{"id":16988,"date":"2016-05-15T15:31:14","date_gmt":"2016-05-15T13:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=16988"},"modified":"2016-05-17T20:30:25","modified_gmt":"2016-05-17T18:30:25","slug":"stn-das-unterirdische-gebirge-hat-seine-eigenen-gesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=16988","title":{"rendered":"StN: Das unterirdische Gebirge hat seine eigenen Gesetze"},"content":{"rendered":"<p>Die Stuttgarter Nachrichten berichteten gestern (<a title=\"StN: Das unterirdische Gebirge hat seine eigenen Gesetze\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-21-geologen-das-unterirdische-gebirge-hat-seine-eigenen-gesetze.ba0edd4e-65f0-4f90-a284-9156832edb7e.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) \u00fcber die Arbeit eines beauftragten Bauingenieurs vom renommierten Ingenieurb\u00fcro <a href=\"http:\/\/www.wbionline.de\/leistungen\/?L=1\" target=\"_blank\">Prof. Dr. W. Wittke Beratende Ingenieure f\u00fcr Grundbau und Felsbau GmbH<\/a> auf der Stuttgart 21-Tunnelbaustelle im Obert\u00fcrkheimer Tunnel, der trotz der &#8222;<em>sehr komplexen&#8220; <\/em>Geologie im Stuttgarter Untergrund keine unkakulierbare Gefahr sieht. Seine Aufgabe ist es die Geologie zu untersuchen und die Sicherheit beim Tunnelbau zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Interessant ist die Passage der StN zu den Arbeitsbedingungen beim Bau der Tunnel im quellf\u00e4higem Anhydrit. Denn immerhin <a title=\"Bauarbeiten im quellf\u00e4higen Anhydrit: \u201eStaufen warnt Stuttgart\u201c\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=8201\" target=\"_blank\">rund 16 Kilometer m\u00fcssen bei Stuttgart 21 durch anhydritf\u00fchrenden unausgelaugten Gipskeuper durchfahren werden<\/a>:<\/p>\n<p><em>&#8222;Beim Anhydrit ist das anders. Da hilft es auch nicht, irgendeinen Puffer einzuplanen, falls sich der Untergrund ausdehnen sollte. Anhydrit kann man nur mit absoluter Trockenheit b\u00e4ndigen. \u201eAlso darf an solchen Stellen kein Wasser dran. Die Baustelle im Nachbartunnel zum Beispiel ist staubtrocken\u201c, sagt Hochg\u00fcrtel. Ohne eine gewaltige Absauganlage und Mundschutz k\u00f6nnte dort niemand arbeiten. Die Sicht liegt oft bei unter zwei Metern. Doch selbst wenn sp\u00e4ter irgendwo Gestein aufquellen sollte, habe man das im Griff, beteuert der Bauingenieur: \u201eDie Innenschale ist stark genug. In Deutschland herrscht ein sehr gro\u00dfes Sicherheitsdenken.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Einsch\u00e4tzung des Bauingenieurs, dass man beim Anhydrit alles im Griff habe, ist angesichts der Probleme, die bei Tunnelbauten auch noch in j\u00fcngster Zeit auftreten, optimistisch. So schrieb die <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Sanierung-Adlertunnel.jpg\" target=\"_blank\">Basler Zeitung \u00fcber die hohen Sanierungskosten beim 2001 fertiggestellten Schweizer Adler Tunnel<\/a>: &#8222;<em>Bei jedem neuen Juradurchstich warnen die Geologen vor dem Gipskeuper, w\u00e4hrend die Ingenieure erkl\u00e4ren, inzwischen habe man das Problem im Griff. Das war auch beim 5,3 Kilometer langen Adlertunnel so.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch berichtete die Stuttgarter Zeitung im Dezember letzten Jahres (<a title=\"Der Tunnel muss schon wieder saniert werden\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.leonberg-der-tunnel-muss-schon-wieder-saniert-werden.46cd4169-597c-4640-bf29-abf7fcd3d129.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) \u00fcber die erneut erforderliche, aufwendige und kostspielige Sanierung des 1999 in Betrieb gegangenen Leonberger Engelbergtunnels:<\/p>\n<p><em>&#8222;Erste Anzeichen, dass sich in dem Tunnel etwas tut, gab es schon vor 2010. In den beiden R\u00f6hren wurden Verschiebungen in der Fahrbahn gemessen. Obwohl die sich nur im Millimeterbereich bewegten, zeigten angehobene Gullyroste und verbogenen Blechverkleidungen an den Abluftsch\u00e4chten, dass etwas im Gange ist. (&#8230;)\u00a0\u201eEs wurde festgestellt, dass das Anhydrit auch von den Seiten dr\u00fcckt und die Fahrbahnen in Mitleidenschaft zieht\u201c, erl\u00e4uterte jetzt Hermann Klyeisen, der Baudirektor im Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart, bei dem Vor-Ort-Termin. Deshalb soll nun der Tunnel in den Jahren 2017 und 2018 unter Verkehr saniert werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Im StZ-Kommentar war damals Folgendes zulesen:\u00a0 <em>&#8222;Aufquellender Anhydrit hat schon w\u00e4hrend der Bauzeit 30 Zentimeter dicke provisorische Betonw\u00e4nde wie Eierschalen geknackt. Und weil man das wusste, versuchte man, mit drei Meter dickem Stahlbeton entgegenzuhalten \u2013 wie sich zeigt, nicht gerade erfolgreich. Die Planer von Stuttgart 21 sollten durch die Entwicklung in Leonberg gewarnt sein, denn sie haben mit \u00e4hnlichem Untergrund zu tun. Die doch nicht immer kalkulierbaren Kr\u00e4fte der Natur zu untersch\u00e4tzen, kann ganz sch\u00f6n ins Geld gehen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>In der Schlichtung wurden auch die Risiken des Tunnelbaus im Anhydrit behandelt. Verantwortliche der Bahn bzw. ihr Sachverst\u00e4ndige f\u00fcr den Tunnelbau bei Stuttgart 21, Prof. Dr. Wittke, argumentierten in den Planfeststellungsverfahren und in der Schlichtung, dass die Risiken des Tunnelbaus auch im stark quellenden Anhydrit-Gestein aufgrund der jahrezehntelangen Erfahrungen im Freudensteiner Versuchsstollen (<a title=\" StZ Versuchsstollen der Bahn Die T\u00fccken des Gipskeupers\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.versuchsstollen-der-bahn-die-tuecken-des-gipskeupers.3660bbdb-28f4-4a97-af61-8354a766efb2.html\" target=\"_blank\">StZ-Bericht<\/a>) sowie beim Bau der S-Bahn-Wendeschleife und des Hasenbergtunnels allesamt beherrschbar seien.<\/p>\n<p>Doch die beiden vom &#8222;Tunnelpapst&#8220; Prof. Dr. Wittke begleiteten Tunnel bilden die Ausnahme, wie die <a href=\"http:\/\/www.schlichtung-s21.de\/fileadmin\/schlichtungs21\/Redaktion\/pdf\/101120\/Sierig%20Georisiken%20beim%20Tunnelbau%20f%FCr%20Stuttgart%2021%202010-11-20.pdf\" target=\"_blank\">\u00dcbersichten, die der Geologe Dr. Jakob Sierig damals in der Schlichtung pr\u00e4sentierte<\/a>, zeigt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-900x900\" src=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Karte-Tunnel-im-Anhydrit.jpg\" alt=\"Karte Tunnel im Anhydrit\" width=\"626\" height=\"439\" \/><\/p>\n<p>Wenn die Quellprozesse eingesetzt haben, sind sie auch nach Jahrzehnten nicht mehr zu stoppen: <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-900x900\" src=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Tunnel-im-Anhydrit-Zeitstrahl.jpg\" alt=\"Tunnel im Anhydrit Zeitstrahl\" width=\"631\" height=\"436\" \/><\/p>\n<p>Ein exemplarische Auflistung von Sch\u00e4den durch quellenden Anhydrit findet man auf der <a href=\"https:\/\/www.fernsehturmfreunde.de\/fernsehturm-risikoabwaegung\/schaeden.html\" target=\"_blank\">Webseite der Fernsehturmfreunde.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stuttgarter Nachrichten berichteten gestern (hier) \u00fcber die Arbeit eines beauftragten Bauingenieurs vom renommierten Ingenieurb\u00fcro Prof. Dr. W. 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