{"id":21689,"date":"2016-12-13T22:42:14","date_gmt":"2016-12-13T20:42:14","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21689"},"modified":"2017-02-03T09:10:31","modified_gmt":"2017-02-03T07:10:31","slug":"netzwerke-21-wenden-sich-in-einem-schreiben-an-den-vorsitzenden-des-aufsichtsrats-der-db-ag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21689","title":{"rendered":"Netzwerke 21 wenden sich in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der DB AG"},"content":{"rendered":"<p>Morgen tagt der Aufsichtsrat der DB AG. Neben den geplanten massiven Einschnitten im G\u00fcterverkehr und Werksschlie\u00dfungen steht u.a. Stuttgart 21 und das von der Bahn beauftragte Gutachten von KPMG und Ernst Basler + Partner auf der Tagungsordnung. Die beiden Stuttgarter Zeitungen (<a title=\"Blockade gegen Grubes Rotstiftpl\u00e4ne\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.bahn-sparplaene-blockade-gegen-grubes-rotstiftplaene.f32b4ac4-a09b-4241-b3d7-1c872f0ac211.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) berichten heute dar\u00fcber. Die Gutachter haben deutlich auf die Langzeitrisiken f\u00fcr den Tunnelbau und Betrieb des Bahnknotens im quellf\u00e4higen Anhydrit hingewiesen. Beim Bau der Tunnel im Anhydrit wird laut den Gutachtern ein \u201e<span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em>im Ingenieurbau un\u00fcblich hohes Risiko f\u00fcr die Betriebstauglichkeit\u201c<\/em> eingegangen wird. Der Bahnbetrieb w\u00e4re bei gr\u00f6sseren Sch\u00e4den \u201e<em>nicht mehr gew\u00e4hrleistet<\/em>\u201c und Sch\u00e4den an dar\u00fcberliegenden Geb\u00e4uden damit verbunden. <\/span><\/span>Nicht nur Ministerpr\u00e4sident Kretschmann ist nach einer aktuellen Meldung der StZN (<a title=\"StZN: Kretschmann beunruhigt durch Bau im Anhydrit\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-kretschmann-beunruhigt-durch-bau-im-anhydrit.f3aac08e-ac8e-4979-9b13-d020e3d377d2.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) beunruhigt.<\/p>\n<p>Letzte Woche haben die Netzwerke 21 der vom Tunnelbau betroffenen Anwohner in einer Pressemitteilung Garantien von Bund und Bahn f\u00fcr alle Sch\u00e4den gefordert, die an den Geb\u00e4uden aus dem Tunnelbau resultieren.\u00a0 Rudi R\u00f6der vom Netzwerk Killesberg und Umgebung hat diese Forderung auf der <a href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/buendnis-fordert-stadt-und-land-zum-einschreiten-auf\/\" target=\"_blank\">Pressekonferenz des Aktionsb\u00fcndnis<\/a> bekr\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Mit dieser Forderung\u00a0 haben sich die Netzwerke 21 Ende letzter Woche in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Bahn, Prof. Dr. Dr. Utz-Hellmuth Felcht, gewandt. Lesen Sie hier:<\/p>\n<p><em>Sehr geehrter Herr Professor Felcht,<\/em><\/p>\n<p><em>endlich hat ein offizielles Gutachten, n\u00e4mlich das von Ihnen beauftragte Gutachten der KPMG, die Risiken des Anhydrit f\u00fcr die Tunnel von Stuttgart 21 benannt. Endlich kann jeder nachlesen, was die Netzwerke der vom S21-Tunnelbau betroffenen Anwohner und Eigent\u00fcmer seit Jahren behaupten: Das Bauen im Anhydrit ist mit gro\u00dfem Risiko verbunden. Es gibt kein bautechnisches Verfahren, welches die Risiken ganz ausschlie\u00dfen kann. Im Jahr 2013 haben die Netzwerke bei einem Geologen, der mit den Stuttgarter Verh\u00e4ltnissen aufs beste vertraut ist, eine gutachterliche Stellungnahme in Auftrag gegeben, der den Vortrieb durch das t\u00fcckische, quellf\u00e4hige Gestein als extrem problematisch bezeichnete. Und wir haben der DB Netze, vertreten durch die PSU, mehrfach vorgehalten, dass sie mit den Risiken fahrl\u00e4ssig umgehe. Doch jegliche Kritik wurde von der Bahn mit Hinweis auf die langj\u00e4hrigen Forschungsarbeiten und Erfahrungen ihres Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr den Tunnelbau, Prof. Dr.-Ing. Walter Wittke (WBI), und die Beherrschbarkeit der Risiken abgetan. Noch im Januar wurde ein Mitglied der Netzwerke als \u201eVerschw\u00f6rungstheoretiker\u201c geschm\u00e4ht, als es gegen\u00fcber Vertretern der PSU auf die untersch\u00e4tzten Risiken hinwies.<\/em><\/p>\n<p><em>Dabei musste die PSU wenige Monate sp\u00e4ter einr\u00e4umen, dass die noch 2010 in der Schlichtung von Professor Wittke dargestellten doppelt abgesicherten Schutzma\u00dfnahmen (\u201eG\u00fcrtel und Hosentr\u00e4ger\u201c) f\u00fcr den Bau der Tunnel unter dem Killesberg gegen den Quellprozess nicht ausreichend sind und ein 144 Millionen teures Verfahren mit Kunstharzinjektionen erforderlich ist. Diese wirken jedoch nur in unmittelbarer Umgebung der Tunnelr\u00f6hren, von denen die Injektionen ausgehen. W\u00e4hrend die Gebirgslockerungen und Rissbildungen durch die teils heftigen Sprengungen Wasserwege er\u00f6ffnen, aus Sicht der Netzwerke unkalkulierbar sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun ist mit dem KPMG-Gutachten die Wahrheit also auf dem Tisch. Die PSU bagatellisiert aber weiter, sagt, dass die Tunnel schon X Kilometer vorgetrieben sind, und \u201ealles ging gut\u201c. Zu genau aber wissen wir hier im S\u00fcdwesten, in dem auch Staufen und der Engelbergtunnel liegen, dass es vor allem die Sp\u00e4tfolgen sind, die Tunneln resp. Geb\u00e4uden mit Hebungen und Zerst\u00f6rungen zu schaffen machen. Und f\u00fcr einen Autobahntunnel sind Sch\u00e4den durch quellenden Gipskeuper noch vergleichsweise harmlos.<\/em><\/p>\n<p><em>In dem von Ihnen beauftragten KPMG-Gutachten wurde ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen, dass mit den Quellprozessen auch Geb\u00e4udesch\u00e4den verbunden sein k\u00f6nnen. \u00dcber den Tunneln liegen die Grundst\u00fccke und H\u00e4user von Hunderten von Stuttgarter B\u00fcrgern. Es sind unsere H\u00e4user, die von den gravierenden Risiken betroffen sind und mit denen die Bahn offensichtlich spielt. Wenn hier Sch\u00e4den auftreten, wird Eigentum und Verm\u00f6gen vernichtet, das weder der Bahn noch dem Bund oder einer anderen \u00f6ffentlichen Hand geh\u00f6rt. Auf die Versicherungen der Bahn werden wir, die wir schon Erfahrungen mit den Schadensabwicklungen bei Setzungen und Rissen an H\u00e4usern haben, uns nicht verlassen. Nicht zuletzt, weil die Quellungsprozesse noch nach Jahrzehnten Schadensf\u00e4lle generieren k\u00f6nnen, rechnen wir hier nicht mit Kompensation. Vielmehr fordern wir, die Netzwerke 21, f\u00fcr unsere Mitglieder sowie f\u00fcr deren H\u00e4user und Grundst\u00fccke Garantien der Bundesrepublik Deutschland als Mutter der Bahn, dass jeder Schaden an Geb\u00e4uden, der aus dem Tunnelbau resultiert, vollumf\u00e4nglich \u00fcbernommen wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir bitten Sie, die anstehende Sitzung des Aufsichtsrats dazu zu nutzen, sich ein realistisches Bild von den dramatischen Risiken dieser geologischen Zeitbombe f\u00fcr die Bahn sowie f\u00fcr deren Glaubw\u00fcrdigkeit und Zukunftsf\u00e4higkeit zu machen.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/em><\/p>\n<p><em>Prof. Dr. Uwe Dreiss\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ulrich Hangleiter\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Frank Schweizer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgen tagt der Aufsichtsrat der DB AG. 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