{"id":21080,"date":"2016-11-17T01:52:34","date_gmt":"2016-11-16T23:52:34","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21080"},"modified":"2017-12-07T23:51:19","modified_gmt":"2017-12-07T21:51:19","slug":"netzwerke-gehen-staubbelastung-mit-immissionsschutzbeauftragten-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21080","title":{"rendered":"Gespr\u00e4ch mit der Bahn und dem Immissionsschutzbeauftragten wegen der Staubbelastung durch S21-Tunnelbau"},"content":{"rendered":"<p>Die stinkenden Sprengstaubwolken an den S21-Zwischenangriffen sind weiterhin f\u00fcr viele Anwohner ein Thema. Daher fand auf Einladung der st\u00e4dtischen B\u00fcrgerbeauftragten Alice Kaiser gestern ein rund zweist\u00fcndiges Gespr\u00e4ch zwischen Vertretern der Netzwerke und der Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) sowie dem Immissionsschutzbeauftragten f\u00fcr Staub und Luftschadstoffe, Dr. Achim Lohmeyer, statt. Besprochen wurde die Staubbelastung im Kernerviertel, am Wartberg und Dornbusch sowie in Wangen durch die Sprengungen im Tunnelbau mit folgenden Informationen, die wir unkommentiert in Form eines Protokolls wiedergeben m\u00f6chten:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Kernerviertel \/ Rettungszufahrt S\u00fcd<br \/>\n<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Immissionsschutzbeauftragte Dr. Lohmeyer r\u00e4umte im Gespr\u00e4ch ein, dass es bei den Sprengungen im Kernerviertel &#8222;affenartig&#8220; gestaubt hat. Allerdings seien alle von ihm vorgeschlagenen und nach seiner Einsch\u00e4tzung auch machbaren staubmindernden Ma\u00dfnahmen von der Bahn umgesetzt worden. Diese seien auch im <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/160923-Staub-v-AKaiser-66S21-BB_Mitte-Stellungnahme_Beschluss12.9.16.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bericht der B\u00fcrgerbeauftragten an den Bezirksbeirat Mitte<\/a> und dem <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/20160808-Antwort-EBA-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schreiben des EBAs an das Netzwerk Kernerviertel <\/a>aufgelistet und umfassen folgende Ma\u00dfnahmen:<\/p>\n<ul>\n<li>So muss der Staub, der beim Bohren der bis zu 1,5 Meter tiefen Sprengl\u00f6cher entsteht, durch Abdeckungen mit &#8222;Glocken&#8220; sofort abgesaugt werden, damit die Staubbelastung im Tunnel vor den Sprengungen m\u00f6glichst niedrig gehalten wird.<\/li>\n<li>Nach der Sprengung wird dem Staub Zeit gegeben sich zu setzen, bevor die Luft nach Au\u00dfen geblasen wird.<\/li>\n<li>Wegen der quellf\u00e4higen, anhydritf\u00fchrenden Tunnelabschnitte wird am Tunnelboden statt Wasser Calziumclorid aufgebracht, um den Staub dort zu binden.<\/li>\n<li>Nur in den ersten zwei bis dreihundert Meter des Tunnels hinter der Rettungszufahrt kann im nicht quellf\u00e4higen Gestein mit acht hintereinander installierten D\u00fcsenb\u00f6gen zur Wasserbenebelung gegen die Staubwolken vorgegangen werden. Wenn zuviel Wasser dabei eingesetzt wird, schreitet jedoch die Stadt Stuttgart wegen der Wassertr\u00fcbung ein, die in das Abwasser gelangt.<\/li>\n<li>Das abgesprengte Material wird jetzt in Muldenkippern mit gr\u00f6\u00dferen Fassungsvolumen zum Steinbrecher transportiert, um auch hier Staubwolken zu vermeiden. Die Steinbrecheranlage sei ebenfalls mit einer Wasserberegnungsanlage ausgestattet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Trotz dieser Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen nach Einsch\u00e4tzung des Immissionsschutzbeauftragten Sprengstaubwolken, wie sie im Sommer ausgetreten sind, nicht verhindert werden. Die Anwohner des Kernerviertels m\u00fcssten wegen des noch andauerenden Tunnelbaus mit weiteren Staubwolken rechnen. Die Staubwolken w\u00fcrden vorwiegend jedoch nicht den f\u00fcr die Lungen gef\u00e4hrlichen Feinstaub, sondern Grobstaub ab einer Korngr\u00f6\u00dfe von 2,5 \u00b5m aufw\u00e4rts, enthalten.<\/p>\n<p>Aufgrund der zahlreichen Beschwerden der Anwohner und der Eltern am nahgelegenen Spielplatz seien weitere Messungen erfolgt bzw. werden noch durchgef\u00fchrt:<\/p>\n<ul>\n<li>Bei einer aus seiner Sicht rep\u00e4sentativen Sprengung wurde die Ammoniakbelastung in der Rettungszufahrt hinter den Wasserd\u00fcsen gemessen. Die Werte l\u00e4gen jedoch unterhalb der Anhaltswerte f\u00fcr Kleinkinder und \u00e4ltere Menschen. <a title=\"Bahn ver\u00f6ffentlicht Gutachten \u00fcber die Ammoniak-Konzentration bei Sprengschwaden an der Rettungszufahrt S\u00fcd\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=20863\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wir haben dar\u00fcber berichtet.<\/a> Eine Gesundheitsgefahr w\u00fcrde von dem gemessenen Ammoniakgehalt nicht ausgehen; die Geruchsbelastung sei jedoch l\u00e4stig.<\/li>\n<li>Nach Abstimmung mit der Stadt und den Umweltbeh\u00f6rden wird am Spielplatz eine weitere Feinstaubmessstelle im Zentrum Stuttgarts eingerichtet und in Betrieb genommen. Bislang erfolgen die Feinstaubmessungen in der Stuttgarter Innenstadt an den Messstellen am Neckartor, am Hauptbahnhof und am Schwabenzentrum. Der Feinstaub soll auch nach der Verursachung (Stra\u00dfenverkehr\/ Baustellenbetrieb) ausgewertet werden.<\/li>\n<li>Auf dem Schallschutzdach der Rettungszufahrt wird eine 10 Meter hohe Windmesstation errichtet, um auch diesen Faktor in die Auswertungen miteinzubeziehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kritisiert wurde von den Vertretern des Netzwerks Kernerviertel erneut, dass die <a title=\"Kernerviertel weiterhin mit Staubwolken durch Sprengungen belastet. Staubbelastung wird erst seit Juni 2016 gemessen\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=19077\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Staubmessstelle 13 direkt \u00fcber der Rettungszufahrt f\u00fcr ein Jahr zwischen Juni 2015 bis Mai 2016 au\u00dfer Betrieb genommen<\/a> und an den Nordkopf verlagert wurde. Daher sei das im Gespr\u00e4ch gezeigte Schaubild \u00fcber die in diesem Zeitraum gemessene Staubbelastung nicht ausagekr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Seit Juni 2016 ist diese Messstelle wieder in Betrieb genommen. Die seither gemessenen Monatswerte hatte der Immissionsschutzbeauftragte allerdings im Gespr\u00e4ch nicht dabei, wird sie aber dem Netzwerk \u00fcber die B\u00fcrgerbeauftragte elektronisch zur Verf\u00fcgung stellen. Das Netzwerk wies daraufhin, dass nach dem urspr\u00fcnglichen Staubmesskonzept die Messwerte zumindest halbj\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlicht werden sollten. Eine monatliche Ver\u00f6ffentlichung der Messwerte im Internet oder eine Ver\u00f6ffentlichung pro Quartal w\u00e4re mit Blick auf weiterhin anhaltende Anwohnerbeschwerden sinnvoll.<\/p>\n<p><strong>2. Wartberg und Dornbusch \/ Zwischenangriff Prag<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Eine Vertreterin des Netzwerks Killesberg und Umgebung schilderte die Beeint\u00e4chtigungen, die die Anwohner des Wartebergs ausgesetzt seien. Weiterhin treten immer wieder am ZA Prag stinkende Staubwolken aus, die nach ihren Erfahrungen die Schleimh\u00e4ute reizen w\u00fcrden. Der Geruch w\u00fcrde sich nach Schilderungen der Nachbarn am Wartberg teilweise auch in den H\u00e4usern festsetzen. Auch sei in den letzten Tagen von einigen Anwohnern ein Brandgeruch festgestellt worden.<\/p>\n<p>Dr. Lohmeyer konnte diese Geruchsbelastungen nicht dem Tunnelbau zurechnen. Die Ammoniakmessung, die der T\u00dcV S\u00dcD bei einer Sprengung in der Rettungszufahrt durchgef\u00fchrt hat, sei auch f\u00fcr den Feuerbacher Tunnel repr\u00e4sentativ. Eine weitere Ammoniakmessung daher nicht erforderlich. Allerdings sei nach den Anwohnerbeschwerden seit 1.Oktober die Staubmesstelle 4 von der Baulogistikstra\u00dfe hin zum Dornbuschweg verlagert worden. Der Dornbusch sei gegen\u00fcber dem Wartberg aufgrund der Windrichtung mehr belastet. Von daher seien dort ggf. h\u00f6here Staubmesswerte als am Wartberg zu erwarten. Die Messwerte w\u00fcrden dem Netzwerk Killesberg bereitgestellt werden.<\/p>\n<p><strong>3. Wangen \/ Zwischenangriff Ulmer Stra\u00dfe<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die Vertreterin des Netzwerks Wangen schilderte, dass\u00a0 sich bei ihr Anwohner \u00fcber eine vom Zwischenangriff Ulmerstra\u00dfe herziehende Staubwolke klagen w\u00fcrden. Dies w\u00fcrde vor allem nachts auftreten. Allerdings seien diese Staubwolken wegen der Lichtverh\u00e4ltnisse nur schwer fotografier- bzw. filmbar. Sie h\u00e4tte jedoch auch Fotos von einer Staubwolke bekommen, die von Untert\u00fcrkheim aus gemacht wurden.<\/p>\n<p>Laut Aussage von Dr. Lohmeyer ist jedoch keine Staubmesstelle in Wangen nach dem Planfeststellungsbeschluss 1.6a vorgesehen. Das Staubmesskonzept sei nach der Planfeststellung bei Stuttgart 21 der Bahn ausschlie\u00dflich in der Innenstadt auferlegt worden. Die Vertreter der Bahn erkl\u00e4rten, dass sich bisher auch nur ein einziger Anwohner \u00fcber die Staubbelastung am ZA Ulmer Stra\u00dfe bei der Bauinfo und der Stadt Stuttgart beschwert h\u00e4tte. Daher best\u00fcnde bislang aus ihrer Sicht auch kein Handlungsbedarf auf Staubmessungen und Auflagen gegen\u00fcber den Baufirmen. Die Baustelle sei zudem vergleichsweise wenig von Staub belastet. Der Zwischenangriff Ulmer Stra\u00dfe sei mit den vier Tunnelr\u00f6hren, dem tiefen Schacht von der \u00d6rtlichkeit und der Entfernung zur Wohnbebauung mit der Rettungszufahrt im Kernerviertel nicht vergleichbar. Staub w\u00fcrde beim ZA Ulmer Stra\u00dfe lediglich beim Betrieb des Portalkrans mit dem Aushub entstehen, der jedoch mit Spr\u00fchnebel reduziert w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Falls die Staubwolken wieder auftreten w\u00fcrden, sollten die Anwohner sich die Zeit notieren und bei der Bauinfo und der Stadt beschweren. Am besten mit Fotos und Filmen, die die Staubbelastung belegen w\u00fcrden. Nur mehrfache Beschwerden g\u00e4ben eine Handhabe, t\u00e4tig zu werden, erg\u00e4nzte die B\u00fcrgerbeauftragte Alice Kaiser.\u00a0Das Netzwerk Wangen sicherte zu, die bereits vorliegenden Fotos von der Staubwolke an die PSU zu schicken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die stinkenden Sprengstaubwolken an den S21-Zwischenangriffen sind weiterhin f\u00fcr viele Anwohner ein Thema. Daher fand auf Einladung der st\u00e4dtischen B\u00fcrgerbeauftragten Alice Kaiser gestern ein rund zweist\u00fcndiges Gespr\u00e4ch zwischen Vertretern der Netzwerke und der Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) sowie dem Immissionsschutzbeauftragten &hellip; <a href=\"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=21080\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[55,83,8,28,21,20,42,34,75,10,30],"tags":[],"class_list":["post-21080","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anhydrit","category-anwohnerveranstaltung","category-bauarbeiten","category-bauinfo-kommunikationsbuero","category-kernerviertel","category-killesberg","category-luftschadstoffe-feinstaub","category-planfeststellung","category-sprengungen","category-veranstaltungen","category-wangen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21080"}],"version-history":[{"count":35,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21080\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26541,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21080\/revisions\/26541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}