{"id":21730,"date":"2016-12-17T21:13:29","date_gmt":"2016-12-17T19:13:29","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21730"},"modified":"2016-12-18T14:39:01","modified_gmt":"2016-12-18T12:39:01","slug":"risikoanalyse-identifiziert-hohe-risiken-fuer-bau-und-betrieb-der-zufahrtstunnels-fuer-stuttgart-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21730","title":{"rendered":"Risikoanalyse identifiziert noch h\u00f6here Risiken f\u00fcr Bau und Betrieb der S 21-Tunnel als KPMG"},"content":{"rendered":"<p>Letzten Montag sprach auch der Geologe Dr. Jakob Sierig auf der <a title=\"B\u00fcndnis fordert Stadt und Land zum Einschreiten auf\" href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/buendnis-fordert-stadt-und-land-zum-einschreiten-auf\/\" target=\"_blank\">Pressekonferenz des Aktionsb\u00fcndnisses<\/a>. In seinen Reden auf den Montagsdemos und <a title=\"SWR: &quot;Quillt der Gipskeuper, gibt es kein Zur\u00fcck&quot;: Pr\u00e4sentation des S21-Kritikers Sierig\" href=\"http:\/\/www.swr.de\/landesschau-aktuell\/bw\/quillt-der-gipskeuper-gibt-es-kein-zurueck-praesentation-des-s21-kritikers-sierig\/-\/id=13831004\/nid=13831004\/did=7189414\/10r1fi8\/index.html\" target=\"_blank\">2010 in der Schlichtung<\/a> hatte er wiederholt auf die Risiken des Tunnelbaus im Anhydrit hingewiesen. Leider wurde \u00fcber die aktuelle &#8222;<em>Risikoanalyse der mit Bau und Betrieb der Zufahrtstunnels verbundenen Risiken f\u00fcr S21&#8243;<\/em>, die Dr. Sierig auf der Pressekonferenz vorstellte, nicht in den Medien berichtet. Daher m\u00f6chten wir auf dieses Kurzgutachten hinweisen. Erstellt wurde die Risikoanalyse von Prof. Dr. Dipl.-Ing. Hans Albrecht Schmid, Fachbereich Informatik an der Fachhochschule Konstanz, basierend auf den Schlichtungsvortrag und in Zusammenarbeit mit Dr. Jakob Sierig. Lesen Sie <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Risikoanalyse-Prof.-A.Schmid.pdf\" target=\"_blank\">hier.<\/a><\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Risikoanalyse sollte auch die S21-Projektpartner von Stadt, Land und Region hellh\u00f6rig machen, die laut StZ (<a title=\"StZ: Sondersitzung der S-21-Partner beantragt\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.lenkungskreis-stuttgart21-sondersitzung-der-s-21-partner-beantragt.6995082a-8d18-4426-982e-d330fa53cc12.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) wegen der Ergebnisse der Schweizer Pr\u00fcfer Ernst Basler + Partner\u00a0 im KPMG-Gutachten kurzfristig eine Sondersitzung des Lenkungskreises beantragt haben. Im KPMG-Gutachten wurden die Anyhdrit-Risiken f\u00fcr die einzelnen Tunnel betrachtet. Wir haben mehrfach dar\u00fcber berichtet, zuletzt im Beitrag \u00fcber den <a title=\"Wo und wieviel Anhydrit wurde durchfahren? Wie hoch ist laut der KPMG das Risiko f\u00fcr Hebungen? Zum aktuellen Tunnelvortrieb f\u00fcr Stuttgart 21 Anfang Dezember 2016\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21539\" target=\"_blank\">aktuellen Tunnelvortrieb f\u00fcr Stuttgart 21 Anfang Dezember 2016<\/a>. KMPG und Ernst Basler + Partner stellten &#8222;<em>ein gro\u00dfes Risiko f\u00fcr die Betriebstauglichkeit<\/em>&#8220; der vier S21-Tunnel im Anhydrit fest.<\/p>\n<p>Die Gutachter von KPMG identifizierten innerhalb der S21-Tunnels kritische Strecken im Anhydrit, insbesondere in der \u00dcbergangszone und wenn der Anhydritspiegel den Tunnelquerschnitt schneidet. Auch im KPMG-Gutachten wurde als zus\u00e4tzliche Referenz die Schadensh\u00e4ufigkeit bei vergleichbaren Tunneln hinzugezogen. So hei\u00dft es im Gutachten: <em>&#8222;Sieben der genannten Tunnel befinden sich geologisch in einer mit den S21-Tunneln vergleichbaren Situation (Anhydritspiegel im Bereich des Tunnels); bei f\u00fcnf davon traten Hebungen auf, bei vieren auch relevante Sch\u00e4den. Auch ohne weiterf\u00fchrende Analyse der jeweils relevanten Gesamtl\u00e4ngen der kritischen Bereich in diesen Tunnels ist dies nach unserer Auffassung ein klares Indiz f\u00fcr das Vorhandensein von Hebungsrisiken bei einem Tunnel, welcher den Anhydritspiegel anschneidet.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die Risikoanalyse von Prof. Schmid und Dr. Jakob Sierig betrachtet das Risiko unabh\u00e4ngig von der Gesamtzahl der kritischen Tunnelmeter pro Tunnel und ermittelt damit noch deutlich h\u00f6here Eintrittswahrscheinlichkeiten von Bauproblemen und Bausch\u00e4den von Stuttgart 21-Tunnels als die KPMG-Gutachter. Grundlage der Risikoanalyse von Schmid\/Sierig sind die Bauprobleme und Betriebssch\u00e4den, die im S\u00fcddeutschen und Schweizer Raum bei seit 1970 gebauten Tunneln aufgetreten sind. Dabei wird auch der in den f\u00fcnfziger Jahren fertiggestellte Wagenburgtunnel miteinbezogen. Laut der Risikoanalyse sind bei 5 von 8, d.h. bei 62,5% der Tunnels im Anhydrit, <em>&#8222;Bauprobleme aufgetreten, welche Zusatzma\u00dfnahmen wie z.B. dickere Querschnitte, Erstellung von Ankern, Einbau von Knautschzonen o.\u00e4. erforderlich machten und woraus erhebliche Zusatzkosten und zeitliche Verz\u00f6gerungen resultierten.&#8220; <\/em>In der Risikoanalyse wird auch das Risiko f\u00fcr Bauprobleme und Bausch\u00e4den f\u00fcr den gesamten unterirdische Bahnknoten von Stuttgart 21 mit den vier zweir\u00f6hrigen Zufahrtstunneln untersucht. Denn so wird im Papier argumentiert, Stuttgart 21 ist &#8222;i<em>st ganz oder teilweise funktionsunf\u00e4hig, wenn mindestens einer seiner Zufahrtstunnels funktionsunf\u00e4hig ist&#8220;. <\/em>Die Risikoanalyse kommt zu Ergebnissen, die wir wegen der Deutlichkeit zitieren m\u00f6chten:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;<em>Das Risiko, dass Bauprobleme in einem einzigen Zufahrtstunnel (Bau kann nicht wie geplant durchgef\u00fchrt werden. Daraus resultieren Zusatzkosten und zeitliche Verz\u00f6gerungen.) auftreten, betr\u00e4gt 62,5%.<\/em><\/li>\n<li><em>Das Risiko, dass Betriebssch\u00e4den in einem einzigen Zufahrtstunnel (Sch\u00e4den, welche eine Reparatur oder Sanierung des Tunnels bedingen. Mit Vollsperrung oder Teilsperrung f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit verbunden.) in einem Zeitraum von 24 Jahren auftreten, betr\u00e4gt 50%.<\/em><\/li>\n<li><em>Das Risiko f\u00fcr S21 bzgl. des Auftretens von Bauproblemen in mindestens einem der Zufahrtstunnels (Bau kann nicht wie geplant durchgef\u00fchrt werden. Daraus resultierende Zusatzkosten und zeitliche Verz\u00f6gerung.) betr\u00e4gt 98%.<\/em><\/li>\n<li><em>Das Risiko f\u00fcr S21 bzgl. Betriebssch\u00e4den bei den Zufahrtstunnels (Sch\u00e4den, welche eine Reparatur oder Sanierung des Tunnels bedingen. Mit Vollsperrung oder Teilsperrung f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit verbunden.) innerhalb von 24 Jahren betr\u00e4gt 94%.<\/em><\/li>\n<li><em>Das bedeutet dass bei den S21 Zufahrtstunnels mit einer 98% Wahrscheinlichkeit Bauprobleme auftreten, die erhebliche Zusatzkosten und zeitliche Verz\u00f6gerungen beim Bau zur Folge haben, und dass mit einer 94% Wahrscheinlichkeit in einem Zeitraum von 24 Jahren Betriebssch\u00e4den auftreten, welche eine Reparatur oder Sanierung mindestens eines Tunnels bedingen und mit einer Vollsperrung oder Teilsperrung f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit und erheblichen Zusatzkosten verbunden sind.&#8220;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Innerhalb der Risikoanalyse wurde auch wegen der geringen statistischen Anzahl von Vergleichstunnel eine Intervallrechnung (Konfidenzanalyse) gemacht. Damit sollte die Frage behandelt werden, ob das Bauschadenrisiko in Wirklichkeit nicht viel kleiner ist und nur zuf\u00e4llig 5 Bauprobleme bei den 8 Stichproben dabei waren. Die Ergebnisse dieser statistischen Absicherung des Bauproblem- und Betriebsschadenrisikos lauten wie folgt:<\/p>\n<ul>\n<li><em>&#8222;Das Risiko f\u00fcr S21 bzgl. Bauproblemen ist mit einer 90%-en Sicherheit gr\u00f6\u00dfer als 76%.<\/em><\/li>\n<li><em>Das Risiko f\u00fcr S21 bzgl. Betriebssch\u00e4den ist mit einer 90%-en Sicherheit gr\u00f6\u00dfer als 72%&#8220;.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Autoren folgern daraus: &#8222;<em>Es scheint schon mehr oder weniger grobfahrl\u00e4ssig, bei einem praktisch sicheren Risiko von \u00fcber 76% f\u00fcr Bauprobleme und bzw. von \u00fcber 72% f\u00fcr Betriebssch\u00e4den in den Zufahrtstunnels das Projekt S21 durchf\u00fchren zu wollen.<\/em><br \/>\n<em> Besonders, da es mit K21 eine Alternative gibt, welche die problematischen Zufahrtstunnels nicht ben\u00f6tigt.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzten Montag sprach auch der Geologe Dr. Jakob Sierig auf der Pressekonferenz des Aktionsb\u00fcndnisses. 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