{"id":17846,"date":"2016-06-12T21:04:32","date_gmt":"2016-06-12T19:04:32","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=17846"},"modified":"2016-12-04T20:40:13","modified_gmt":"2016-12-04T18:40:13","slug":"zum-neuen-bauverfahren-im-anhydrit-von-netzwerken-21-beauftragter-geologe-warnte-vor-gefahr-des-wasserzutritts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=17846","title":{"rendered":"Zum neuen Bauverfahren im Anhydrit. Von Netzwerken 21 beauftragter Geologe warnte vor Gefahr des Wasserzutritts"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber das 144 Millionen teure neue Bauverfahren der Tunnel im PFA 1.5. zur Absicherung gegen den Wassereintritt im Anhydrit<a title=\"G\u00fcrtel und Hosentr\u00e4ger reichen nicht. Zum neuen 144 Millionen Euro teuren Bauverfahren im Anhydrit\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=17608\" target=\"_blank\"> haben wir bereits berichtet.<\/a> In der Schlichtung hatte der renommierte Sachverst\u00e4ndige f\u00fcr den Tunnelbau, Prof. Dr. Walter Wittke, das &#8222;erprobte Bauverfahren&#8220; mit &#8222;doppelter Sicherheit&#8220; gegen die Einw\u00e4nde von kritischen Geologen verteidigt. Damit waren allerdings die Bedenken nicht ausger\u00e4umt. Im Gegenteil.<\/p>\n<p title=\"Schutz des Eigentums \u2013 Beim Bau von S21 ausgehebelt? Dr. H. Behmel: Risiken f\u00fcr Haus und Grund, Wangen, 15.03.2013\">Wir m\u00f6chten noch einmal daran erinnern, dass die Netzwerke 21 immer wieder auf die Risiken des Tunnelbaus im Anhydrit auch f\u00fcr die dar\u00fcber liegenden Geb\u00e4ude hingewiesen haben. So hatten die Netzwerke im Fr\u00fchjahr 2013 im Rahmen des Plan\u00e4nderungsverfahrens zum Grundwassermanagment den Geologen Dr. Hermann Behmel mit einer <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Behmel-S-21-Kriegsberg-Killesberg-Kernerviertel-Juni-13.pdf\" target=\"_blank\">Stellungnahme<\/a> und einer <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Behmel-Protokoll-13.09.13.pdf\" target=\"_blank\">Pr\u00e4sentation f\u00fcr die Er\u00f6rterung<\/a> beauftragt. Im M\u00e4rz 2013 erl\u00e4uterte Dr. Behmel auf einer <a title=\"Schutz des Eigentums \u2013 Beim Bau von S21 ausgehebelt? Dr. H. Behmel: Risiken f\u00fcr Haus und Grund, Wangen, 15.03.2013\" href=\"http:\/\/www.fluegel.tv\/beitrag\/6250\" target=\"_blank\">Infoveranstaltung der Netzwerke in Stuttgart Wangen\u00a0<\/a> die aus seiner Sicht beim Tunnelbau des Obert\u00fcrkheimer Tunnels f\u00fcr die Geb\u00e4ude bestehenden Risiken. Alle Einw\u00e4nde seinerseits wurden vom Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart letztendlich nur zu den Akten genommen wurden.<\/p>\n<p>Dr. Behmel wies damals darauf hin, dass sich der Wassereintritt vorallem im Bereich des Killesbergs kaum vermeiden l\u00e4sst. Dies ist genau der Bereich, in dem jetzt die Bahn 144 Millionen Euro zus\u00e4tzlich investieren muss, um die Tunnel vor dem Wassereintritt zu sch\u00fctzen. So schrieb Dr. Behmel in seiner Stellungnahme 2013:<\/p>\n<p><em>&#8222;Killesberg-Kriegsberg: Im Bereich der St\u00f6rungen greift die Umwandlung von Anhydrit zu Gips und die Auslaugung von Gips weit in die Tiefe. Horizontale Verwerfungen ohne oder mit geringer vertikaler Komponente k\u00f6nnen auch in einer Serie von Bohrungen nicht erkannt werden. Bei nahezu allen St\u00f6rungen handelt es sich h\u00e4ufig nicht um glatte Br\u00fcche, sondern um breite Zonen der Gesteinszerr\u00fcttung. Beim Tunnelvortrieb entstehen neue Wasserwegsamkeiten im Gestein, der Wasserzutritt aus dem Gipskarst in den Anhydrit l\u00e4sst sich kaum vermeiden.&#8220;\u00a0 <\/em>Seine<em>\u00a0<\/em> Pr\u00e4sentation enthielt die folgenden L\u00e4ngsschnitt des Feuerbacher Tunnels:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-900x900\" src=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Behmel-Killesberg-3.jpg\" alt=\"Behmel Killesberg 3\" width=\"610\" height=\"440\" \/><\/p>\n<p>Der Sachverst\u00e4ndige f\u00fcr den Tunnelbau der Bahn f\u00fcr Stuttgart 21, Prof. Dr. Wittke, verwies wiederholt auf seine Erfahrungen beim Bau des Hasenbergtunnels und den jahrelangen Forschungen im Freundensteintunnel. Nun reichen die damals zum Einsatz kommenden Sicherungstechniken doch nicht aus. Dabei h\u00e4tte die Bahn auch einmal auf kritische Geologen h\u00f6ren m\u00fcssen. So schrieb Dr. Behmel in seiner Pr\u00e4sentation:<\/p>\n<p><em>&#8222;Im Vergleich zum Hasenbergtunnel werden die st\u00e4rker bebauten Gebiete Kriegsberg, Killesberg, Wartberg, Feuerbach, Kernerviertel und Stuttgart Ost mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl von Tunnelr\u00f6hren unterfahren. Eine gr\u00f6\u00dfere Zahl tektonischer St\u00f6rungen, Anhydrit- und Auslaugungsfronten werden in viel k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden viel h\u00e4ufiger gequert. Der schmale Bergsporn des Hasenbergs hat einen hohen Oberfl\u00e4chenabfluss der Niederschl\u00e4ge, geringe Versickerungsraten und geringe Wasserzutritte durch die St\u00f6rungen. Die gr\u00f6\u00dferen Fl\u00e4chen Killesberg und Gablenberg haben h\u00f6here Versickerungsraten mit einer gr\u00f6\u00dferen Wahrscheinlichkeit des Wasserzutritts in den Anhydrit. Sch\u00e4den an Rohrleitungen und Geb\u00e4uden sind auch au\u00dferhalb den Beweissicherungsgrenzen nicht auszuschlie\u00dfen. Die Beweissicherungsgrenzen sind daher nach der geologischen Struktur parzellenscharf auszuweisen. &#8222;<\/em><\/p>\n<p>Auch die Forderung nach an der geologischen Struktur orientierte Beweissicherungsgrenzen wurde nicht aufgegriffen bzw. von der Bahn unter Hinweis auf die Unbedenklichkeit ihrer Vortriebsarbeiten abgetan. Mit Ausnahme des Lindenschulviertels blieb es bei den engen Beweissicherungszonen entlang einzelner Tunneltrassen. Im Stuttgarter Osten, unter dem die Vortriebe des Obert\u00fcrkheimer Tunnels und des Fildertunnels fast 10 Kilometer im Anhydrit durchfahren, ist von der Bahn \u00fcberhaupt keine Beweissicherung vorgesehen!<\/p>\n<p>Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass sich durch den Tunnelbau im Anhydrit die Gel\u00e4nderoberfl\u00e4che anhebt. So vier Jahre nach dem Bau des Heslacher Tunnels in mehr als 70 Meter \u00dcberdeckung. Seine Pr\u00e4sentation enthielt dazu folgende Folie:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-900x900\" src=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Behmel-Killesberg-4.jpg\" alt=\"Behmel Killesberg 4\" width=\"615\" height=\"437\" \/><\/p>\n<p>Doch davon war auf keiner Informationsveranstaltung der Bahn f\u00fcr die vom Tunnelbau betroffenen Anwohner die Rede, auch nicht auf der <a title=\"Tunnelbau ohne Zeitplan? Zur Informationsveranstaltung f\u00fcr den Stuttgarter Osten\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=17716\" target=\"_blank\">Veranstaltung am 2.Juni f\u00fcr den Stuttgarter Osten.<\/a><\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten daher auch noch einmal auf den Vortrag des Geologen Dr.Behmel hinweisen,\u00a0 den er 2013 auf einer Veranstaltung der Netzwerke in Wangen gehalten und den Fluegel-TV dankenswerterweise aufgenommen hat:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ODNaMtZRP2Y\" width=\"530\" height=\"530\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Themen:<\/strong><\/p>\n<p>04:23 Topographie, Hangbewegungen und -Rutschungen<br \/>\n07:35 Hohlr\u00e4ume unter Stuttgart<br \/>\n12:20 Anhydridspiegel<br \/>\n13:40 Aufquellungen: Wagenburgtunnel, Nordr\u00f6hre<br \/>\n15:20 Hebung der Weinsteige durch den Bau des Heslacher Tunnels (Anhydrid)<br \/>\n18:00 Auslaugungen, Dolinen in Stuttgart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber das 144 Millionen teure neue Bauverfahren der Tunnel im PFA 1.5. zur Absicherung gegen den Wassereintritt im Anhydrit haben wir bereits berichtet. 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