{"id":26532,"date":"2017-12-07T22:22:53","date_gmt":"2017-12-07T20:22:53","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=26532"},"modified":"2017-12-07T22:22:53","modified_gmt":"2017-12-07T20:22:53","slug":"oberbuergermeister-antwortet-auf-anfrage-der-soes-linke-plus-fraktion-nach-tunnelbaurisiken-im-neckartal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=26532","title":{"rendered":"Oberb\u00fcrgermeister antwortet auf Anfrage der S\u00d6S-Linke-Plus-Fraktion nach Tunnelbaurisiken im Neckartal"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Tunnelhaverie in Rastatt hat die Fraktionsgemeinschaft S\u00d6S-LINKE-PluS an den Oberb\u00fcrgermeister eine Anfrage (<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/assets\/statements_neu\/000\/197\/731\/original\/2017-09-13_Anfrage_Tunnelbaurisiken__Rastatt_Stuttgart_Wie_riskant_ist_der_Neckarkies.pdf?1505294221\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>) wegen der Tunnelbaurisiken im Bereich des Neckars gestellt. Die Fraktion erl\u00e4uterte den Anlass:\u00a0 &#8222;<em>In Untert\u00fcrkheim kam es ja bereits zu einem Wassereinbruch- seitdem ruhen die Arbeiten dort. In diesem Gebiet liegt der \u00d6lhafen, der Zentralversand von Mercedes Benz, einige Wohn- und Gesch\u00e4ftsh\u00e4user sowie wichtige Schienen- und Stra\u00dfeninfrastruktur. Im Falle einer erneuten Havarie k\u00f6nnte es hier zu erheblichen Sch\u00e4den und Einschr\u00e4nkungen kommen. Grund genug hier im Vorfeld zu kl\u00e4ren, welche Sicherungsma\u00dfnahmen die Bahn ergreifen will.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Jetzt traf die Antwort des Oberb\u00fcrgermeisters bzw. der Stadtverwaltung (<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/assets\/statements_neu\/000\/198\/890\/original\/Antwort_auf_Anfrage_Tunnelbaurisiken_September_2017.pdf?1512674937\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>) ein. Die Stadt betont, dass die Beantwortung der Fragen 1 bis 8 auf Grundlage einer Stellungnahme der DB Projektgesellschaft Stuttgart\u2013 Ulm GmbH erfolgte, teilweise erg\u00e4nzt durch die Verwaltung. Die Fragen 9 und 10 wurden mit von Seiten der Hafen Stuttgart GmbH beantwortet.<\/p>\n<p>Zur besseren Lesbarkeit haben wir die Anfrage der Fraktionsgemeinschaft S\u00d6S-LINKE-PluS mit den Anworten der Stadt Stuttgart erg\u00e4nzt. <em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Anfrage der der Fraktionsgemeinschaft S\u00d6S-LINKE-PluS vom 13.09.2017:<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Tunnelhavarie in Rastatt stellen sich mehrere Fragen zu Risiken beim Tunnelbau auch bei Stuttgart 21. In der N\u00e4he des Neckars ist die Vergleichbarkeit des Untergrundes zwischen Rastatt und Stuttgart durchaus gegeben. Im Bescheid zur \u00c4nderung des Planfeststellungsbeschlusses f\u00fcr den Bauabschnitt 1.6a vom 3. Juli 2017 schreibt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) auf Seite 15 von \u201ehochdurchl\u00e4ssigen Neckarkiesen\u201c, was den Schluss zul\u00e4sst, dass es sich hier um einen \u00e4hnlich fragilen Untergrund handelt wie in Rastatt. F\u00fcr den fragilen Untergrund spricht auch, dass die H\u00e4user in Untert\u00fcrkheim auf H\u00f6he des \u00d6lhafens auf Betonpf\u00e4hlen gegr\u00fcndet wurden.<\/p>\n<p>Im Bereich des \u00d6lhafens in Untert\u00fcrkheim wollen die Stuttgart-21-Betreiber teilweise weniger als sechs Meter unter der Erdoberfl\u00e4che unter dem einzigen Zufahrtsgleis f\u00fcr das gesamte Hafengel\u00e4nde zwei Tunnelr\u00f6hren mit jeweils 11 Meter Durchmesser hindurch bohren. Im Falle einer \u00e4hnlichen Havarie wie in Rastatt w\u00e4re der gesamte Schienenverkehr des Hafens sowie der Logistik der dort ans\u00e4ssigen Firmen unterbrochen. In Rastatt wurden vier H\u00e4user im Umkreis von 50 Metern von der Ungl\u00fccksstelle evakuiert, weil sich in Folge des Tunnelkollapses in solch weitem Umkreis Nachrutschungen ereignet haben und sich L\u00f6cher im Boden bildeten. Im Falle einer Tunnelhavarie mit \u00e4hnlichen Auswirkungen w\u00e4ren am Stuttgarter Hafen mehrere H\u00e4user sowie die nur halb so weit entfernten \u00d6ltanks und das damit verbundene Betankungs-Pipeline-System an den Gleisen unmittelbar betroffen.<\/p>\n<p><strong>Frage 1.<\/strong> Mit welcher Tunnelbautechnik baut die Bahn AG im Bereich des Stuttgarter Hafens und welche Sicherheitsmechanismen kommen bei der verwendeten Bautechnik zur Anwendung?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt:<\/strong> Im gesamten Neckartal kommt als Bauverfahren der konventionelle bergm\u00e4nnische Vortrieb in Form der Spritzbetonbauweise als Bagger- und Sprengvortrieb zum Einsatz. Im Gegensatz zum maschinellen Vortrieb stehen dabei je nach vorgefundenen geologischen Verh\u00e4ltnissen zahlreiche vorauseilende Sicherungsma\u00dfnahmen zur Verf\u00fcgung.<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage 2:\u00a0<\/strong> Plant die Bahn AG im Bereich des Hafens mit Hilfe der in Rastatt angewandten<br \/>\nVereisungstechnik den Untergrund zu stabilisieren?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt:\u00a0<\/strong> Eine Anwendung des Vereisungsverfahrens ist nicht vorgesehen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage 3:<\/strong> Welche Sicherheitsvorkehrungen trifft die Bahn AG im Bereich des \u00d6lhafens (Am Nordkai \/Bruckwiesenweg) f\u00fcr den Fall einer Tunnelhavarie, bei dem der Untergrund zwischen Tunnelfirst und Erdoberfl\u00e4che absacken k\u00f6nnte?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt:<\/strong> Um eine Tunnelhavarie zu vermeiden, wird durch vorauseilende Erkundungen und begleitende Messungen im Tunnel und an der Oberfl\u00e4che sichergestellt, dass Art und Umfang der Sicherungsma\u00dfnahmen an die vorgefundenen geologischen Verh\u00e4ltnisse laufend angepasst werden k\u00f6nnen. Damit besteht die M\u00f6glichkeit bei unerwarteten Ereignissen rasch mit geeigneten Ma\u00dfnahmen zu reagieren.<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage 4:<\/strong> Welche Sicherheitsvorkehrungen trifft die Bahn AG f\u00fcr den Fall, dass infolge eines ungewollten Absenkens des Untergrundes die \u00d6ltanks und das dazugeh\u00f6rige Betankungs-Pipeline-System besch\u00e4digt werden?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt:<\/strong> Eine Besch\u00e4digung der \u00d6ltanks sowie des &#8222;Betankungs-Pipeline-Systems&#8220; wird aufgrund des Abstands zur Tunnelr\u00f6hre mit mindestens 30 Metern und der Erkenntnisse der vorliegenden Erkundungen ausgeschlossen<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Frage 5:<\/strong> In welchem Abstand zwischen Tunnelfirst und den Betonpf\u00e4hlen, auf denen die H\u00e4user zwischen Bruckwiesenweg und Am Nordkai stehen, plant die Bahn den Tunnel zu graben? Wie hoch sch\u00e4tzt die Bahn die Gef\u00e4hrdung ein, dass diegenannten Betonpf\u00e4hle durch den Tunnelvortrieb besch\u00e4digt werden?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt: <\/strong>Die Geb\u00e4ude Bruckwiesenweg 24 bis 40 sind nach \u00dcberpr\u00fcfung s\u00e4mtlicher beim Baurechtsamt vorliegenden Planunterlagen mit einer Flachgr\u00fcndung ausgef\u00fchrt worden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage 6:<\/strong> Welche Vorkehrungen trifft die Bahn AG f\u00fcr den Fall, dass der Boden absackt f\u00fcr den Abschnitt des Bruckwiesenwegs 40 bis zur Kreuzung Otto-Konz-Br\u00fccken, der ebenfalls auf Betonpf\u00e4hlen steht?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt:<\/strong> Siehe Beantwortung Frage 3<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage 7:<\/strong> Mit welcher Sicherungstechnik plant die Bahn AG das einzige Zufahrtsgleis zum Hafen gegen ein Absacken des Untergrundes zu stabilisieren? Kann dies im laufenden Betrieb realisiert werden?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt: <\/strong>Bei den vorliegenden geringen \u00dcberdeckungen wird nach der vorliegenden Planung der Vortrieb voraussichtlich im Schutz eines Rohrschirms ausgef\u00fchrt. Art und Umfang werden anhand der tats\u00e4chlich vorgefundenen geologischen Verh\u00e4ltnissen vor Ort entschieden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage 8:<\/strong><em>\u00a0<\/em> Unter dem Kunstrasenplatz am Untert\u00fcrkheimer Bruckwiesenweg kam es vor einem Jahr zu einem Wassereinbruch. Warum wurde seitdem an der Stelle der Tunnelvortrieb nicht weiter vorangetrieben?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt:<\/strong><\/em> <em>Der Vortrieb f\u00fcr die zweir\u00f6hrige Tunnelzuf\u00fchrung Ober-\/Untert\u00fcrkheim erfolgt \u00fcber den Zwischenangriff (ZA) Ulmer Stra\u00dfe in Stuttgart-Wangen. Infolge des Wassereinbruchs unter dem Albert-Dulk-Weg wurde vom 3. September 2016 an der Vortrieb unterbrochen, bis der Untergrund unter dem Sportplatz der SG Untert\u00fcrkheim mit Zementinjektionen gesichert war. Dar\u00fcber hat die DB Projekt Stuttgart \u2013 Ulm GmbH die \u00d6ffentlichkeit ausf\u00fchrlich informiert (siehe auch Beantwortung zur Anfrage 271\/2016). Inzwischen sind seit Mitte August die Vortriebsarbeiten abwechselnd in beiden Tunnelr\u00f6hren Richtung Obert\u00fcrkheim wiederaufgenommen worden. Der Vortrieb der ersten R\u00f6hre hat den Fu\u00dfballplatz mittlerweile fast vollst\u00e4ndig unterquert.<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage 9:<\/strong> Welche f\u00fcr die Stadt Stuttgart wichtigen Betriebsstoffe werden in den \u00d6lhafentanks bevorratet?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt: <\/strong>Im Hafen bei Tanklager Stuttgart (TLS) sind Diesel, Benzin und Heiz\u00f6l gelagert.<\/em><\/p>\n<p><strong>Frage 10:<\/strong> Welche Auswirkungen auf die Stadtversorgung (Tankstellennetz, Heiz\u00f6l etc.) h\u00e4tte analog zum Tunneleinbruch in Rastatt eine zweimonatige Unterbrechung der schienengebundenen Erreichbarkeit des Containerterminals und \u00d6lhafens sowie der schienenerschlossenen Industriebetriebe im Hafenbereich?<\/p>\n<p><em><strong>Antwort Stadt:<\/strong> &#8222;Die Stadtversorgung ist aus Sicht der Hafen GmbH auch bei Unterbrechung der Zufahrtsgleise gew\u00e4hrleistet, da in Karlsruhe im Rheinhafen diese Stoffe in ausreichender Form bevorratet werden. Ein Ausfall der Bahngleise w\u00fcrde eine Verlagerung auf LKW und Schiff notwendig machen. F\u00fcr den Bau des Tunnels hat das Tanklager Stuttgart und die Hafen GmbH entsprechende Auflagen hinsichtlich der durchzuf\u00fchrenden vortriebsbegleitenden \u00dcberwachung gegen\u00fcber der Bahn gefordert und vertraglich vereinbart.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Tunnelhaverie in Rastatt hat die Fraktionsgemeinschaft S\u00d6S-LINKE-PluS an den Oberb\u00fcrgermeister eine Anfrage (hier) wegen der Tunnelbaurisiken im Bereich des Neckars gestellt. 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