{"id":21311,"date":"2016-12-08T23:57:10","date_gmt":"2016-12-08T21:57:10","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21311"},"modified":"2016-12-10T14:52:34","modified_gmt":"2016-12-10T12:52:34","slug":"bahn-reagiert-auf-kritik-wegen-unterschaetzten-anhydrit-risiko-doch-was-ist-davon-zu-halten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21311","title":{"rendered":"Bahn reagiert auf Kritik wegen untersch\u00e4tztem Anhydrit-Risiko. Doch was ist davon zu halten?"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>Die Bahn\u00a0 bzw. die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) hat auf die Berichterstattung zum untersch\u00e4tzten Tunnelbaurisiko durch Anhydrit reagiert und zu einem Pressegespr\u00e4ch mit ihrem Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr den Tunnelbau, Prof. Dr-Ing. Walter Wittke (WBI) geladen. Dem Pressegespr\u00e4ch ging eine Pressemitteilung (<a title=\"Bahn baut Stuttgart-21-Tunnel mit Maximum an Sicherheit f\u00fcr Betrieb und Geb\u00e4ude Prof. Wittke: \u201eBautechnik erm\u00f6glicht sichere und unterhaltsfreie Nutzung \u00fcber Jahrzehnte hinweg\u201c\" href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/projekt\/aktuell\/newsdetail\/news\/bahn-baut-stuttgart-21-tunnel-mit-maximum-an-sicherheit-fuer-betrieb-und-gebaeude\/newsParameter\/detail\/News\/datum\/20161208\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>) voraus, in der trotz des Risikos die Sicherheit des Bauverfahrens dank der jahrelangen Forschungsarbeit\u00a0 und praktischen Erfahrung ihres renommierten Sachverst\u00e4ndigen betont wird. Unter seiner Beteiligung sei die sichere Durchfahrung von insgesamt 3,6 Kilometer Anhydrit entlang der S-Bahn-Wendeschleife, des Hasenbergtunnels und des Heslacher Tunnels\u00a0 realisiert worden.<\/p>\n<p>So hei\u00dft es in der Pressemitteilung: &#8222;<em>Der weltweit renommierte Tunnelbauexperte Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Walter Wittke, der die Projektgesellschaft ber\u00e4t, betont: \u201eWir tun bei Planung und Bau der Tunnel im quellf\u00e4higen Gebirge alles daf\u00fcr, um Sch\u00e4den an Geb\u00e4uden und eine Beeintr\u00e4chtigung des sp\u00e4teren Bahnbetriebs zu vermeiden.&#8220; <\/em>[&#8230;] F\u00fcr <em>Stuttgart 21 sind hingegen bereits \u00fcber die H\u00e4lfte der relevanten Anhydritlinsen erfolgreich durchfahren worden, ohne dass es zu nennenswerten Quellerscheinungen gekommen ist: Die quellbedingten Verschiebungen liegen zwischen null und wenigen Millimetern. [&#8230;] F\u00fcr Stuttgart 21 sind insgesamt rund 59 Kilometer Tunnel vorzutreiben oder auszuheben. Davon liegen 15,8 Kilometer im anhydritf\u00fchrenden <dfn title=\"Gipskeuper ist ein alter Ausdruck f\u00fcr eine geologische Schicht. In dieser kommen \u00fcberwiegend Ton, Salze und auch Anhydrit vor.\">Gipskeuper<\/dfn>. Von den bisher bereits aufgefahrenen rund 23 Kilometern befinden sich 3,7 Kilometer im <dfn title=\"Anhydrit ist ein Mineral, das in Stuttgarter B\u00f6den vorkommt. Kristallisiert ist es ein fester Stoff, in Kontakt mit Wasser dehnt es sich stark aus und geht in Gips \u00fcber. Durch die Ausdehnung kann es enorme Kr\u00e4fte entwickeln.\">Anhydrit<\/dfn>. Durch trockenes Arbeiten, vorauseilende Injektionen von Polyurethan in wasserf\u00fchrende Schichten, den Bau von Abdichtungsbauwerken und nachlaufende Injektionen gelingt es, Wasserzutritte in den <dfn title=\"Anhydrit ist ein Mineral, das in Stuttgarter B\u00f6den vorkommt. Kristallisiert ist es ein fester Stoff, in Kontakt mit Wasser dehnt es sich stark aus und geht in Gips \u00fcber. Durch die Ausdehnung kann es enorme Kr\u00e4fte entwickeln.\">Anhydri<\/dfn><dfn title=\"Anhydrit ist ein Mineral, das in Stuttgarter B\u00f6den vorkommt. Kristallisiert ist es ein fester Stoff, in Kontakt mit Wasser dehnt es sich stark aus und geht in Gips \u00fcber. Durch die Ausdehnung kann es enorme Kr\u00e4fte entwickeln.\">t<\/dfn> zu vermeiden bzw. auf ein Minimum zu reduzieren. Auch die Form des Tunnelquerschnitts hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wasserzufuhr. So verhindert das neu eingesetzte U-Profil, dass sich in den Zwickeln unterhalb der Innenschale des Tunnels Wasser ansammeln kann. \u201eDieses neue Bauverfahren hat sich bestens bew\u00e4hrt\u201c, sagt der f\u00fcr die Tunnel Bad Cannstatt und Feuerbach zust\u00e4ndige Projektleiter Christoph Lienhart, \u201edie besondere Geometrie erm\u00f6glicht einen schonenden Umgang mit dem Gebirge, um so Quellvorg\u00e4nge zu vermeiden.\u201c\u00a0 <\/em><\/p>\n<p>Der SWR (<a title=\"SWR: Bahnprojekt Stuttgart 21 Tunnelbau durch schwierige Anhydrit-Schichte\" href=\"http:\/\/www.swr.de\/landesschau-aktuell\/bw\/stuttgart\/stuttgart-21-tunnelbau-anhydrit-experte\/-\/id=1592\/did=18625604\/nid=1592\/yndcm9\/index.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) und die beiden Stuttgarter Zeitungen (<a title=\"StZN: Tunnelbau-Experte vermittelt Sicherheit\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-tunnelbau-experte-vermittelt-sicherheit.e33a56b3-0eb3-4092-8c02-4ca3f98bc0ea.html\" target=\"_blank\">hier)<\/a> berichteten dar\u00fcber. Die StZN schreibt: <em>&#8222;Bisher hat die Bahn allerdings erst 21 Prozent (1150 Meter) der im Anhydrit liegenden Abschnitte des Feuerbacher Tunnels gebohrt, nach Bad Cannstatt sind es acht, nach Obert\u00fcrkheim 17, beim Fildertunnel wurde der Anhydrit noch gar nicht erreicht. Die gef\u00fcrchteten Hebungen habe man an der Tunnelsohle bisher mit maximal f\u00fcnf Millimeter registriert. Bis zu zehn Zentimeter k\u00f6nnten sp\u00e4ter durch das Einstellen der Gleise ausgeglichen werden.&#8220;\u00a0 <\/em>Auf der Parksch\u00fctzerseite finden sich <a href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/statements\/194041\" target=\"_blank\">Links zu Aufnahmen des Pressegespr\u00e4chs.<\/a><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Unfassbar ist, dass der Tunnelbausachverst\u00e4ndige der Bahn das KPMG-Gutachten nicht kennt. So schreibt die StZN: <em>&#8222;Das Papier, das die Projektpartner in Aufruhr versetzt, kenne er nicht. Er wolle sich nicht dazu \u00e4u\u00dfern. Man k\u00f6nne \u201enicht in einen wissenschaftlichen Diskurs einsteigen\u201c, sagt Hamann. Basler\u2009&amp;\u2009Partner kritisieren, dass die Bahn sich auf einen Gutachter allein verlasse. \u201eSie m\u00fcssen sich keine so gro\u00dfen Sorgen machen, wie die Kollegen das tun\u201c, beruhigt Wittke. Sein B\u00fcro habe Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit hinter sich. Stuttgart sei, da man schon an S-Bahn-Tunneln im Anhydrit mitgewirkt habe, bekanntes Terrain. &#8222;<\/em><\/p>\n<p>Eine sichere Durchfahrung des quellf\u00e4higen Anhydrits beim Tunnelbau liegt im Interesse aller &#8211; selbstverst\u00e4ndlich auch dem der betroffenen Anwohner und Eigent\u00fcmer. Man mag sich jedoch an Goethes &#8222;Faust&#8220; erinnert f\u00fchlen: &#8222;<i>Die Botschaft h\u00f6r ich wohl, allein mir fehlt der Glaube<\/i>,&#8220;. Die Bahn argumentiert weiterhin wie bisher, obwohl ihre eigenen Gutachter der KPMG \/\u00a0 Ernst Basler + Partner \u00e4hnlich wie der von den Netzwerken beauftragte Geologe Dr. Hermann Behmel zu einer ganz anderen Risikobewertung gelangt sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Seit Planungsbeginn von Stuttgart 21 st\u00fctzt die Bahn sich zur Beurteilung der &#8222;<em>h\u00f6chst komplexen Anhydrit-Problematik<\/em>&#8220; auf einen einzigen Experten. Auch jetzt nachdem die Bahn \u00f6ffentlich unter Druck ger\u00e4t, wird kein weiterer renommierter Geotechniker hinzugezogen bzw. pr\u00e4sentiert, der die absolute Sicherheit der gew\u00e4hlten Baumethoden von 15,8 Kilometern Tunnelbau im quellf\u00e4higen Gestein best\u00e4tigt.<\/li>\n<li>Bei den angewandten neuen Bauverfahren handelt es sich um Prototypen, die in dieser Kombination noch nicht den Praxistest bestanden haben. Das Bauverfahren f\u00fcr den Cannstatter und Feuerbacher Tunnel wurde gegen\u00fcber dem das noch 2010 in der Schlichtung pr\u00e4sentierten komplett neu konzipiert. Statt Tunnelquerschnitten mit kreisrunden Profil und Knautschzonen nach dem Ausweichprinzip werden jetzt\u00a0 u-f\u00f6rmige Tunnelquerschnitte nach dem Widerstandsprinzip gebaut. Zus\u00e4tzlich wird Kunstharz rund um den Tunnel zur Abdichtung der Wasserwege injektiert.<\/li>\n<li>Weder die in der Schlichtung vorgestellten Sicherungsma\u00dfnahmen der Abdichtungsbauwerke (&#8222;G\u00fcrtel und Hosentr\u00e4ger&#8220;) noch das zus\u00e4tzliche Verfahren der Kunststoffinjektionen decken nach Einsch\u00e4tzung der KPMG-Gutachter das Risiko Anhydrit ab, bei dem es &#8222;<em>keine bautechnische L\u00f6sung gibt, welche eine risiko- bzw. unterhaltsfreie Nutzungsdauer von Jahrzehnte, erst recht nicht bis zur \u00fcblicherweise geforderten Nutzungsdauer von 100 Jahren, zuverl\u00e4ssig sicher stellen kann.&#8220;<\/em><\/li>\n<li>Auch das in der Pressemitteilung erw\u00e4hnte neue Bauverfahren mit dem U-Profil beim Cannstatter und Feuerbacher Tunnel wird kritisch gesehen. So hei\u00dft es in dem dem Aktionsb\u00fcndnis, dem SWR und der StZ vorliegenden KPMG-Gutachten u.a.: &#8222;<em>Der Nutzen der zus\u00e4tzlich ausgebrochenen und mit Spritzbeton verf\u00fcllten Ecken in der Sohle des U-Profils zur Minimierung der seitlichen Kluftbildung ist aus unserer Sicht fragw\u00fcrdig. Ausbruchsbedingt treten Spr\u00f6dbr\u00fcche auf, wodurch die Gebirgsdurchl\u00e4ssigkeit erh\u00f6ht und ein Quellvorgang ausgel\u00f6st werden kann. Bei einem U-Profil sind diese Spr\u00f6dbr\u00fcche bei weitem ausgepr\u00e4gter als bei einem Kreisprofil.&#8220;<br \/>\n<\/em><\/li>\n<li>Die Bahn plant den Cannstatter und den Feuerbacher Tunnel ein bis zwei Jahre nach dem Vortrieb mit der Spritzbetonausbruchsicherung stehen zu lassen, bevor das Innengew\u00f6lbe betoniert wird. Laut den Gutachtern besteht w\u00e4hrend dieser Sicherheitsma\u00dfnahme ein Risiko, dass Quelldr\u00fccke allein auf die Ausbruchsicherung wirken und dann zus\u00e4tzlich diese Sch\u00e4den vor der Innenverschalung des Tunnels behoben werden m\u00fcssen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit sch\u00e4tzen sie auf 20- 50%.<\/li>\n<li>Trotz der von der Bahn gew\u00e4hlten Sicherungsmethoden muss nach Einsch\u00e4tzung der Gutachter &#8222;<em>dennoch damit gerechnet werden, dass es zu Wasserzutritten kommen kann. Die Erfahrung zeigt, dass &#8222;Tunnelbau ohne Wasser&#8220; nicht m\u00f6glich ist. Insofernhalten wir es nicht f\u00fcr realistisch, dass das Quellen des Anhydrits mit absoluter Sicherheit vermieden werden kann.&#8220;<\/em><\/li>\n<li>Die Gutachter verweisen auch auf ein Begehung des Cannstatter Tunnels, bei &#8222;<em>sowohl in der Sohle direkt bei der Ortsbrust wie auch bei den Ulmen in einer Entfernung\u00a0 von ca. 500 m von der Orstbrust wurden im Vortrieb 3 a [Cannstatter Tunnel] Wasserzutritte festgestellt&#8220;.<\/em> Auch ein Mitglied des Netzwerks Killeberg bemerkte bei einer Ortsbegehung im Feuerbacher Tunnel im Bereich der \u00dcbergangszone eine Vielzahl von feuchte Flecken.<\/li>\n<li>Der Sachverst\u00e4ndige f\u00fcr den Tunnelbau der Bahn, Professor Wittke, verweist seit Jahren auf seine zugegebenerma\u00dfen positiven Erfahrungen beim Bau der Wendeschleife und dem Hasenbergtunnel. Doch sind diese Tunnel mit den geplanten Tunnel f\u00fcr Stuttgart 21 vergleichbar? Der vom Netzwerk Killesberg und Umgebung beauftragte Geologe Dr. Hermann Behmel schrieb 2013 in seiner Pr\u00e4sentation anl\u00e4sslich der Plan\u00e4nderung zum Grundwassermanagment: \u201eI<em>m Vergleich zum Hasenbergtunnel werden die st\u00e4rker bebauten Gebiete Kriegsberg, Killesberg, Wartberg, Feuerbach, Kernerviertel und Stuttgart Ost mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl von Tunnelr\u00f6hren unterfahren. Eine gr\u00f6\u00dfere Zahl tektonischer St\u00f6rungen, Anhydrit- und Auslaugungsfronten werden in viel k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden viel h\u00e4ufiger gequert. Der schmale Bergsporn des Hasenbergs hat einen hohen Oberfl\u00e4chenabfluss der Niederschl\u00e4ge, geringe Versickerungsraten und geringe Wasserzutritte durch die St\u00f6rungen. Die gr\u00f6\u00dferen Fl\u00e4chen Killesberg und Gablenberg haben h\u00f6here Versickerungsraten mit einer gr\u00f6\u00dferen Wahrscheinlichkeit des Wasserzutritts in den Anhydrit. Sch\u00e4den an Rohrleitungen und Geb\u00e4uden sind auch au\u00dferhalb den Beweissicherungsgrenzen nicht auszuschlie\u00dfen. Die Beweissicherungsgrenzen sind daher nach der geologischen Struktur parzellenscharf auszuweisen&#8220;.<br \/>\n<\/em><\/li>\n<li>In der Pressemitteilung wird auch auf die sichere Durchfahrung des Heslacher Tunnels abgehoben. Nicht erw\u00e4hnt wurde, dass sich nach Information des am Bau beteiligten Geologen Dr. Dieter Nagel vier Jahre nach Baubeginn\u00a0 die Gel\u00e4ndeoberfl\u00e4che im unteren Teil der alten Weinsteige in ca. 70 Metern \u00dcberdeckung um 2-3 cm gehoben hat. Sch\u00e4den an den Geb\u00e4uden waren damit verbunden. Es gab also entgegen der Pressemitteilung der PSU Hebungen beim Bau des Heslacher Tunnels.<\/li>\n<li>Auch die KPMG-Gutachter ziehen als zus\u00e4tzliche Referenz f\u00fcr die Eintrittswahrscheinlichkeit die Erfahrungen mit anderen im Anhydrit gebauten Tunneln heran. Als besonders kritisch sehen sie die Tunnel, in denen der Tunnelquerschnitt den Anhydritspiegel anschneidet. Dies ist insbesondere unter dem Killesberg beim Bau des Cannstatter und Feuerbacher Tunnels der Fall. So hei\u00dft es im KPMG-Gutachten: &#8222;<em>Als zus\u00e4tzliche Referenz f\u00fcr die Eintrittswahrscheinlichkeit <\/em><br \/>\n<em> beziehen wir uns auf die Stellungnahme von Prof. Dr.-Ing. W. Wittke zum Gespr\u00e4chsprotokoll EBP, in welcher diverse gebaute Tunnel im Anhydrit aufgef\u00fchrt sind (vgl. Abbildung 10). Sieben der genannten Tunnel befinden sich in einer geologisch mit S21 vergleichbaren Situation (Anhydritspiegel im Bereich des Tunnels); bei f\u00fcnf davon traten Hebungen auf, bei vieren auch relevante Sch\u00e4den. Auch ohne <\/em><em>weiterf\u00fchrende Analyse der jeweils relevanten Gesamtl\u00e4ngen der kritischen Bereiche in diesen Tunnels ist dies nach unserer Auffassung ein klares Indiz f\u00fcr das Vorhandensein von Hebungs-Risiken bei einem Tunnel, welcher den Anhydritspiegel anschneidet.&#8220;<\/em><\/li>\n<li>Allerdings sch\u00e4tzen die Gutachter die Eintrittswahrscheinlichkeit f\u00fcr das Worstcase-Szenario, dass sich die Innenschale eines S21-Tunnels mehr als 10 cm hebt und die Inbetriebnahme wegen Tunnelsanierung verschoben werden muss, je nach R\u00f6hre zwischen 0,5 bis 13,5% ein. Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit f\u00fcr Sch\u00e4den an den Geb\u00e4uden an der Gel\u00e4ndoberfl\u00e4che rechnen sie mit 50% des o.g. Risikos, sprich zwischen 0,25% und 7,75%. Diese Berechnung gilt jedoch nur bis zum Inbetriebnahmetermin. Eine weitergehende Risikoabsch\u00e4tzung haben sie in ihrem Gutachten nicht vorgenommen.<\/li>\n<li>Nur am Killesberg sind die Geb\u00e4ude, die unmittelbar \u00fcber dem Tunnel im Anhydrit liegen, in einer Beweissicherungszone. Diese sind in der <a href=\"http:\/\/biss21.de\/\" target=\"_blank\">biss-Karte<\/a> zu ersehen. Keine Beweissicherungen sind an der Uhlandsh\u00f6he, der G\u00e4nsheide, Gablenberg, der Wangener H\u00f6he und Degerloch erfolgt bzw. vorgesehen. Angesichts des Risikos hatte der von den Netzwerken beauftragte Geologe Dr. Behmel vergeblich eine Ausweitung der Beweissicherungsgrenzen nach der geologischen Struktur gefordert.<\/li>\n<li>Doch auch eine Beweissicherung kann die Eigent\u00fcmer nicht vor einem Rechtsstreit mit der Versicherung der Bahn sch\u00fctzen, wenn die Quellbewegungen bzw. Hebungen erst nach Jahren einsetzen. <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21430\" target=\"_blank\">Die Netzwerke fordern daher Garantien von der Bahn und dem Bund, dass alle mit dem Tunnelbau verbundenen Sch\u00e4den vollumf\u00e4nglich \u00fcbernommen werden.<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bahn\u00a0 bzw. die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) hat auf die Berichterstattung zum untersch\u00e4tzten Tunnelbaurisiko durch Anhydrit reagiert und zu einem Pressegespr\u00e4ch mit ihrem Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr den Tunnelbau, Prof. Dr-Ing. Walter Wittke (WBI) geladen. Dem Pressegespr\u00e4ch ging eine Pressemitteilung &hellip; <a href=\"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21311\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[55,35,47,12,16,20,38,30],"tags":[],"class_list":["post-21311","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anhydrit","category-gablenberg","category-gaensheide","category-gebaeuderisiken","category-haftung-im-schadensfall","category-killesberg","category-tunnelstrecken","category-wangen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21311"}],"version-history":[{"count":60,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21311\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21577,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21311\/revisions\/21577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}