: Gestiegene Baukosten und weitere Verz\u00f6gerungen\" href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/bahnprojekt-stuttgart-21-gestiegene-baukosten-und-weitere.769.de.html?dram:article_id=409364\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>) zitierte den Bahnchef vor der Aufsichtsratssitzung: &#8222;<em>Und es geht auch um geologische Besonderheiten, die schon bekannt sind &#8211; Stichwort: Anhydrit. Das muss neu in die Betrachtung miteinbezogen werden. Wie baut man dort, wie lange dauert es? Das sind die Themen, die im Moment auf dem Tisch liegen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ein starkes St\u00fcck, dass die Bahn den Anhydrit jetzt als &#8222;neu&#8220; in die Betrachtung zu ziehenden Kostentreiber und Zeitverz\u00f6gerer ausmacht. F\u00fcnfzehn Kilometer Tunnelbau im quellf\u00e4higen Anhydrit war einer der zentralen Kritikpunkte der Geologen und Gegner seit Planungsbeginn von Stuttgart 21. Doch die Bahn und ihr Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr den Tunnelbau, Prof. Dr. Walter Wittke (WBI), wiesen stets auf die Beherrschbarkeit der Risiken durch die vorgesehene Bautechnik hin. Nach und nach muss die Bahn eingestehen, dass unter dem Killesberg immer neue, teure und zeitaufwendige Bauverfahren erforderlich sind, um dem Risiko eines starken und andauernden Quellens zu entgegnen. Der Feuerbacher Tunnel wird laut einem aktuellen Bericht der <a title=\"Kuhn fordert Z\u00fcge f\u00fcr alte G\u00e4ubahnstrecke ein\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-kuhn-fordert-zuege-fuer-alte-gaeubahnstrecke-ein.4b27316a-1625-4cba-81be-9fdd36a8049a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">beiden Stuttgarter Zeitungen<\/a> vom S21-Chef Manfred Leger vor dem S21-Ausschuss des Gemeinderates als &#8222;Knackpunkt&#8220; beim Zeitplan von Stuttgart 21 bezeichnet.<\/p>\n<p>Bis heute wurde die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Hintergr\u00fcnde, die zur &#8222;neuen&#8220; Risikobetrachtung f\u00fchrten, nur unzureichend und die betroffenen Anwohner gar nicht informiert. Die kritischen, vom Aufsichtsrat der DB AG in Auftrag gegebenen Gutachten sind unter Verschluss. Stattdessen betreibt die Bahn weiterhin eine &#8222;Salamitaktik&#8220;.\u00a0\u00a0 Wir m\u00f6chten daher einen kurzen R\u00fcckblick geben:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div><strong>Dezember 2009:<\/strong> Die Bahn r\u00e4umt ein, dass Stuttgart 21 eine Milliarde Euro teurer wird. 8oo Millionen Einsparungen werden als Gegenma\u00dfnahmen pr\u00e4sentiert um unter der ausstiegsrelevanten Grenze von 4,5 Milliarden Euro zu bleiben, so dass ein Baustart im Februar 2010 m\u00f6glich ist. Als eine der Einsparpotentiale werden geringere R\u00f6hrenquerschnitte und d\u00fcnnere Betonw\u00e4nde der Tunnel ausgemacht. Dabei waren die dicken Tunnelw\u00e4nde auch den Quelldr\u00fccken durch den Anhydrit geschuldet. Die <a title=\"Winnie Hermann: Grube: Wir bauen Tunnels und keine Bunker\" href=\"http:\/\/winnehermann.de\/2010\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/091212_SN_-Grube_-Wir_bauen_Tunnels_und_keine_Bunker.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">StZ <\/a>zitiert Bahnchef R\u00fcdiger Grube: <em>&#8222;Wir wollen sichere Tunnel bauen, aber keine Bunker&#8220;<\/em>.<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Oktober 2010:<\/strong> In der Schlichtung (<a href=\"http:\/\/www.schlichtung-s21.de\/fileadmin\/schlichtungs21\/Redaktion\/pdf\/101120\/2010-11-20_Wortprotokoll.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Protokoll S.10ff<\/a> \/<a href=\"http:\/\/www.schlichtung-s21.de\/mitschnitte_schlichtung.html\">Videos<\/a>)\u00a0 verweist der Tunnelbausachverst\u00e4ndige der Bahn bei Stuttgart 21, <a title=\"\" href=\"http:\/\/www.schlichtung-s21.de\/fileadmin\/schlichtungs21\/Redaktion\/pdf\/101120\/Wittke%20Tunnel%20des%20Projekts%20S21%202010-11-20.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Prof. Dr. Walter Wittke (WBI), <\/a>auf seine langj\u00e4hrigen Forschungen und Erfahrungen beim Bau der S-Bahn-Wendeschleife und des Hasenbergtunnels. Er beteuert die doppelte Sicherheit durch \u201e<em>G\u00fcrtel und Hosentr\u00e4ger&#8220; mit\u00a0<a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Prof-Wittke-Folie-Abdichtbauwerke.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Dammringen als Abdichtungsbauwerke jeweils vor und hinter einer Anhydritschicht<\/a><\/em>. An den Dammringen sollen jeweils\u00a0 Injektionenkr\u00e4nze zus\u00e4tzlich vor Wassereintritt sch\u00fctzen. Bei den besonders kritischen Tunnel nach Feuerbach und Bad Cannstatt unter dem Kriegs- und Killesberg soll das &#8222;<em>bew\u00e4hrte Bauverfahren<\/em>&#8220; mit einer Knautschzone nach dem Ausweichprinzip zum Einsatz kommen. Der von den Projektgegnern beauftragte<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.phoenix.de\/sixcms\/media.php\/54\/00_Sierig_Georisiken_beim_Tunnelbau_%20Stuttgart_21.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Geologe Dr.Jakob Sierig <\/a>zeigt auf, dass nur in Ausnahmef\u00e4llen keinerlei Quellungen beim Tunnelbau in diesem Gestein eingetreten sind. Die Quellprozesse k\u00f6nnten auch noch Jahre bzw. Jahrzehnte sp\u00e4ter einsetzen und Folgekosten f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfige Instandsetzungen in mehr als dreistelliger Millionenh\u00f6he verursachen. So sind beim 1999 gebauten Engelbergtunnel trotz des angewandten Ausweichprinzips Sch\u00e4den durch den Quelldruck aufgetreten. Dr. Sierig zieht das Fazit, dass zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fcssten und sich der Tunnelbau im quellenden Gipskeuper &#8222;<em>noch im Pionierstadium befindet. Auch die Stuttgart-21-Tunnel werden mit Sicherheit Prototypen sein<\/em>.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Juli 2011:<\/strong> <a title=\" Geheimpapier zu Stuttgart 21 - Wie die Bahn die wahren Kosten verschleiert \" href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/geheimpapier-zu-stuttgart-21-wie-die-bahn-die-wahren-kosten-verschleiert-1708627.html\">Arno Luik berichtet im Stern 2011<\/a> \u00fcber die bahninterne, geheime Risiken-Liste des damaligen Projektleiters Hany Azers. Wie zahlreiche weitere Risiken werden darin die Erschwernisse des Tunnelbau im Anhydrit mit Null Euro angesetzt, weil die Bahn Risken bei Stuttgart 21 mit einer gesch\u00e4tzten Eintrittswahrscheinlichkeit unter 50% kostenm\u00e4\u00dfig nicht ber\u00fccksichtigt. 2013 ver\u00f6ffentlichen die Ingenieure 22 als Abschrift die<a title=\"Bahninternes Dokument weist auf Risiken beim Tunnelbau hin\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=547\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> vollst\u00e4ndige Risiken-Liste\u00a0<\/a> und werfen der Bahn Kostenvertuschung vor.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Sommer\/Herbst 2013: <\/strong>Die Netzwerke fordern im Rahmen des \u00f6ffentlichen Plan\u00e4nderungsverfahrens zum Grundwassermanagement\u00a0<a title=\"Keine Alibiveranstaltung an nur einem Tag \u2013 Eigent\u00fcmer fordern umfassende Abkl\u00e4rung der Geb\u00e4uderisiken bei der Fortsetzung der Er\u00f6rterung zum Grundwassermanagement\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=941#more-941\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> eine ausf\u00fchrliche Behandlung der Geb\u00e4uderisiken<\/a> und wenden sich auch <a title=\"Netzwerke wenden sich wegen Kostenrisiken an den Bundesrechnungshof\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=468\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in einem Schreiben an den Bundesrechnungshof<\/a>. Der vom Netzwerk Killesberg beauftragter Geologe Dr. Hermann Behmel weist in <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Behmel-S-21-Kriegsberg-Killesberg-Kernerviertel-Juni-13.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">seiner Stellungnahme vom 23. Juni 2013 <\/a>auf das Risiko des Tunnelbaus im Anhydrit unter dem Kriegs- und Killesberg hin, bei dem sich aufgrund der St\u00f6rungen, oft breite Gesteinszer\u00fcttungen, der Wasserzutritt in den Anhydrit kaum vermeiden l\u00e4sst. In seiner <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Behmel-Protokoll-13.09.13.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pr\u00e4sentation vom 13. September 2013 <\/a>weist er auf die mangelnde Vergleichbarkeit der Geologie der S21-Tunnel durch den Anhydrit mit dem Bau des S-Bahntunnels unter dem Hasenberg hin. Das Netzwerk Killesberg kritisiert dar\u00fcber hinaus, dass die Bahn auf der Er\u00f6rterung entgegen den urspr\u00fcnglichen Planfeststellungsunterlagen und ohne weitere Erkundungsbohrungen einen neuen geologischen L\u00e4ngsschnitt des Feuerbacher Tunnels mit einer deutlich l\u00e4ngeren Anhydritlinse 2\u00a0 pr\u00e4sentiert (<a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/PFA-1.5.-L\u00e4ngsschnitt-Tunnel-Feuerbach-06_Anlage_19_02_01_Blatt_01A_von_02.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">L\u00e4ngsschnitt Planfeststellung\u00a0 PFA 1.5. <\/a>\/ vermutete Anhydritlinsen blau-gestrichelt mit &#8222;A&#8220; gekennzeichnet\u00a0 \/ <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Anhydrit-Tunnel-Feuerbach.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">L\u00e4ngsschnitt WBI ab 2010 <\/a>\/ vermutete Anhydritlinse rot eingezeichnet). Die Einw\u00e4nde der Netzwerke und ihres Sachverst\u00e4ndigen werden vom Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart als Anh\u00f6rungsbeh\u00f6rde lediglich zu den Akten genommen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Oktober 2013:<\/strong> Im <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.ernst-und-sohn.de\/taschenbuch-f%C3%BCr-den-tunnelbau-2014?tab=inhalt#rs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jahrbuch &#8222;Tunnelbau 2014&#8220;<\/a> erscheint ein in der \u00d6ffentlichkeit unbeachteter <a title=\"\" href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=mXDrAQAAQBAJ&amp;pg=PA50-IA92&amp;lpg=PA50-IA92&amp;dq=Tunnelbau+2014+Kunstharzinjektionen&amp;source=bl&amp;ots=d0L4r4beru&amp;sig=Uxtun38_8UFoAkkWGC-oaKWYZ4Y&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiV8YeXn7nYAhVEC-wKHQkfBGcQ6AEINzAC#v=onepage&amp;q=Tunnelbau%202014%20Kunstharzinjektionen&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Aufsatz von Prof. Dr. Walter Wittke \u00fcber die Bautechnik von\u00a0 Kunstharzinjektionen beim S21-Tunnelbau<\/a>, die den Wasserzutritt beim Feuerbacher und Bad Cannstatter Tunnel unter dem Kriegs- und Killesberg verhindern soll.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Jahr 2014:<\/strong> Gutachten von Prof. Dr. Wittke (WBI) zum Dauersanierungsfall Engelbergtunnel (<a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/201701-Wittke-S-13-Engelbergbasistunnel.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Folie WBI 01\/2017<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>November 2015:<\/strong> Auf der bislang <a title=\"Offene Fragen auf der Informationsveranstaltung f\u00fcr den Norden. Kein Zeitplan, keine Zahlen zu L\u00e4rmpegel und Lkw-Verkehr\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=12879\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einzigen \u00f6ffentlichen Anwohnerveranstaltung f\u00fcr die Anwohner im Stuttgarter Norden<\/a> werden die Risiken durch Anhydrit und die unter dem Kriegs- und Killesberg vorgesehene Bautechnik trotz der eingereichten Fragen des Netzwerks weitgehend ausgespart.<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Dezember 2015<\/strong>: <a title=\"StZ: Der Tunnel muss schon wieder saniert werden\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=13435\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der 1999 erbaute Engelbergtunnel muss erneut saniert werden<\/a>. Die StZ schreibt<em>,<\/em> dass die &#8222;<em>Die Planer von Stuttgart 21 durch die Entwicklung in Leonberg gewarnt sein sollten&#8220;.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Januar 2016<\/strong>: Das Netzwerk Killesberg hakt in einem <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/16_01_13-DB-Treffen-Res%C3%BCmee-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gespr\u00e4ch mit der Projektgesellschaft wegen offener Fragen aus der Infosveranstaltung <\/a>nach den Risiken der Sprengungen im Anhydrit nach. Mit der schriftlichen Antwort, dass die <em>\u201eMa\u00dfnahmen zur Gew\u00e4hrleistung der Unversehrtheit der Tunnelbauwerke so umfangreich sind, dass f\u00fcr die Bauwerke \u00fcber dem Tunnel keine Gefahr besteht<\/em>\u201c, will sich das Netzwerk nicht zufrieden geben. Ein Vorstand des Netzwerks verweist auf den S-Bahn-Bau, wo im Anhydrit nur ausnahmsweise gesprengt und ansonsten gefr\u00e4st wurde. Auf seinen Einwand, dass die Projektgesellschaft es hier an Sorgfalt mangeln lasse, wird er als &#8222;Verschw\u00f6rungstheoretiker&#8220; bezeichnet.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Juni 2016:<\/strong> Im Zuge der Kostenexplosion von 623 Millionen Euro Juni 2016 r\u00e4umt die Projektgesellschaft \u00f6ffentlich ein, dass <a title=\"G\u00fcrtel und Hosentr\u00e4ger reichen nicht. Zum neuen 144 Millionen Euro teuren Bauverfahren im Anhydrit\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=17608\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">im Cannstatter und Feuerbacher Tunnel das in der Schlichtung pr\u00e4sentierte Bauverfahren doch nicht ausreichend ist<\/a>. Nach dem Gutachten im Jahr 2014 zum Dauersanierungsfall Engelbergtunnel habe WBI eine neue Bauweise empfohlen. Statt einer Knautschzone nach dem Ausweichprinzip mit kreisrunden Tunnelquerschnitt werden im Anhydrit jetzt ein U-Profil mit verst\u00e4rktem Betonboden gebaut. Zus\u00e4tzlich werden zum Schutz vor eindringendes Wasser in den relevanten Bereichen umfangreiche Injektionen mit Acrylatgelen zur Abdichtung des umliegenden Gebirgs und der bei den Sprengungen entstandenen Auflockerungszonen durchgef\u00fchrt. Dieses Bauverfahren soll zus\u00e4tzlich 144 Millionen Euro kosten.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>September 2016:<\/strong> Bahnchef R\u00fcdiger Grube sichert er bei der Grundsteinlegung des Tiefbahnhofs\u201c die Einhaltung des Finanzierungsrahmen zu. Dieser w\u00fcrde \u201e<em>gen\u00fcgend Vorsorgepositionen<\/em>\u201c vorsehen. Zitat aus seiner Rede (<a title=\"Youtube: Bahnchef R\u00fcdiger Grube SWR 16.09.2016 - Grundsteinlegung\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?time_continue=4&amp;v=ra1t3EZga5Y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Video<\/a>): \u201e<em>Selbst wenn alle Kostenrisiken eintreten, bliebe Stuttgart 21 innerhalb des Finanzierungsrahmens von 6,5 Milliarden Euro<\/em>.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Oktober 2016:<\/strong> Die S\u00fcdwestpresse berichtet <a title=\"SWP: Engelbergtunnel: Anhydrit bremst Sanierer\" href=\"http:\/\/www.swp.de\/ulm\/nachrichten\/suedwestumschau\/engelbergtunnel_-anhydrit-bremst-sanierer-13848595.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber die erneut erforderliche Sanierung des Engelbergtunnels. <\/a>450 Meter liegen bei diesem Stra\u00dfentunnel im kritischen, quellf\u00e4higem Anhydritgestein, davon gelten 175 Meter als gef\u00e4hrdet. Als zus\u00e4tzliche Schutzma\u00dfnahmen muss dort die Fahrbahnplatte \u00fcber der drei Meter dicken Betonschale verst\u00e4rkt werden. Die W\u00e4nde und Decke bekommen ein Stahlgerippe, das mit Beton ausgegossen wird. In dem SWP-Artikel werden die Auswirkungen dieser Sanierungsarbeiten f\u00fcr Stuttgart 21 deutlich: &#8222;<em>Verkehrsminister Winfried Hermann (Gr\u00fcne) spricht von \u201eerheblichen Folgen\u201c f\u00fcr das Jahrhundertprojekt. Der Tunnel in Feuerbach m\u00fcsse mit einem zus\u00e4tzlichen Gitternetz umgeben werden, erkl\u00e4rte der Minister, damit \u201edas Gestein wasserdicht wird\u201c. <\/em><em>Urspr\u00fcnglich habe die Bahn diesen Aufwand nicht eingeplant gehabt, sagte Hermann. Er schloss nicht aus, dass weitere Abschnitte von S\u200521 so abgesichert werden m\u00fcssen: \u201eBei einer so gro\u00dfen Bauma\u00dfnahme wei\u00df man nie, was noch kommt.\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Dezember 2016: <\/strong>Die vom Aufsichtsrat der DB AG beauftragten Gutachter, die Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft KPMG und das Schweizer Ingenieurb\u00fcro Ernst, Basler &amp; Partner,\u00a0 <a title=\"Bahngutachter attestieren Stuttgart 21 untersch\u00e4tzte Risiken beim Tunnelbau und -betrieb wegen Anhydrit\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21397\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">warnen in einem streng vertraulichen Gutachten auf das untersch\u00e4tzte Risiko beim Tunnelbau im Anhydrit bei Stuttgart 21<\/a> hin. Das Fazit der Studie: Es gebe f\u00fcr Tunnel im Anhydrit generell \u201e<em>keine bautechnische L\u00f6sung<\/em>\u201c, die eine risiko- und unterhaltsfreie Nutzung \u00fcber Jahrzehnte zuverl\u00e4ssig sicherstellen k\u00f6nne. Insofern m\u00fcsse man sich bewusst sein, dass bei jedem dieser Bauwerke <em>\u201eein im Ingenieurbau un\u00fcblich gro\u00dfes Risiko f\u00fcr die Betriebstauglichkeit besteht<\/em>\u201c.\u00a0 Die Gutachter weisen auf das Risiko hin, wenn die Bahn wie geplant den Cannstatter und den Feuerbacher Tunnel ein bis zwei Jahre nach dem Vortrieb mit der Spritzbetonausbruchsicherung stehen lassen w\u00fcrde, bevor das Innengew\u00f6lbe betoniert wird. Laut den Gutachtern besteht w\u00e4hrend dieser Sicherheitsma\u00dfnahme ein Risiko, dass Quelldr\u00fccke allein auf die Ausbruchsicherung wirken und dann zus\u00e4tzlich diese Sch\u00e4den vor der Innenverschalung des Tunnels behoben werden m\u00fcssen. Trotz der von der Bahn gew\u00e4hlten Sicherungsmethoden muss nach Einsch\u00e4tzung der Gutachter \u201e<em>dennoch damit gerechnet werden, dass es zu Wasserzutritten kommen kann. Die Erfahrung zeigt, dass \u201eTunnelbau ohne Wasser\u201c nicht m\u00f6glich ist. Insofern halten wir es nicht f\u00fcr realistisch, dass das Quellen des Anhydrits mit absoluter Sicherheit vermieden werden kann.\u201c <\/em>Beim Feuerbacher Tunnel rechnen sie allein bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 mit einem Baurisiko im Anhydrit von Hebungen \u00fcber 10 cm, die sich bis zur Gel\u00e4ndeoberfl\u00e4che auswirken, von bis zu 13,5 %. Auch das neue Bauverfahren mit dem U-Profil beim Cannstatter und Feuerbacher Tunnel wird von den Gutachtern wegen der verst\u00e4rkten Spr\u00f6dbr\u00fcche als kritisch gesehen<strong>.<\/strong><\/li>\n<li>Auch der <a title=\"Auch der Rechnungshof warnt vor Tunnelrisiken\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-rechnungshof-warnt-vor-tunnelrisiken.baa97016-7764-4bf3-9e10-f191f3ec28bb.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bundesrechnungshof warnt laut einem StZ-Bericht vor den Tunnelbaurisiken im Anhydrit<\/a>. Der Rechnungshof sch\u00e4tzt\u00a0 laut StZ &#8222;<em>die Risiken von Bodenhebungen wegen Anhydrits als \u201enoch viel problematischer\u201c ein als bei Stra\u00dfentunneln wie dem A-81-Engelbergtunnel bei Leonberg, der nach Quelldrucksch\u00e4den bald umfassend saniert und teilgesperrt werden muss. Die Kontrollbeh\u00f6rde schlie\u00dft auf konkrete Nachfrage bei den Stuttgart-21-Tunneln eine Gef\u00e4hrdung der Betriebssicherheit, lange Sperrungen zur Sanierung und ein daraus resultierendes Verkehrschaos ausdr\u00fccklich nicht aus.&#8220;<\/em><\/li>\n<li>Die Projektgesellschaft l\u00e4dt zu einem <a title=\"Bahn reagiert auf Kritik wegen untersch\u00e4tztem Anhydrit-Risiko. Doch was ist davon zu halten?\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21311\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pressegespr\u00e4ch mit ihrem Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr den Tunnelbau, Prof. Dr-Ing. Walter Wittke (WBI) <\/a>ein. Dem Pressegespr\u00e4ch geht eine Pressemitteilung\u00a0 voraus, in der trotz des Risikos die Sicherheit des Bauverfahrens dank der jahrelangen Forschungsarbeit\u00a0 und praktischen Erfahrung ihres\u00a0 Sachverst\u00e4ndigen betont wird.<\/li>\n<li><a title=\"Pressemitteilung: Risiko Anhydrit \u2013 S21-Anwohnernetzwerke fordern Garantien von Bahn und Bund\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21430\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Netzwerke fordern f\u00fcr die \u00fcber den Anhydritstrecken liegenden Grundst\u00fccke Garantien der Bahn und des Bundes<\/a>, dass jeder Schaden an Geb\u00e4uden, der im Zusammenhang mit dem Tunnelbau steht, vollumf\u00e4nglich \u00fcbernommen wird.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Januar 2017: <\/strong>Matthias Gastel, Bundestagsabgeordneter der Gr\u00fcnen, berichtet auf seiner Webseite \u00fcber eine <a title=\"\" href=\"http:\/\/www.matthias-gastel.de\/anhydrit-tunnelbautechnik-noch-nicht-erprobt\/#.Wn83Z-cxnIU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anfrage zum Tunnelbau im Anhydrit an die Bunderegierung<\/a> und stellt fest, dass die <strong><em>&#8222;<\/em><\/strong><em>Bundesregierung erschreckend ahnungslos sei&#8220;<\/em><strong>.\u00a0 <\/strong><a title=\"\" href=\"https:\/\/www.bei-abriss-aufstand.de\/wp-content\/uploads\/Kleine_Anfrage_Gastel_und_Antwort_Barthle.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Er hat bei der Bundesregierung nachgefragt<\/a><em>, &#8222;ob es bereits fertiggestellte Tunnel gibt, die nach diesem Verfahren gebaut wurden und ob es im Nachhinein Probleme durch aufquellendes Anhydrit gegeben hat. Die Bundesregierung konnte jedoch trotz mehrmaliger Nachfragen \u2013 und obwohl sie sich erfahrungsgem\u00e4\u00df bei derartigen Fragen bei der Deutschen Bahn erkundigt \u2013 keinen einzigen Tunnel benennen, der in dieser Bauweise gebaut und in bereits in Betrieb genommen wurde.&#8220;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Februar 2017: <\/strong>Die Projektgesellschaft und ihr Tunnelbau-Sachverst\u00e4ndiger Prof. Dr. Walter Wittke (WBI) k\u00f6nnen auf der <a title=\"Erneut keine Transparenz im Expertenstreit wegen Baurisiko im Anhydrit. Bahn ver\u00f6ffentlicht nur Argumente ihres Tunnelbausachverst\u00e4ndigen\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=22123\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sondersitzung des Lenkungskreises \u00fcber die Baurisiken im Anhydrit<\/a> die Projektpartner von Stadt, Land und Region sowie die Gutachter von Ernst, Basler + Partner nicht \u00fcberzeugen. Die Projektgesellschaft ver\u00f6ffentlicht auf ihrer Webseite nur die Argumente ihres Sachverst\u00e4ndigen. Die Pr\u00e4sentation des Ingenieurb\u00fcros Ernst, Basler + Partner bleibt wie auch das KPMG-Gutachten unter Verschluss. Die <a title=\"SWP: Leitartikel: Der S-21-Lenkungskreis verspielt Vertrauen\" href=\"https:\/\/www.swp.de\/suedwesten\/landespolitik\/s-21_-der-lenkungskreis-verspielt-vertrauen-23330373.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SWP <\/a>schreibt in einem Kommentar: \u201e<em>Das Unternehmen [Bahn] gibt weiterhin nur preis, was es muss oder was durch ein gestreutes Gutachten ohnehin bekannt ist. Es ist die Fortsetzung einer v\u00f6llig asynchronen Informationspolitik. Eine Strategie, die die Bahn aber nur fahren kann, weil man sie l\u00e4sst: Der Politik gelingt keine unabh\u00e4ngige Kontrolle. Sie negiert fortw\u00e4hrend jede Verantwortung, obwohl das Projekt von Bundeskanzlerin Angela Merkel einst zur Chefsache erkl\u00e4rt wurde.&#8220;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Mai 2017:<\/strong> Auf der <a title=\"Pr\u00e4sentationen und Videos der Rathausveranstaltung \u201eStuttgart 21: Der Tunnelbau und die Risiken f\u00fcr die Anwohner\u201c\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=22819\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">S\u00d6S LINKE Plus-Fraktion-Veranstaltung im Rathaus <\/a>spricht der Geologe Dr. Jakob Sierig erneut \u00fcber die <a title=\"\" href=\"http:\/\/ingenieure22.de\/cms\/images\/publikat\/anhydrit\/Vortrag-Sierig-2017-aktuell.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Risiken des Tunnelbaus im Anhydrit und die Folgen f\u00fcr den Bahnverkehr<\/a>. Er geht darin auf die neue Bautechnik und das KPMG-Gutachten ein und weist auf die Risiken aufgrund von St\u00f6rungszonen beim Bau des Fildertunnels durch das Anhydritgestein hin.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>April 2017:\u00a0<\/strong> <a title=\"Wor\u00fcber informierte die Bahn auf dem letzten Lenkungskreis und wor\u00fcber nicht?\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=23725\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Bahn informiert auf dem Lenkungskreis<\/a> ihre Projektpartner auch \u00fcber den &#8222;Sachstand Anhydrit im PFA 1.5.&#8220; Die<a title=\"Erstmals nimmt Ronald Pofalla als Infrastrukturvorstand der Bahn an einer Lenkungskreissitzung von Stuttgart\u2009 21 teil. Das Spitzengremium will Druck machen bei der kreuzungsfreien Anbindung bei Wendlingen.\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.lenkungskreis-zu-stuttgart-21-pofalla-relativiert-bedeutung-von-s-21.bd4f3d35-4368-4aeb-a9e9-bfcb47cb3833.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> StZ<\/a> schreibt: &#8222;<em>Nach Angaben von S-21-Chef Manfred Leger seien knapp drei Viertel der kritischen Passagen gemeistert. Dabei habe es im Bereich des Tunnels aus Feuerbach Hebungen gegeben. Um bis zu 13 Millimeter habe sich die Oberfl\u00e4che gehoben, die Bewegungen seien aber vor Monaten zum Stillstand gekommen.\u201c <\/em>Dass die Bahn nicht ausschlie\u00dfen kann, dass es auch bei den 13 Millimeter bleiben k\u00f6nnte, zeigt die <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/20170428-Auszug-PFA-1.5.-Anhydrit.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Folie zum Sachstand Anydrit im PFA 1.5.<\/a> Danach laufen auch Untersuchungen f\u00fcr h\u00f6henjustierbare Ausgleichsma\u00dfnahmen von bis zu 30 cm.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Mai 2017:<\/strong> Die Projektgesellschaft und ihr Tunnelbau-Sachverst\u00e4ndiger Prof. Dr. Walter Wittke (WBI)<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/mediathek\/detail\/media\/bericht-zum-tunnelbau-im-anhydrithaltigen-gestein-gemeinderat-stuttgart\/mediaParameter\/show\/Medium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> informieren im Ausschuss f\u00fcr Umwelt und Technik des Gemeinderats<\/a> \u00fcber &#8222;die zentralen Aspekte zum Tunnelbau im anhydrithaltigen Gestein&#8220;. Darin ist von den neuen, zus\u00e4tzlichen Bauverfahren, U-Profil und nachlaufende Injektionen, die Rede. Der Sachverst\u00e4ndige und der Co-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Projektgesellschaft, Peter Sturm, schlie\u00dfen aus, dass Sch\u00e4den beim Tunnelbau im Anhydrit auftreten werden. In der <a title=\"Bahn reagiert auf Kritik wegen untersch\u00e4tztem Anhydrit-Risiko. Doch was ist davon zu halten?\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/201701-Wittke-S-20-Schlussfolgerungen.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Folie Zusammenfassung<\/a> ist davon die Rede, dass es sich in den zwei Jahren nach Einbau der Innenschale zeigen werde, ob Hebungen auftreten. Hebungen bis 8 cm k\u00f6nnten durch h\u00f6henadjustierbare Gleissysteme ausgeglichen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>August 2017:<\/strong> Die\u00a0 Bahn ver\u00f6ffentlicht im EU-Amtsblatt Nachtr\u00e4ge f\u00fcr den Bau des Feuerbacher Tunnels. Darin sind von einem<a title=\"\" href=\"http:\/\/ted.europa.eu\/udl?uri=TED:NOTICE:334811-2017:TEXT:DE:HTML&amp;src=0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Gro\u00dfversuch zum &#8222;Einbau einer ungew\u00f6hnlich schweren Bewehrung&#8220;<\/a><em><em>\u00a0 sowie &#8222;<\/em><\/em><a title=\"\" href=\"http:\/\/ted.europa.eu\/udl?uri=TED:NOTICE:334808-2017:TEXT:DE:HTML&amp;src=0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">aufgrund von unerwartet ung\u00fcnstigen geologischen Verh\u00e4ltnissen mit vergleichsweise hohen Bewehrungsgraden<\/a>&#8220; die Rede.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>September 2017:<\/strong> Die Havarie auf der Rheintalbahn sollte<a title=\"Das Risikomanagement der Bahn beim Tunnelbau in Rastatt und Stuttgart 21\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=25107\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> aus Sicht von Verkehrsminister Winfried Hermann ein Weckruf f\u00fcr die Bauherrin Bahn<\/a> auch bei Stuttgart 21 sein. Es gelte die dabei eingegangenen Risiken, insbesondere beim Tunnelbau im quellf\u00e4higen Anhydrit, zu minimieren.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Oktober 2017: <\/strong><\/li>\n<li>Nach dem den Projektpartnern auf dem Lenkungskreis pr\u00e4sentierten <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/201710-Zeitplan.jpg\">Zeitplan\u00a0<\/a> ist nur der Feuerbacher Tunnel ein Jahr in Verzug. Doch unten findet sich der Hinweis zu den beiden Tunneln im PFA 1.5. \u201e<em>Zusatzaufwand zur Anhydritsicherung wird zu weiteren Verz\u00f6gerungen f\u00fchren, Verhandlungen mit Auftragnehmern laufen, Terminauswirkungen nicht absehbar\u201c<\/em>. Laut der <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/20171027-Feuerbacher-Tunnel.jpg\">Folie zum Bad Cannstatter Tunnel <\/a>sind aktuell erst 11% der Radialinjektionen zum Schutz vor eindringendes Wasser durchgef\u00fchrt. Von einer \u201e<em>Abstimmung eines aktualisierten Terminplans unter Ber\u00fccksichtigung der Injektionen, der Juchtenk\u00e4ferthematik und der Schnittstellen zum Ausbau Bahntechnik\/Oberbau<\/em>\u201c ist die Rede.<\/li>\n<li>Die Projektgesellschaft informiert im<a title=\"Zur Pr\u00e4sentation der Bahn im Bezirksbeirat Nord\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=25531\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Bezirksbeirat Nord <\/a>\u00fcber den aktuellen Baustand, darunter auch die Durchfahrung der Anhydritlinsen unter dem Killesberg. Die Pr\u00e4sentation enth\u00e4lt jedoch keine Informationen \u00fcber die eingesetzte Vortriebstechnik und \u00fcber bislang festgestellte Quellungen. Ebenfalls wird nicht erw\u00e4hnt, dass entgegen dem ver\u00f6ffentlichten geologischen L\u00e4ngsschnitt nicht eine, sondern zwei Anhydritlinsen beim Bau des Bad Cannstatter Tunnels angetroffen wurden. Vor Baubeginn pr\u00e4sentierte die Bahn einen <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Anhydrit-Canstatterl-Feuerbach.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">L\u00e4ngsschnitt mit einer Linse von 215 m<\/a>, durch die die beiden Tunnelr\u00f6hren jeweils gebaut werden sollten. Nach Abschluss der Bauma\u00dfnahmen war in der <a title=\"\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/20171009-Tunnel-Bad-Cannstatt.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pr\u00e4sentation vor dem Bezirksbeirat von 570 m\u00a0 (Vortrieb 3a) und 350 m (Vortrieb 3 b) <\/a>die Rede und damit mehr als 100% mehr als der Planfeststellung\u00a0 zugrundgelegt.<\/li>\n<li>Im Fachmagazin \u201eTunnel\u201c bzw. auf der Webseite www.tunnel-online.de erscheinen <a title=\"Fachver\u00f6ffentlichungen zu den Injektionen im Feuerbacher und Bad Cannstatter Tunnel\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=26661\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zwei Ver\u00f6ffentlichungen <\/a>zum neuen Injektionsverfahren im Anhydrit beim Test im Feuerbacher Tunnel sowie der Vertr\u00e4glichkeit und Haltbarkeit des Injektionsmaterials.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>November 2017: <\/strong>Die beiden <a title=\"StN: Der Bau von S21 kann sich bis Ende 2025 hinziehen\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-der-bau-von-s-21-kann-sich-bis-ende-2025-hinziehen.ab86a02c-50a7-4327-a00f-6e05b901a8d1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stuttgarter Zeitungen<\/a> berichten, dass sich der Bau von Stuttgart 21 bis Ende 2025 hinziehen k\u00f6nnte. Indiz sei die Ausschreibung eines Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr die \u201eGesamtheitliche Verformungsbetrachtung\u201c der Betonfahrbahn durch das Risiko von Hebungen und Senkungen. Diese gutachterliche T\u00e4tigkeit sei mit zwei Verl\u00e4ngerungsoptionen bis Februar 2026 ausgeschrieben.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong><strong>Januar 2018: <\/strong><\/strong>Im Zuge der Kostenexplosion auf 8,2 Milliarden Euro und der Bauverz\u00f6gerung bis Ende 2025 muss die Bahn einr\u00e4umen, dass dies u.a. auch durch weitere zus\u00e4tzliche Sicherungsma\u00dfnahmen beim Tunnelbau im Anhydrit verursacht ist. Die <a title=\"StN: Ausstieg aus Stuttgart 21 kostet 4,8 Milliarden Euro\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-ausstieg-aus-stuttgart-21-kostet-4-8-milliarden-euro.8b981485-88d7-41d5-bc78-492931d3aae9.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">StN <\/a>schreiben: &#8222;<em>Der Aufsichtsrat hat sich im Detail die Schwierigkeiten bei Stuttgart 21 erl\u00e4utern lassen, auch von Walter Wittke. Der Gutachter f\u00fcr die Bahn und anerkannte Experte f\u00fcr Felsmechanik habe das Bauen in Anhydrit, einem quellf\u00e4higen Gestein, erl\u00e4utert. \u201eDrastisch mehr Beton, Stahl und Zeit\u201c seien n\u00f6tig, um es gegen Wassereintritt und die Tunnel gegen hohe Dr\u00fccke durch das Quellen abzusichern. Das f\u00fchre zu immensen Verz\u00f6gerungen. \u201eWittke sprach von einer 99,99-prozentigen Sicherheit, dass es keine Hebungen von Tunneln \u00fcber die Toleranzwerte hinaus geben werde\u201c, so ein Teilnehmer der Veranstaltung.&#8220;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Februar 2018:<\/strong> Der Tunnel Feuerbach wird laut einem Bericht der <a title=\"Kuhn fordert Z\u00fcge f\u00fcr alte G\u00e4ubahnstrecke ein\" href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-kuhn-fordert-zuege-fuer-alte-gaeubahnstrecke-ein.4b27316a-1625-4cba-81be-9fdd36a8049a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">beiden Stuttgarter Zeitungen<\/a> vom S21-Chef Manfred Leger vor dem S21-Ausschuss des Gemeinderates als &#8222;Knackpunkt&#8220; beim Zeitplan von Stuttgart 21 bezeichnet. In dem Artikel hei\u00dft es: &#8222;<em>Bei der Bauzeit sagte Leger, man rede von 2024\/2025, und \u201ees wird wohl 2025 sein\u201c. Knackpunkt ist der Tunnel vom Tiefbahnhof nach Feuerbach, der durch quellf\u00e4higes Anhydrit f\u00fchrt. Der Rohbau soll laut Leger bis Mitte 2020 stehen, allerdings gebe es \u201ekeinen Vertrag mit der Baufirma\u201c. Durch den Tunnel m\u00fcsse der Technikausbau im Hauptbahnhof bedient werden, der Tiefbahnhof habe ja \u201ekein Schiebedach\u201c. <\/em>Im <a title=\"\" href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/assets\/statements_neu\/000\/199\/835\/original\/Protokoll_S21_Ausschuss_7._Februar_2018.pdf?1518035752\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Protokoll der S\u00d6S-Linke-Plus-Fraktion<\/a> r\u00e4umt Manfred Leger ein: &#8222;<em>Anhydrit: Engelbergtunnel. Wurde gebaut wie unsere Tunnels geplant waren. Dann haben wir umgeplant. Der Gutachter hat ein Verfahren vorgeschlagen. Ziel ist ein 100-j\u00e4hriger Tunnel.&#8220; <\/em>Co-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Sturm nennt zwei Effekte, die das Bauen im Anhydrit teurer machen: &#8222;<em>a) Gr\u00f6\u00dfere Injektionsmengen,<\/em>\n<div><em>um das Gestein abzudichten. b) Bau der Innenschale dauert l\u00e4nger, 1 Meter dicke<\/em><\/div>\n<div><em>Innenschale, da gehen wir keine Kompromisse ein. Erh\u00f6hter Zeitbedarf und h\u00f6here<\/em><\/div>\n<div><em>Kosten. Das konnte man damals noch nicht erkennen.&#8220;<\/em><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kostenexplosion bei Stuttgart 21 auf 8,2 Milliarden Euro und die Verschiebung des Inbetriebnahmetermins auf Ende 2025 zeigen deutlich, dass die Bahn die Risiken ihres Gro\u00dfprojekts kleingerechnet hatte. Als einen der Hauptursachen f\u00fcr die Mehrkosten und Bauverz\u00f6gerung benannte Bahnchef Richard &hellip; <a href=\"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=27414\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[55,83,78,44,35,47,12,20,59,39,34,18,26,53],"tags":[],"class_list":["post-27414","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anhydrit","category-anwohnerveranstaltung","category-bundesrechnungshof","category-degerloch","category-gablenberg","category-gaensheide","category-gebaeuderisiken","category-killesberg","category-kosten","category-land-bw","category-planfeststellung","category-schreiben-netzwerke","category-stadt-stuttgart","category-zeitplan"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27414"}],"version-history":[{"count":121,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27414\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27677,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27414\/revisions\/27677"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}