{"id":20383,"date":"2016-10-06T22:21:11","date_gmt":"2016-10-06T20:21:11","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=20383"},"modified":"2016-10-08T00:38:47","modified_gmt":"2016-10-07T22:38:47","slug":"sz-bahnprojekt-stuttgart-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=20383","title":{"rendered":"SZ: &#8222;Bahnprojekt Stuttgart 24&#8243;\/ Wirtschaftspr\u00fcfer rechnen mit bis zu 6,7 Milliarden Euro, sehen aber untersch\u00e4tzte Risiken und eine unrealistische Zeitplanung bei Stuttgart 21"},"content":{"rendered":"<p>Am 13.Oktober 2016 tagt der Aufsichtsrat der DB AG in einer Sondersitzung \u00fcber Stuttgart 21. Dabei soll das Gutachten der\u00a0 Wirtschaftspr\u00fcfungsgeselllschaft KPMG und des Schweizer Ingenieurb\u00fcros Ernst Basler und Partner vorgestellt werden, das der Aufsichtsrat im M\u00e4rz\u00a0 zur Kosten- und Bauzeitprognose in Auftrag gegeben hatte. Das Aktionsb\u00fcndnis hat sich wegen der Kostenabsch\u00e4tzung des Bundesrechnungshofs im Vorfeld der Sitzung in einem <a title=\"Neue Lage nach den Berichten des Bundesrechnungshofs zum Gro\u00dfprojekt Stuttgart 21\" href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/neue-lage-nach-den-berichten-des-bundesrechnungshofs-zum-grossprojekt-stuttgart-21\/\" target=\"_blank\">offenen Brief an die Mitglieder des Aufsichtsrats <\/a>gewandt.<\/p>\n<p>Jetzt berichtet die S\u00fcddeutsche Zeitung in ihrer exclusiven Meldung &#8222;<a title=\"SZ: Bahnprojekt Stuttgart 24\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/neuer-tiefbahnhof-bahnprojekt-stuttgart-1.3194017\" target=\"_blank\">Bahnprojekt Stuttgart 24<\/a>&#8220;\u00a0 im Vorfeld \u00fcber die Ergebnisse des streng vertraulichen Gutachtens. Danach k\u00f6nne man<em> &#8222;nach derzeitigem Kenntnisstand davon ausgehen, &#8222;dass die Gesamtkosten in einer Bandbreite von rund <span class=\"nowrap\">6,3<\/span> bis <span class=\"nowrap\">6,7<\/span> Milliarden Euro liegen werden&#8220;.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Damit liegen die Pr\u00fcfer zwar unter den vom Bundesrechnungshof gesch\u00e4tzten 10 Milliarden. Doch laut SZ haben die Pr\u00fcfer erhebliche Bedenken, was die Risikobewertung der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH insbesondere beim Tunnelbau betrifft. Die SZ schreibt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der zust\u00e4ndigen Tochtergesellschaft DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) werfen sie vor, sich mit bestimmten Bauproblemen &#8222;nicht ausreichend&#8220; befasst zu haben.Vor allem beim Tunnelbau sehen sie die Gefahr, dass das Projekt durch ein Eindringen von Wasser noch einmal mehr Geld\u00a0kostet.Die Bahn habe diverse Risiken &#8222;unterbewertet&#8220; oder &#8222;untersch\u00e4tzt&#8220;, schreiben die Experten. So stellten die Pr\u00fcfer bei einer Besichtigung des Tunnels Bad Cannstatt Feuchtigkeit fest. Dabei habe die Projektgesellschaft der Bahn zuvor behauptet, die Tunnel seien in der Bauphase &#8222;absolut\u00a0trocken&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>Auch der zuletzt mantrahaften Erkl\u00e4rung der Bahn in der \u00d6ffentlichkeit, dass sie trotz einer Verz\u00f6gerung von zwei Jahren die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 zum Dezember 2021 halten k\u00f6nne, erteilten die Pr\u00fcfer eine klare Absage. So schreibt die SZ:<\/p>\n<p>&#8222;<em>Wegen diverser Schwierigkeiten gehen die Autoren davon aus, dass sich die Inbetriebnahme des Bahnhofs um mindestens ein Jahr, wom\u00f6glich aber sogar um drei Jahre verschiebt. Der Starttermin k\u00f6nne &#8222;nach unserer Einsch\u00e4tzung zwischen Dezember <span class=\"nowrap\">2022<\/span> und Dezember <span class=\"nowrap\">2024<\/span> liegen&#8220;, schreiben sie. Dazu hei\u00dft es in dem Gutachten: &#8222;Nach unserer Ansicht ist die vollst\u00e4ndige Einsparung von <span class=\"nowrap\">24<\/span> Monaten bei einer verbleibenden Restbauzeit von rund f\u00fcnf Jahren als nicht realistisch anzusehen.&#8220; Zw\u00f6lf Monate lie\u00dfen sich gewinnen, durch die Risiken beim Tunnelbau k\u00f6nnte sich aber die Bauzeit auch um bis zu <span class=\"nowrap\">36<\/span> Monate verl\u00e4ngern. Deshalb kalkulieren die Gutachter mit einem Termin f\u00fcr die Inbetriebnahme des Bahnhofs zwischen Dezember <span class=\"nowrap\">2022<\/span> und Dezember\u00a02024.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Sprich: auch die vom Aufsichtsrat beauftragten Gutachter sch\u00e4tzen die Risikobewertung und die Zeitplanung der Bahn bei Stuttgart 21 f\u00fcr nicht realistisch ein. Fraglich ist, wie dann die Wirtschaftspr\u00fcfer die Einhaltung des Kostenrahmens von 6,7 Milliarden attestieren k\u00f6nnen. Daher die Einschr\u00e4nkung\u00a0 der Pr\u00fcfer &#8222;<em>nach derzeitigen Kenntnissstand&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>Nicht nur beim der Einhaltung des offiziellen Zeitplans f\u00fchrt die Bahn die \u00d6ffentlichkeit an der Nase herum. Dass die Pr\u00fcfer beim Besuch des Cannstatter Tunnels Feuchtigkeit feststellten, obwohl dieser nach Aussage der Bahn &#8222;<em>absolut trocken<\/em>&#8220; gebaut sei, ist ein starkes St\u00fcck.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten noch einmal daran erinnern, dass die Netzwerke 21 immer wieder auf die Risiken des Tunnelbaus im Anhydrit auch f\u00fcr die dar\u00fcber liegenden Geb\u00e4ude hingewiesen haben. So hatten die Netzwerke im Fr\u00fchjahr 2013 im Rahmen des Plan\u00e4nderungsverfahrens zum Grundwassermanagment den Geologen Dr. Hermann Behmel mit einer Stellungnahme und einer Pr\u00e4sentation f\u00fcr die Er\u00f6rterung beauftragt. <a title=\"Zum neuen Bauverfahren im Anhydrit. Von Netzwerken 21 beauftragter Geologe warnte vor Gefahr des Wasserzutritts\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=17846\" target=\"_blank\">Wir hatten zuletzt im Juni berichtet.<\/a> Alle Einw\u00e4nde seinerseits wurden vom Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart letztendlich nur zu den Akten genommen wurden. Dr. Behmel wies damals darauf hin, dass sich der Wassereintritt vorallem im Bereich des Killesbergs kaum vermeiden l\u00e4sst. <a title=\"G\u00fcrtel und Hosentr\u00e4ger reichen nicht. Zum neuen 144 Millionen Euro teuren Bauverfahren im Anhydrit\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=17608\" target=\"_blank\">Dies ist genau der Bereich, in dem jetzt die Bahn 144 Millionen Euro zus\u00e4tzlich investiert<\/a>, um die Tunnel vor dem Wassereintritt zu sch\u00fctzen und in dem die Pr\u00fcfer jetzt Feuchtigkeit vorfanden. So schrieb Dr. Behmel in seiner Stellungnahme 2013:<\/p>\n<p><em>\u201eKillesberg-Kriegsberg: Im Bereich der St\u00f6rungen greift die Umwandlung von Anhydrit zu Gips und die Auslaugung von Gips weit in die Tiefe. Horizontale Verwerfungen ohne oder mit geringer vertikaler Komponente k\u00f6nnen auch in einer Serie von Bohrungen nicht erkannt werden. Bei nahezu allen St\u00f6rungen handelt es sich h\u00e4ufig nicht um glatte Br\u00fcche, sondern um breite Zonen der Gesteinszerr\u00fcttung. Beim Tunnelvortrieb entstehen neue Wasserwegsamkeiten im Gestein, der Wasserzutritt aus dem Gipskarst in den Anhydrit l\u00e4sst sich kaum vermeiden.\u201c<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Und als ein Vorstandsmitglied des Netzwerks Killesberg letztes Jahr in einem Gespr\u00e4ch mit der PSU auf die Risiken der Sprengungen im kritischen anhydritf\u00fchrenden Gestein unterhalb des Killesbergs hinwies, wurde er damals wortw\u00f6rtlich als &#8222;Verschw\u00f6rungstheoretiker&#8220; titutliert&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 13.Oktober 2016 tagt der Aufsichtsrat der DB AG in einer Sondersitzung \u00fcber Stuttgart 21. 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