{"id":20454,"date":"2016-10-11T23:27:46","date_gmt":"2016-10-11T21:27:46","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=20454"},"modified":"2016-10-13T00:11:39","modified_gmt":"2016-10-12T22:11:39","slug":"aktiver-schallschutz-am-za-prag-nichts-geht-mehr-ein-ortstermin-von-betroffenen-mit-der-psu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=20454","title":{"rendered":"Aktiver Schallschutz am ZA Prag \u2013 Nichts geht mehr? Ein Ortstermin von Betroffenen mit der PSU"},"content":{"rendered":"<p><em>Beitrag von Uli Hangleiter, Vorsitzender des Netzwerks Killesberg und Umgebung e.V.:<\/em><\/p>\n<p>Die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) hatte dem Netzwerk Killesberg und Umgebung e.V. Ende September mitgeteilt, <em>\u201edass die angek\u00fcndigten Ma\u00dfnahmen zur Ert\u00fcchtigung des aktiven Schallschutzes am ZA Prag zwischenzeitlich abgeschlossen wurden.<\/em>\u201c Diese Ma\u00dfnahmen hatten die betroffenen Anwohner und das Netzwerk seit Monaten gefordert, nachdem die L\u00e4rmbelastung der umliegenden Wohngebiete Wartberg und Dornbusch durch die Bewetterung der Tunnel immer st\u00e4rker geworden war. Man muss dazu wissen, dass die Wohnumgebung des ZA Prag schon in der Planfeststellung als besonders belastet gesehen wurde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"shrinkToFit\" src=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/assets\/statements_neu\/000\/192\/948\/original\/Lutten_u._Frischluftgeblaese_vor_dem_ZA_Prag_DSC_6645.JPG?1475956538\" alt=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/assets\/statements_neu\/000\/192\/948\/original\/Lutten_u._Frischluftgeblaese_vor_dem_ZA_Prag_DSC_6645.JPG?1475956538\" width=\"599\" height=\"397\" \/><\/p>\n<p><em>Foto von Wolfgang R\u00fcter- Mehr dazu in seinem PS-Beitrag: &#8222;<a title=\"PS: Frischluft- und Schallschutz-Probleme beim ZA Prag \/ Wartberg&quot;\" href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/statements\/192948\" target=\"_blank\">Frischluft- und Schallschutz-Probleme beim ZA Prag \/ Wartberg&#8220;<\/a><\/em><\/p>\n<p>Zusammen mit o.a. \u201eVollzugsmeldung\u201c erreichte die Betroffenen die Einladung der PSU zu einem Ortstermin, bei der die Ma\u00dfnahmen und ihre Wirkungen vorgef\u00fchrt werden sollten. Dieser Termin fand am 4. Oktober 2016 statt. Im Vorfeld hatte das Netzwerk der Bahn geschrieben, dass \u201ew<em>ir weniger Wert legen auf die Pr\u00e4sentation der Ma\u00dfnahmen und deren Technik, als vielmehr auf deren Wirkungen in Form von L\u00e4rmminderungen\u2026&#8220; <\/em>Vor allem wollten die Betroffenen Daten aus Messungen \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume und unter gleichen Betriebszust\u00e4nden vorgef\u00fchrt bekommen.<\/p>\n<p>Die Bahn legte beim Ortstermin Wert auf die Feststellung, dass \u201e<em>die L\u00fcftungsanlage mit hohem Aufwand deutlich \u00fcber den Stand der L\u00e4rmminderungstechnik hinaus schallschutztechnisch optimiert worden ist<\/em>\u201c. \u201e<em>Mehr geht nicht<\/em>\u201c lie\u00df die Bahn wissen. Die Ma\u00dfnahmen seien erforderlich gewesen, um \u201e<em>auf der Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses einen geordneten, wirtschaftlich vertretbaren Tunnelvortrieb zu erm\u00f6glichen<\/em>\u201c \u2013 von der Reduzierung der L\u00e4rmbelastungen f\u00fcr die Anwohner ist nicht die Rede.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bei den Messungen durch das Ingenieurb\u00fcro Fritz ergab sich, dass durch die Ma\u00dfnahmen eine L\u00e4rmminderung von 10 dB(A) erreicht werden konnte. Das hei\u00dft, dass die Bahn die Leistung der L\u00fcftungsaggregate h\u00f6her fahren kann, um die erforderliche Luftzufuhr in den immer l\u00e4ngeren Tunneln zu erreichen. Im Umkehrschluss hei\u00dft dies: w\u00e4ren die L\u00e4rmschutzma\u00dfnahmen nicht erfolgreich gewesen, h\u00e4tte der weitere Baufortschritt nur stark verlangsamt erfolgen k\u00f6nnen. Von einem positiven Effekt haben die Anwohner nun aber gar nichts.<\/p>\n<p>Im <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/97754-AMS-12-DBPSU-S21-PfA-1_5-Tunnelbewetterung.pdf\" target=\"_blank\">Messbericht Nr. 12 vom 22.9.2016<\/a> macht der Immissionsschutzbeauftragte Peter Fritz zu den Wirkungen der Bewetterungsanlage folgende Aussage: <em>\u201eIm Ergebnis ist festzustellen, dass sich aus Sicht der Anlieger, die sich \u00fcber die Immissionsbelastung beklagen, kein akustisch wahrnehmbarer Vorteil entwickelt hat. Demgem\u00e4\u00df ist es erforderlich, die nun offensichtlich baubetriebstechnisch unvermeidbaren Emissionen der Tunnelbewetterungsanlage zu akzeptieren und die Auswirkungen auf den Immissionsschutz unter Ber\u00fccksichtigung des gesamten Baustellenbetriebs am ZA Prag zu beurteilen<\/em>.\u201c Die Anwohner sollen also \u201eUnvermeidbares\u201c akzeptieren und dann auch noch Verst\u00e4ndnis zeigen f\u00fcr die Probleme \u201edes gesamten Baustellenbetriebs\u201c \u2013 wo gibt\u00b4s denn so was!?<\/p>\n<p>Was zudem befremdet: Der L\u00e4rm wurde gar nicht direkt im Wohngebiet gemessen, sondern in der Stresemannstr. 76 \u2013 im Bereich des Baub\u00fcros und weit oberhalb der L\u00fcfter. Die dortige Messstelle soll als Referenzpunkt gelten. Die Betroffenen erkennen dies nicht an. So hei\u00dft es in dem <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Messkonzept_PFA_1_5-97751-AMSE-1-DBPSU1.pdf\" target=\"_blank\">Messkonzept Schall vom 14.11.2014 f\u00fcr den PFA 1.5.:<\/a><\/p>\n<p><em>&#8222;1.1.2 IB-S2 \u201eZA Prag\u201c \u2013 DB PSU<\/em><br \/>\n<em> Anhand von Schallimmissionsmessungen ist exemplarisch an einem besonders exponierten Wohngeb\u00e4ude (z.B. am Geb\u00e4ude Gudrunweg 7) nachzuweisen, dass zumindest die in dem betreffenden Detailgutachten prognostizierten Beurteilungspegel eingehalten bzw. unterschritten werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ob bei weiterem Fortschreiten des Vortriebs die Leistungen der L\u00fcfter nicht doch noch erh\u00f6ht werden m\u00fcssen und damit dann weitere L\u00e4rmbelastungen auf die Anwohner zukommen, ist f\u00fcr diese eine offene Frage. Die Bahn will dies durch sog. Booster l\u00f6sen, die im Tunnelinneren eingebaut werden und die Luftzufuhr verst\u00e4rken sollen. Immerhin wurde eine Nachtabsenkung der Bewetterungsanlage auf 700 U\/min bis zu Bauende zugesagt.<\/p>\n<p>Entlastungen f\u00fcr die Anwohner sollen mit Hilfe von passiven Schallschutzvorkehrungen (z.B. Schallschutzfenster) erreicht werden. Obwohl diese zu einem gro\u00dfen Teil immer noch nicht ausgef\u00fchrt sind, wird die Baustelle jetzt auf H\u00f6chstlast gefahren. Die Anwohner sind ungehalten wegen der Verz\u00f6gerungen beim Einbau.<\/p>\n<p>Das Netzwerk Killesberg hat daher sich mit folgender E-Mail an die PSU gewandt:<\/p>\n<p>&#8222;Der Ortstermin am <span data-cmp_parsed_date=\"2016-10-04\" data-ce-class=\"Dates\">04.10.2016<\/span> im Baub\u00fcro am ZA Prag war f\u00fcr uns wenig zufriedenstellend. Unsere Mitglieder sind \u00fcber das \u201emehr geht nicht\u201c gefrustet und wollen nicht glauben, dass der L\u00e4rm nun \u201egedeckelt\u201c ist. Eine Gesamtbilanz geh\u00f6rt nicht an diese Stelle. Es sind auch Detailfragen offen geblieben wie: zu welchen absoluten L\u00e4rmwerten die Ma\u00dfnahmen des aktiven Schallschutzes letztlich gef\u00fchrt haben bzw. f\u00fchren \u2013 vor allem bei Nacht und bei reduzierten Drehzahlen der L\u00fcfter auf 700 bis 900 U\/min.<\/p>\n<p>Das Netzwerk Killesberg und Umgebung e.V. fordert daher ein neues Detailgutachten f\u00fcr den ZA Prag mit Angaben zu den maximalen L\u00e4rmbelastungen f\u00fcr den Tag- und Nachtbetrieb. In diesem m\u00fcssen alle baulichen und technischen Ver\u00e4nderungen sowie die aktuellen Betriebszust\u00e4nde Ber\u00fccksichtigung finden. (Das letzte Detailgutachten, das uns zug\u00e4nglich ist, stammt vom November 2015). Die Forderung nach einem neuen Detailgutachten entspricht im \u00dcbrigen auch der Feststellung des Immissionsschutzbeauftragten in seinem Messbericht Nr. 97754-AMS-12 vom <span data-cmp_parsed_date=\"2016-09-22\" data-ce-class=\"Dates\">22.09.2016<\/span> (Seite 9).<\/p>\n<p>Wir erwarten zudem die Vorlage der Ma\u00dfnahmenbl\u00e4tter Immissionsschutz, in denen die Ma\u00dfnahmen des Aktiven Schallschutzes den Konflikten zuzuordnen sind.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich fordern wir die Einhaltung des Messkonzepts und den Nachweis <em><em>an einem charakteristischen Wohngeb\u00e4ude (z.B. am Geb\u00e4ude Gudrunweg 7), \u201edass zumindest die in dem betreffenden Detailgutachten prognostizierten Beurteilungspegel eingehalten bzw. unterschritten werden.\u201c Hier ist<\/em><\/em> dann alle 6 bis 8 Wochen jeweils \u00fcber 7 Tage zu messen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag von Uli Hangleiter, Vorsitzender des Netzwerks Killesberg und Umgebung e.V.: Die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) hatte dem Netzwerk Killesberg und Umgebung e.V. 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