{"id":15285,"date":"2016-02-28T01:35:38","date_gmt":"2016-02-27T23:35:38","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=15285"},"modified":"2017-12-08T00:00:05","modified_gmt":"2017-12-07T22:00:05","slug":"bahn-wir-haben-aus-untertuerkheim-gelernt-zur-anwohnerveranstaltung-in-obertuerkheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=15285","title":{"rendered":"Bahn: \u201eWir haben aus Untert\u00fcrkheim gelernt.\u201c \u2013 Zur Anwohnerveranstaltung in Obert\u00fcrkheim"},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten bereits in unserer <a title=\"Informationsveranstaltung f\u00fcr die Anwohner in Obert\u00fcrkheim\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=14720\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ank\u00fcndigung zur Informationsveranstaltung f\u00fcr Obert\u00fcrkheim<\/a>\u00a0 die dort anstehenden Bauarbeiten kurz skizziert. Hier ver\u00f6ffentlichen wir den lesenswerten <strong>Bericht des Infob\u00fcndnisses Zukunft Schiene &#8211; Obere Neckarvororte &#8211; <\/strong>\u00fcber eine mehr als unbefriedigende Informationsveranstaltung:<\/p>\n<p>Erstmals seit Juni 2014 fand am vergangenen Mittwoch auf Einladung der st\u00e4dtschen B\u00fcrgerbeauftragten Alice Kaiser in Kooperation mit dem Bezirksvorsteher Peter Baier wieder eine Informationsveranstaltung f\u00fcr die von den S21-Baustellen betroffenen Anwohner in Stuttgart-Obert\u00fcrkheim statt. Der Gemeindesaal der evangelischen Andreaskirche war gut gef\u00fcllt. Nach Gru\u00dfworten von Frau Kaiser und Herrn Baier begr\u00fc\u00dft Manfred Leger, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH, damit, dass er die Anwohner \u201efr\u00fchzeitig und umfassend informieren\u201c wolle, und stellt das Podium der mit ihm angereisten Bahnvertreter vor:<\/p>\n<ul>\n<li>Alexander Gl\u00f6ckner, Abschnittsleiter f\u00fcr die oberirdischen Streckenanteile im PFA 1.6a, laut Leger mit <em>\u201elangj\u00e4hriger Bahn-History\u201c<\/em>, der richtige Mann f\u00fcrs \u201e<em>Bauen unterm rollenden Rad\u201c<\/em>, \u201e<em>eine andere Herausforderung als auf der gr\u00fcnen Wiese\u201c<\/em>;<\/li>\n<li>Bernd Sievers, kaufm\u00e4nnischer Leiter im PFA 1.6a, laut Leger \u201e<em>Gl\u00f6ckners kaufm\u00e4nnisches Gewissen\u201c;<\/em><\/li>\n<li>Rechtsanwalt Dr. Peter Sch\u00fctz von der Stuttgarter Kanzlei Kaspar Knacke;<\/li>\n<li>Dr. Florian Bitzer, Leiter Technische Dienste, laut Leger \u201e<em>zust\u00e4ndig f\u00fcr die Kontakte zu den Beh\u00f6rden und f\u00fcr den Artenschutz<\/em>\u201c;<\/li>\n<li>Peter Fritz, laut Leger \u201e<em>unabh\u00e4ngiger Immissionsschutzbeauftragter<\/em>\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Herr Leger weist darauf hin, dass man lieber nicht mehr von Stuttgart 21 spreche, sondern vom Projekt Stuttgart-Ulm. Stand Februar habe man 12,6 km von 59 Tunnelkilometern in Stuttgart vorangetrieben, 27 km von 62 km Tunnelkilometern der Neubaustrecke nach Ulm. 25 Prozent des \u201eGesamtwertumfangs\u201c seien inzwischen bezahlt, d.h. tats\u00e4chlich ausgegeben. Etwas mehr als 50 Prozent der Auftr\u00e4ge \u201e<em>best\u00e4tigt<\/em>\u201c. Die Inbetriebnahme sei f\u00fcr Dezember 2021 geplant, bez\u00fcglich einer Realisierung \u201eim Budget\u201c sei man \u201e<em>zuversichtlich<\/em>\u201c, der Projektrahmen sei aber <em>\u201everdammt anspruchsvoll\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Damit endet leider der \u00fcbersichtliche Teil der Veranstaltung.<\/p>\n<p>Herr Gl\u00f6ckner rattert die un\u00fcbersichtlichen und teilweise unleserlichen Folien (<a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/buergerinformationsveranstaltung-obertuerkheim\/mediaParameter\/show\/Medium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>) in atemberaubenden Tempo herunter. Die <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Fragen-Oth-Zukunft-Schiene-verkleinert-3.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">vorher eingereichten Fragen des Infob\u00fcndnis Zukunft Schiene<\/a> werden im Zeitraffer und einem Stakkato durchgegangen oder teilweise schon vorher weggeklickt.\u00a0 Herr Leger unterbricht ihn mit der Botschaft, dass eine Tunnelr\u00f6hre aus Richtung Wangen bereits zu zwei Dritteln unter dem Neckar durch sei. Auf Nachfrage eines B\u00fcrgers erwidert er, dass wegen des harten Gesteins Sprengungen get\u00e4tigt werden m\u00fcssten\u2026 F\u00fcr AnwohnerInnen ohne Vorkenntnisse war der Abend verwirrend und von geringem Informationsgehalt.<\/p>\n<p>Wir haben uns deshalb bem\u00fcht, die Informationen zu den wichtigsten Punkten im Folgenden einigerma\u00dfen geordnet zusammenzutragen. Auf Obert\u00fcrkheimer Gemarkung stehen diese Bauma\u00dfnahmen bevor:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>1. Bau einer neuen Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung: <\/strong>Auf H\u00f6he des Geb\u00e4udes Imweg 59 wird eine neue Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung notwendig, deren Bau jetzt begonnen wird. Die alte Unterf\u00fchrung wird aufgelassen. Der Einbau der daf\u00fcr notwendigen Hilfsbr\u00fccken kann nur w\u00e4hrend Sperrpausen im Bahnverkehr erfolgen, daher finden auch nachts Arbeiten statt. Dadurch kommt es zu <strong><a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/aktuell\/newsdetail\/news\/umfangreiche-s21-arbeiten-in-ober-und-untertuerkheim\/newsParameter\/detail\/News\/datum\/20160226\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Einschr\u00e4nkungen im S-Bahn- und im Fernverkehr<\/a> : <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>von 02.04. bis 04.04.16 f\u00fcr Gr\u00fcndungsarbeiten der S-Bahn-Hilfsbr\u00fccken,<\/li>\n<li>von 14.05. bis 16.05.16 f\u00fcr den Einbau der S-Bahn-Hilfsbr\u00fccken,<\/li>\n<li>von 28.05. bis 30.05.16 f\u00fcr Gr\u00fcndungsarbeiten der Fernbahn-Hilfsbr\u00fccken,<\/li>\n<li>von 04.06. bis 06.06.16 f\u00fcr den Einbau der Fernbahn-Hilfsbr\u00fccken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au\u00dferdem gibt es wegen der <strong>Bauarbeiten in Untert\u00fcrkheim<\/strong> an folgenden Terminen Einschr\u00e4nkungen im Bahnverkehr: 12.03. bis 14.03.16 \/ 19.03. bis 21.03.16 \/ 25.03. bis 29.03.16 \/ 02.04. bis 04.04.16 \/ 14.04. bis 16.04.16<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Sperrzeiten fahren die S-Bahnen nur alle 30 Minuten und halten nicht an den Haltestellen Neckarpark, Untert\u00fcrkheim und Obert\u00fcrkheim. Daher wird ein Schienenersatzverkehr bereitgestellt.<\/p>\n<p><strong>2. Verlegung neuer Abwasserkanal:<\/strong> Ein neuer Abwasserkanal muss verlegt und der alte still gelegt werden. Ob es dabei zu Einschr\u00e4nkungen oder Sperrungen der Augsburger Stra\u00dfe kommen wird, kann nicht gekl\u00e4rt werden, da man sich noch \u201ein Abstimmung mit der Landeshauptstadt Stuttgart\u201c befinde. Die Leitungsverlegung soll \u201everkehrsvertr\u00e4glich\u201c abgewickelt werden.<\/p>\n<p><strong>3. Bauzeitliche Verschwenkung der Fernbahn- und S-Bahn-Gleise:<\/strong> Um das Baufeld f\u00fcr den Tunneltrog freizumachen, ist eine bauzeitliche Verschwenkung der Fernbahn- und S-Bahn-Gleise im Bereich Imweg zum Uhlbach hin notwendig. Eine Visualisierung dieser Situation gibt es nicht, die gezeigten Planausschnitte sind un\u00fcbersichtlich und unleserlich. Bis Ende 2016 sollen daf\u00fcr Aufsch\u00fcttungen im Bereich des Schillerradwegs und teilweise im Uhlbach vorgenommen werden, um Platz f\u00fcr die Verschwenkung der Gleise zu bekommen. F\u00fcr die Aufsch\u00fcttung m\u00fcsse zun\u00e4chst eine Gr\u00fcndung (Rammarbeiten) erfolgen. Wir zeigen hier eine Darstellung aus der <a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/zufuehrung-ober-untertuerkheim-pfa-16a-abschnittspraesentation\/mediaParameter\/show\/Medium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Abschnittspr\u00e4sentation des PFA 1.6a aus dem Jahr 2013:<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"thumbnail\" src=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Auszug-Abschnittspr%C3%A4sentation-OT-b1.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"446\" \/><\/p>\n<p>Auf dieser Darstellung ist gut zu erkennen, dass nach dem Ende der Bauzeit ein Gleis nahe bei der Bebauung verlaufen wird, zwei neue Gleise kommen im Trog zu liegen, ein weiteres Gleis liegt auf der anderen Seite des Trogs, und ganz au\u00dfen verlaufen die beiden S-Bahn-Gleise. Macht zusammen 6 Gleise &#8211; eine Zahl, die die Bahn stets bestritten hat!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/email.t-online.de\/em\/bin\/service.mailbox\/delivermessagepart?folder=INBOX&amp;uId=1364934897971410&amp;mimePartId=1.2.2&amp;disposition=inline&amp;acceptRanges=1&amp;noSecureDelivery=0&amp;exifOrientation=\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"545\" \/>Auch am vergangenen Mittwoch behauptete Herr Leger, dass es nicht mehr als vier Gleise geben werde, man betreibe den G\u00fcterverkehr auf Fernbahngleisen im \u201eMischverkehr\u201c. Dass der G\u00fcterverkehr selbstverst\u00e4ndlich auch weiterhin oberirdisch zwischen Unter- und Obert\u00fcrkheim verkehren wird und die Tunnelgleise zus\u00e4tzliche Gleise sind, verschwieg er leider. Im Bereich Imweg m\u00fcndet das Geis, das aus dem Tunnel von Wangen kommt, mit einer Weiche wieder in die Fernbahnlinie ein. Das Gleis aus Esslingen zweigt \u00fcber eine Weiche in den Tunnel ab.<\/p>\n<p><strong>4. Offene Trogbaugrube:<\/strong> Zwischen Bruckwiesenweg und Imweg wird es eine gro\u00dfe offene Baugrube geben (s. Abb. oben). Im n\u00f6rdlichen Teil (Hafenbahnstra\u00dfe) wird ein ca. 430 Meter langes St\u00fcck Tunnel gebaut, das sp\u00e4ter \u00fcberdeckelt wird (Deckelbauweise \u201ecut and cover\u201c). Richtung Obert\u00fcrkheim schlie\u00dft sich daran die Baugrube f\u00fcr den Tunneltrog an, der sp\u00e4ter den \u00dcbergang zwischen Tunnel und oberirdischer Bahnstrecke bildet, sowie der zuk\u00fcnftige Rettungsplatz Obert\u00fcrkheim.<\/p>\n<p>Die Spundw\u00e4nde f\u00fcr die offene Baugrube werden tags\u00fcber von Montag bis Freitag eingerammt. Auch die Arbeiten in offener Bauweise erfolgen unter der Woche und am Tage. Der bergm\u00e4nnische (= unterirdische) Tunnelbau wird rund um die Uhr vorangetrieben.<\/p>\n<p>Wegen der zu erwartenden L\u00e4rmimmissionen wird ein <strong>schalltechnisches Detailgutachten<\/strong> erstellt, welches ebenso ver\u00f6ffentlich werden soll wie das Messkonzept, das sich auf die Angaben des Detailgutachtens st\u00fctzt. RA Dr. Sch\u00fctz berichtet, passiven Schallschutz gebe es, wenn die Richtwerte zwei Monate lang um mehr als 5 dB(A) \u00fcberschritten w\u00fcrden. Das Detailgutachten soll kl\u00e4ren, ob Anspruch auf Schallschutz bestehe, danach w\u00fcrde die Umsetzung erfolgen.<\/p>\n<p><em>[Hinweis: Die Regelungen des <a href=\"http:\/\/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de\/no_cache\/mediathek\/detail\/media\/pfa-16a-zufuehrung-ober-und-untertuerkheim-planfeststellungsbeschluss-planaenderungen\/mediaParameter\/show\/Medium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Planfeststellungsbescheides PFA 1.6a<\/a> zu L\u00e4rmimmissionen im Bahnbetrieb f\u00fcr Obert\u00fcrkheim zum L\u00e4rmschutz finden Sie auf den Seiten 33, 214\/215, 222, <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Zuf\u00fchrung-Ober-_Untert\u00fcrkheim-PFA-S-228ff.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">228ff<\/a>, 232. Baubedingte Immissionen Obert\u00fcrkheim auf den Seiten 236, 238. <\/em><em>Ersch\u00fctterungen Obert\u00fcrkheim auf den Seiten 244, 245, 251, 262.]<\/em><\/p>\n<p>Zur Frage nach <strong>Entsch\u00e4digungen bei \u00dcberschreitung der Immissionsgrenzwerte<\/strong> teilt Dr. Sch\u00fctz mit, dass zun\u00e4chst der \u201ereale Versuch, die Beeintr\u00e4chtigungen abzumildern\u201c unternommen werden m\u00fcsse. Es handele sich um Einzelfallentscheidungen. Dr. Bitzer erg\u00e4nzt, \u201e<em>das Eisenbahn-Bundesamt gibt die Schranken vor.\u201c <\/em>Dr. Sch\u00fctz nutzt die Gelegenheit, um erneut zu behaupten, eine Hotel\u00fcbernachtung sei eine L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme. Die Herren versteigen sich gar zu der Aussage, Entsch\u00e4digungszahlungen w\u00e4ren f\u00fcr die PSU eigentlich viel bequemer als die umst\u00e4ndliche Logistik zur Verfrachtung L\u00e4rmgeplagter in Hotels.<\/p>\n<p><strong>5. L\u00e4rmschutzwand \/ L\u00e4rm und Ersch\u00fctterungen beim Bau:<\/strong> Am Imweg wird eine 385 Meter lange L\u00e4rmschutzwand gebaut. Sie dient nicht dem L\u00e4rmschutz w\u00e4hrend der Bauzeit, sondern im sp\u00e4teren Eisenbahnbetrieb. Die Frage eines Anwohners nach der Position der L\u00e4rmschutzwand k\u00f6nnen die versammelten Bahnfachleute nicht beantworten \u2013 die Karte ist nicht verf\u00fcgbar. In der obigen Abbildung ist sie als gr\u00fcne Linie erkennbar.<br \/>\nZur Lautst\u00e4rke durch Rammarbeiten f\u00fcr Spundw\u00e4nde sind die Angaben wenig pr\u00e4zise: \u201e<em>Auf jeden Fall laut<\/em>\u201c. Ergebnisse der Testrammungen in Obert\u00fcrkheim w\u00fcrden ihm noch nicht vorliegen, erkl\u00e4rte der Abschnittsleiter, obwohl neben ihm auf dem Podium der Gutachter Peter Fritz sa\u00df, der Messungen begleitet und zugleich als &#8222;unabh\u00e4ngiger Immissionsschutzbeauftragter&#8220; fungiert. Den Hinweis auf die unhaltbaren Zust\u00e4nde in Untert\u00fcrkheim kontert Herr Leger mit dem Satz: \u201e<em>Wir haben aus Untert\u00fcrkheim gelernt<\/em>.\u201c \u2013 Wirklich?<\/p>\n<p>Auf Nachfrage erkl\u00e4rt Dr. Sch\u00fctz, dass zu Ersch\u00fctterungen keine Messergebnisse ver\u00f6ffentlicht w\u00fcrden. Dazu sei man gem\u00e4\u00df der Vorschriften nicht verpflichtet, solange sich die Werte in einem bestimmten Rahmen hielten. Falls ein Betroffener Sch\u00e4den melde, die er auf die Vortriebsarbeiten zur\u00fcckf\u00fchre, k\u00f6nne davon abgewichen werden.<br \/>\nSicherungsma\u00dfnahmen gegen Setzungen an Geb\u00e4uden w\u00fcrden je nach Baufortschritt sukzessive auf Grundlage von Gutachten ergriffen.<\/p>\n<p><strong>Zu eventuellen Sch\u00e4den an Geb\u00e4uden<\/strong>, die au\u00dferhalb der Beweissicherungsgrenzen liegen erl\u00e4utert Dr. Sch\u00fctz, dass eine Beweissicherung nur innerhalb der festgelegten Beweissicherungsgrenzen erfolgt. Falls au\u00dferhalb Sch\u00e4den auftreten, k\u00f6nnten die Betroffenen die Sch\u00e4den melden und eventuell &#8211; auf eigene Kosten &#8211; einen Gutachter beauftragen. Weil die Ausk\u00fcnfte der Bahn d\u00fcrftig waren, verweisen\u00a0 wir auf die o.g.\u00a0 Seiten aus dem Planfeststellungsbeschluss, d.h. der Baugenehmigung aus dem Jahr 2007.<\/p>\n<p><strong>6. Stra\u00dfen- und Fahrradsperrung<\/strong>: F\u00fcr die Baustelle werden Hafenbahnstra\u00dfe und Schillerradweg von M\u00e4rz 2016 bis etwa 2020 gesperrt. Der Abzweig Hafenbahnstra\u00dfe von der Augsburger Stra\u00dfe wird bis zur Einm\u00fcndung Hafenbahnstra\u00dfe (Br\u00fcckenrampe) gesperrt, die Sperrung des Schillerradwegs erfolgt etwa gleichzeitig ab Abzweigung Lindenschulstra\u00dfe in Untert\u00fcrkheim bzw. In den Stegwiesen in Obert\u00fcrkheim (s. Abb. unten).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"thumbnail\" src=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Schillerradweg-724x1024.png\" alt=\"\" width=\"602\" height=\"851\" \/><\/p>\n<p>Herr Gl\u00f6ckner betont, dass man f\u00fcr die Umleitung des Schillerradwegs einen sehr gro\u00dfen Aufwand betrieben habe. Folgende Ma\u00dfnahmen seien vorgesehen: Neue Verkehrsschilder, Inbetriebnahme von zus\u00e4tzlichen (alten) Ampeln, Baken werden den neuen Verlauf verdeutlichen, Bereiche mit rotem Stra\u00dfenbelag sollen den Radweg kenntlich machen. Die \u201everkehrsrechtliche Anordnung\u201c werde noch erfolgen. Zwei sehr un\u00fcbersichtliche und v\u00f6llig unleserliche Folien werden zum Nachweis des ungeheuren Planungsaufwandes gezeigt. Von der Qualit\u00e4t der Umleitung ist leider keine Rede.<\/p>\n<p>Nach Fertigstellung der Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung werde die gro\u00dfe Radumleitung wieder aufgehoben, und die Radfahrer k\u00f6nnten ab Imweg (in Richtung Esslingen!) wieder auf der alten Route fahren.<\/p>\n<p><strong>7. Plan\u00e4nderung f\u00fcr bergm\u00e4nnischen Trog:<\/strong> Obwohl sich dieser Teil nicht auf Obert\u00fcrkheimer Gemarkung befindet, nimmt die Plan\u00e4nderung, die die Bahn Ende 2015 f\u00fcr die Bauweise im Bereich der \u201eBruckwiesenwegbr\u00fccke\u201c beantragt hat, gro\u00dfen Raum ein. Vorteil der ge\u00e4nderten Planung nach Angaben der Bahnvertreter: Statt einer gro\u00dfen Baugrube soll ein Angriffsschacht wie in Wangen hergestellt werden, nur kleiner.<br \/>\nZahlen und Ma\u00dfe nennt Herr Gl\u00f6ckner nicht.Die Verz\u00f6gerung bei der Plan\u00e4nderung um ein Jahr habe sich ergeben, weil es \u201e<em>komplex<\/em>\u201c sei.<\/p>\n<p>Herr Gl\u00f6ckner betont, dass die ge\u00e4nderte Bauweise weniger Belastungen f\u00fcr Anwohner mit sich bringe. (<em>Die Erfahrung lehrt, dass vermutlich Kostengr\u00fcnde den Ausschlag gegeben haben<\/em>.) Ob sich durch die Plan\u00e4nderung die Verschiebung der Stra\u00dfe \u201eAm Nordkai\u201c er\u00fcbrigt, die Daimler als Zufahrt zu seinem \u201eZentralversand \u00dcbersee\u201c nutzt, kann Herr Gl\u00f6ckner nicht sagen.<\/p>\n<p>Die Arbeiten, die bereits jetzt in diesem Bereich stattfinden, sind laut Dr. Sch\u00fctz vom alten Planfeststellungsbeschluss gedeckt. Mehrere Pfeiler der \u201eBruckwiesenwegbr\u00fccke\u201c m\u00fcssen (mit oder ohne Plan\u00e4nderung) abgefangen werden. Der Verkehr \u00fcber die Br\u00fccke soll w\u00e4hrend dieser Ma\u00dfnahme aufrecht erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Der bergm\u00e4nnische (= unterirdische) Vortrieb soll vom o.g. Angriffsschacht noch ein kurzes St\u00fcck Richtung Wangen erfolgen, bis zur sogenannten \u201eAnschlagswand\u201c. Von Wangen her leitet Herr Osthoff (Abschnittsleiter PFA 1.6a f\u00fcr die Tunnel) den unterirdischen Vortrieb bis zu dieser \u201eLosgrenze\u201c. In Richtung Obert\u00fcrkheim schlie\u00dft der Tunnelabschnitt in offener Bauweise an den Angriffsschacht an.<\/p>\n<p>Ungefragt wird das Publikum dar\u00fcber informiert, dass die Vorhabentr\u00e4gerin unter dem Erfordernis der Plan\u00e4nderung leide: \u201e<em>Die Antr\u00e4ge beim Eisenbahn-Bundesamt brauchen Zeit.\u201c <\/em>Die Genehmigung werde gegen Ende 2016 erwartet.<\/p>\n<p>[Dass das EBA allein schon wegen der <a title=\"EBA lehnt Steuerkreis ab. Der \u201eAktionsplan Gro\u00dfprojekte\u201c und die aktuellen Plan\u00e4nderungsverfahren bei Stuttgart 21\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=13613\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">F\u00fclle von Plan\u00e4nderungsantr\u00e4gen der Bahn zu Stuttgart 21<\/a> \u00fcberlastet ist, ist nachvollziehbar.]<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>8. Eidechsenvergr\u00e4mung:<\/strong> Weiteres Wehklagen erheben die Bahnvertreter zum Thema Naturschutz: Sie m\u00fcssten f\u00fcr rund 6.000 Eidechsen 30 Jahre lang die Pflege \u00fcbernehmen, obwohl sie keine Ersatzhabitate in Baden-W\u00fcrttenberg mehr h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>9. Baulogistik:<\/strong> Zum Baustellenverkehr sei man in Abstimmung mit den Auftragnehmern, deshalb gibt es keine Information zu Aushubfahrten auf dem Imweg. Evtentuell sei dies auch in Richtung Augsburger Stra\u00dfe m\u00f6glich. Auch in der Hafenbahnstra\u00dfe sei man in Abstimmung \u00fcber die Abfuhrroute. Der Rettungsplatz an der Augsburger Stra\u00dfe diene dem Baustellenverkehr und sp\u00e4ter im Betrieb dem Tunnelrettungskonzept \u2013 es werden eingleisige R\u00f6hren sein, die durch Fahrzeuge befahrbar seien. Auch \u00fcber Fahrten\u00e4nderungen, die sich daraus ergeben, dass entgegen der urspr\u00fcnglichen Planungen die Tunnel zum allergr\u00f6\u00dften Teil von Wangen her vorangetrieben und der Abraum \u201eim Tunnel zum Zwischenangriff Wangen\u201c abtransportiert werde, konnte man leider nichts erfahren.<\/p>\n<p><strong>10<\/strong>. <strong>Brandschutz- und Rettungskonzept:\u00a0<\/strong> Zum Brandschutz- und Rettungskonzept erl\u00e4uterte Herr Sievers, dass die Freiwillige Feuerwehr Obert\u00fcrkheim noch nicht involviert sei. W\u00e4hrend der Bauzeit seien die Bauunternehmer verpflichtet, eigene Gruben- bzw. Tunnelwehren vorzuhalten, weil die \u00f6rtlichen Feuerwehren nur bis 200 Meter in den Tunnel d\u00fcrften. Nach der Fertigstellung werde gemeinsam mit den Stuttgarter Feuerwehren ein Brandschutz- und Rettungskonzept erarbeitet und einge\u00fcbt.<\/p>\n<p><strong>11. Bau der Tunnel zwischen Wangen und Obert\u00fcrkheim:<\/strong> V\u00f6llig ungekl\u00e4rt ist nach wie vor die Diskrepanz zwischen <a title=\"Hotelgutscheine sind laut Bahn passiver Schallschutz. Zur Anwohnerveranstaltung in Wangen\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=15036\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Herrn Osthoffs Aussage in Wangen (17.02.2016), man werde Ende 2016 mit den Tunneln Richtung Untert\u00fcrkheim und Obert\u00fcrkheim ans \u201eTageslicht\u201c <\/a>kommen, und Herrn Gl\u00f6ckners Aussage auf der Bezirksbeiratssitzung in Untert\u00fcrkheim vom 23.02.2016, unterirdische Arbeiten st\u00fcnden \u201e<em>in diesem und im n\u00e4chsten Jahr in Untert\u00fcrkheim nicht an\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Inzwischen scheinen sich die Bahnvertreter auf die folgende Version geeinigt zu haben:<br \/>\n\u201eTageslicht\u201c werde Herr Osthoff sowieso nicht erblicken, er grabe nur bis zu einer \u201eAnschlagswand\u201c. Das fehlende St\u00fcck bis zu dieser \u201eAnschlagswand\u201c werde dann jeweils unter Herrn Gl\u00f6ckners \u00c4gide von Ober- bzw. Untert\u00fcrkheim vorangetrieben. Die Frage, was genau diese \u201eAnschlagswand\u201c ist, ob sie errichtet wird und wenn ja, wann und von wem, oder ob diese \u201eAnschlagswand\u201c einfach ein Strich auf dem Bauplan ist, der die Zust\u00e4ndigkeiten verteilt, durften die geneigten Zuh\u00f6rerInnen nicht erfahren.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens die B\u00fcrgerinformation am 01.03.2016 in der S\u00e4ngerhalle dar\u00fcber Auskunft geben wird. Denn die Antwort auf die Frage, wo genau die Position der omin\u00f6sen \u201eAnschlagswand\u201c bzw. der \u201eLosgrenze\u201c ist und von welcher Richtung sie wann erreicht werden soll, ist gerade f\u00fcr die Betroffenen im Lindenschulviertel und im Bereich Bruckwiesenweg von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p><strong>12. Fazit der Veranstaltung:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Informationsveranstaltung am 24.02.2016 war unstrukturiert und un\u00fcbersichtlich.<\/li>\n<li>Die Informationen waren schlecht aufbereitet.<\/li>\n<li>Der Vortrag war viel zu schnell und v\u00f6llig unsystematisch. Wichtige Informationen \u00fcber genaue Positionen und Ausma\u00dfe der einzelnen Bauma\u00dfnahmen, Auswirkungen auf den Sta\u00dfenverkehr, Dauer der Bauma\u00dfnahmen, Transportwege, Belastungen durch Lkw-Verkehr, Angaben zu den L\u00e4rmprognosen etc. waren Fehlanzeige.<\/li>\n<li>Die Bahnvertreter antworteten bei konkreten Fragen ungenau und ausweichend.<\/li>\n<li>Der Tonfall war eine unangenehme Mischung aus beschwichtigend, belehrend und larmoyant.<\/li>\n<li>Je konkreter die Bauma\u00dfnahmen werden, desto intransparenter scheint die Informationspolitik.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein Satz aus dem Jahr 2012 passt auch 2016: Eher wird man beim Abendmahl satt, als bei einer Infoveranstaltung der Bahn informiert.<\/p>\n<p>F\u00fcr Anfang 2017 wurde eine weitere Informationsveranstaltung f\u00fcr Obert\u00fcrkheim zugesagt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten bereits in unserer Ank\u00fcndigung zur Informationsveranstaltung f\u00fcr Obert\u00fcrkheim\u00a0 die dort anstehenden Bauarbeiten kurz skizziert. 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