{"id":16403,"date":"2016-04-11T23:35:18","date_gmt":"2016-04-11T21:35:18","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=16403"},"modified":"2016-04-13T21:51:43","modified_gmt":"2016-04-13T19:51:43","slug":"bericht-des-netzwerks-killesberg-zu-den-betroffenheiten-am-wartberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=16403","title":{"rendered":"Betroffenheiten am Wartberg"},"content":{"rendered":"<p><em>Beitrag des Netzwerk Killesberg und Umbung e.V:<\/em><\/p>\n<p>Das Gebiet Wartberg und mit ihm der Dornbusch sind Schwerpunkte der Betroffenheit entlang des Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1.5 von Stuttgart 21. Derzeit sind in keinem anderen Abschnitt die prognostizierten Immissionswerte, vor allem hinsichtlich L\u00e4rm und Staub, so hoch wie hier. Dies ist vor allem der N\u00e4he der C2-Logistikfl\u00e4che und der unmittelbaren Nachbarschaft des Zwischenangriffs (ZA) Prag geschuldet. Die Anwohner dort sind mehr betroffen als anderswo. Und die Bahn ist dort mehr gefordert als irgendwo anders im Norden. Dies ist in den letzten Wochen in massiver Realit\u00e4t deutlich geworden.<\/p>\n<p><strong>1. Aktuelle Immissionen<\/strong><\/p>\n<p>Nach anhaltenden Klagen der Anwohner rund um den Zwischenangriff Prag (Wartberg und Dornbusch) \u00fcber die dortigen L\u00e4rm, Staub- und Ersch\u00fctterungsbelastungen wurden im Februar und M\u00e4rz immerhin reale Schallmessungen vorgenommen. Die zugeh\u00f6rigen ver\u00f6ffentlichten Messberichte des Ingenieurb\u00fcros Fritz bzw. der Bahn (15.-21.3.16) betreffen aber nur einen Messpunkt \u201eIB-S2\u201c an der Stresemannstrasse, der auf die verschiedenen Wohnsituationen nicht \u00fcbertragbar ist. Man h\u00e4tte sich Messungen gew\u00fcnscht, die wohnungsn\u00e4her sind. Zumal das v<a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Messkonzept_PFA_1_5-97751-AMSE-1-DBPSU1.pdf\" target=\"_blank\">om EBA freigegbenene Messkonzept f\u00fcr den PFA 1.5. <\/a>dies vorgibt. Hier ein Auszug:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-900x900\" src=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Messpunkt-Wartberg.jpg\" alt=\"Messpunkt Wartberg\" width=\"592\" height=\"159\" \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dass aktuelle Messungen im Auftrag der ausf\u00fchrenden Firmen durchgef\u00fchrt werden, macht Hoffnung, dass sich zeitnah etwas verbessert.<\/p>\n<p>Die Klagen der Anwohner sind alt. Die Versuche der Bahn, hier Verbesserungen und Linderung der L\u00e4rmbelastungen zu erreichen, w\u00e4hren nun auch schon viele Monate. Innerhalb von sechs Wochen gab es zwei Gespr\u00e4chsrunden bei der DB Projekt (PSU), zu der die Anwohner eingeladen waren. Schon in der ersten Gespr\u00e4chsrunde am 15. Februar, bei der die Anwohner prim\u00e4r \u00fcber den Verzicht auf das Schallschutzdach und auf den n\u00e4chtlichen Abtransport des Abraums am ZA Prag informiert werden sollten, waren die verst\u00e4rkt laufenden und extrem st\u00f6renden Bewetterungsanlagen sehr schnell Thema Nummer 1. Diese Bewetterungsanlagen beeintr\u00e4chtigen durch L\u00e4rm und Vibrationen das Leben der Menschen am Wartberg bei Tag und bei Nacht. Viele k\u00f6nnen kaum noch schlafen.<\/p>\n<p>In einer zweiten Gespr\u00e4chsrunde am 22. M\u00e4rz signalisierte die Bahn \u201e<em>Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Betroffenen<\/em>\u201c und teilte mit, dass Ma\u00dfnahmen zur Schallvermeidung \u201e<em>in Pr\u00fcfung seien\u201c<\/em>. Das Ausma\u00df der Belastungen durch die L\u00fcfter zur Tunnelbewetterung sei selbst f\u00fcr die Bahn \u201e<em>\u00fcberraschend<\/em>\u201c gekommen. Wenig Verst\u00e4ndnis zeigten die betroffenen Anwohner daf\u00fcr, dass die Bahn gegen\u00fcber ihren Auftragnehmern nur bedingt wirksame Druckmittel hat, die Emissionen der L\u00fcfter zu reduzieren. Eine Entscheidung der Bahn, auf Kosten des schnelleren Vortriebs die L\u00fcfterleistung auf niedrigerem Niveau zu betreiben, wurde freilich anerkannt, ebenso wie die Entscheidung, einen der L\u00fcfter durch einen Gr\u00f6\u00dferen auszutauschen. Ob dies nachhaltig wirkt, wird bezweifelt. Denn inzwischen nimmt die Belastung durch die Bewetterungsanlagen wieder empfindlich zu!<\/p>\n<p>Was die Anwohner sehr ungehalten macht, ist die Umsetzung des passiven Schallschutzes, der zun\u00e4chst zugestanden, dann wieder aberkannt, dann wieder genehmigt worden war. Von den Zusagen an die Betroffenen, dass dessen Realisierung in Form von Schallschutzfenstern gro\u00dfz\u00fcgig und unb\u00fcrokratisch erfolgen w\u00fcrde, ist vieles nicht eingel\u00f6st worden. Demnach war die Entt\u00e4uschung der Anwohner gro\u00df, als der berechnete Schallschutz in vielen F\u00e4llen nicht ann\u00e4hernd den real ben\u00f6tigten Schutz erwies.<\/p>\n<p><strong>2. Geplantes Entrauchungsbauwerk<\/strong><\/p>\n<p>Seit drei Jahren droht die Verlegung des Entrauchungsbauwerks Killesberg zum ZA Prag. Die Stadt Stuttgart hatte im Sommer 2013 daf\u00fcr gesorgt, dass der urspr\u00fcngliche Standort am Killesberg (seinerzeit im Bereich der Messe planfestgestellt) gestrichen wird, weil er mitten im heutigen Augustinum gelegen w\u00e4re. Der neue Standort war umstritten. Das Netzwerk Killesberg hatte sich von Anfang an gegen einen Standort ZA Prag ausgesprochen und eine vern\u00fcnftige und praktikable Alternative vorgeschlagen. Diese war aber weder von der Stadt, noch von der Bahn, noch vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) aufgegriffen worden.<\/p>\n<p>Am 15. Februar hatte die Bahn in einer Pressemitteilung verlautbart: \u201e<em>Das Entrauchungsbauwerk wird zum Zwischenangriff Prag verlegt<\/em>\u201c. Punkt! Diese unmissverst\u00e4ndliche Aussage erfolgte ungeachtet der Tatsache, dass die Verlegung beim EBA noch gar nicht beantragt, geschweige denn genehmigt war.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund war die beabsichtigte Verlegung ein weiteres wichtiges Thema in der Gespr\u00e4chsrunde von Bahn und Anwohnern am 22. M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Klaus-J\u00fcrgen Bieger, der Brandschutzbeauftragte der Bahn, f\u00fchrte dabei aus: \u201e<em>Moderne Z\u00fcge k\u00f6nnen kaum brennen, wenn doch, fahren sie weiter bis in den Hauptbahnhof oder ins Freie<\/em>\u201c. Also seien Entrauchungsbauwerke (EBW) nur f\u00fcr absolute Extremsituationen notwendig, so Bieger. Es treten dann Schallemissionen von bis zu 100 dB auf. Im Normalfall ruhen die EBW. Allerdings ist ein regelm\u00e4\u00dfiger Testbetrieb erforderlich, und zwar einmal monatlich. Dabei ist mit ca. 50 dB zu rechnen. Einmal j\u00e4hrlich ist ein Testlauf unter Volllast (100 dB) angesagt. \u00dcber die Dauer der Testl\u00e4ufe gab es unterschiedliche Aussagen.<\/p>\n<p>Bieger widersprach den Aussagen der Anwohner und des Netzwerks Killesberg, dass der Standort am ZA Prag technisch problematisch sei. Die Bedenken des Netzwerks ergeben sich aus der Lage des ZA Prag, ist er doch fernab der zu entrauchenden Haupttrasse und fernab des Hauptbahnhofs gelegen, und damit funktional unzureichend. Bieger berichtete noch, dass f\u00fcr das Stuttgarter Tunnelsystem 25 verschiedene Brandf\u00e4lle simuliert worden seien und dass der ZA Prag von Anfang an als Standort-Alternative im Gespr\u00e4ch war. Die Bedenken ausr\u00e4umen konnte er damit bei niemandem in der Runde.<\/p>\n<p>Zum Zeitrahmen: Das Entrauchungsbauwerk soll erst gebaut werden, wenn der Bau des Feuerbacher Tunnels komplett (mit Innenausbau) abgeschlossen ist. Es muss funktionsf\u00e4hig sein, bevor erste Zug-Tests im Tunnel \u2013 \u201eirgendwann zwischen 2018 und 2020\u201c \u2013 laufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag des Netzwerk Killesberg und Umbung e.V: Das Gebiet Wartberg und mit ihm der Dornbusch sind Schwerpunkte der Betroffenheit entlang des Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1.5 von Stuttgart 21. 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