{"id":10902,"date":"2015-08-18T17:33:13","date_gmt":"2015-08-18T15:33:13","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10902"},"modified":"2015-09-10T00:21:23","modified_gmt":"2015-09-09T22:21:23","slug":"der-charme-des-innerstaedtischen-bauens-oder-wie-die-bahn-bei-stuttgart-21-durch-unzureichende-laermgutachten-an-grenzen-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10902","title":{"rendered":"Der Charme des innerst\u00e4dtischen Bauens oder wie die Bahn bei Stuttgart 21 durch unzureichende L\u00e4rmgutachten an Grenzen kommt"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Nur die Bahn ist von hohen L\u00e4rmwerten \u00fcberrascht, nicht die Netzwerke \u2013 Anmerkung zur UTA-Sitzung\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9783\" target=\"_blank\">Die Bahn musste vor wenigen Wochen vor dem Umwelt- und Technikausschuss des Gemeinderates (UTA) in einem Offenbarungseid einr\u00e4umen, dass ihre bisherigen L\u00e4rmprognosen sowohl f\u00fcr das Kernerviertel als auch f\u00fcr die Wohngebiete Wartberg und Dornbusch am Zwischenangriff Prag viel zu niedrig berechnet waren<\/a>. Im Kernerviertel ist jetzt der Bau einer 60 Meter langen und 10 Meter hohen L\u00e4rmschutzwand und eines Schallschutzdaches an der Rettungszufahrt neben dem Wagenburgtunnel geplant. Am Wartberg hat die Bahn die \u00dcberdachung des Zwischenangriffs Prag in der Gr\u00f6\u00dfe eines Fussballfeldes angek\u00fcndigt. Von &#8222;<a title=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9783\" href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-das-projekt-stoesst-an-seine-grenzen.df5647e8-f94e-4df9-93f2-6510c16a9337.html\" target=\"_blank\">Die Bahn kommt an ihre Grenzen<\/a>&#8220; und dem &#8222;<a title=\"S\u00fcddeutsche Zeitung: Stuttgart 21- Eng, schmutzig und sehr laut\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/stuttgart-eng-schmutzig-und-sehr-laut-1.2596702\" target=\"_blank\">Charme des innerst\u00e4dtischen Bauens<\/a>&#8220; ist mittlerweile die Rede.<\/p>\n<p>Doch worauf basieren diese langj\u00e4hrigen Fehleinsch\u00e4tzungen bzw. dass erst jetzt das eigentliche Konfliktpotential des innerst\u00e4dtischen Bauens deutlich wird? Immerhin war der Bauherrin Bahn und dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) bewusst, dass bei Stuttgart 21 der gesamte Bahnknoten einer Gro\u00dfstadt mit 59 Kilometer Tunnelstrecken unter die Erde &#8222;verbuddelt&#8220; werden soll.<\/p>\n<p>Zu laute Baustellen sind kein Naturgesetz, sondern <a title=\"Zum heutigen Tag des L\u00e4rms: Baul\u00e4rm bei Stuttgart 21 ohne beh\u00f6rdliche Aufsicht\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=8767\" target=\"_blank\">auch eine Folge schlechter Planung und fehlender beh\u00f6rdlicher Kontrolle<\/a>. Man muss leider feststellen, dass sich unzureichende L\u00e4rmgutachten bislang wie ein roter Faden durch das Gro\u00dfprojekt Stuttgart 21 ziehen. Die Realisierung von Stuttgart 21 sollte trotz der vielen jahrelangen innerst\u00e4dtischen Baustellen nicht gef\u00e4hrdet werden. Die\u00a0 L\u00e4rmgutachten in der Planfeststellung wurden damals nur als reine Machbarkeitsstudie im Sinne einer oberen Absch\u00e4tzung verstanden.<\/p>\n<p>Vor Baubeginn sollte die eigentliche L\u00e4rmbelastung auf Basis der Ausf\u00fchrungsplanung in abschnitts\u00fcbergreifenden und umfassenden schalltechnischen Gutachten ermittelt werden. Im Planfeststellungsbescheid des PFA 1.1. hei\u00dft es dazu auf Seite 44f: \u201e<em>Die Vorhabentr\u00e4gerin [die Bahn] wird verpflichtet, dem Eisenbahn-Bundesamt rechtzeitig vor Baubeginn auf der Grundlage der schalltechnischen Untersuchung zum Baubetrieb (Anlage 16.2) f\u00fcr die Baugruben, Baubetriebsfl\u00e4chen und Baustra\u00dfen schalltechnische Detailgutachten vorzulegen. Die Gutachten sind abschnitts\u00fcbergreifend zu erarbeiten, d.h. es sind jeweils s\u00e4mtliche, gleichzeitig auftretenden Schallimmissionen zu ber\u00fccksichtigen, unabh\u00e4ngig von der Zuweisung zu einem bestimmten Planfeststellungsabschnitt. Die Schallgutachten haben auch \u00fcber die Wirksamkeit von Schallminderungsma\u00dfnahmen Auskunft zu geben.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Jetzt stellt sich heraus, dass die L\u00e4rmprognosen, die im Rahmen der Planfeststellung im Sinne einer oberen Absch\u00e4tzung gemacht wurden, zum Teil weit \u00fcbertroffen werden. Die Unzul\u00e4nglichkeiten im Immissionsschutz h\u00e4tten f\u00fcr jede Fachbeh\u00f6rde und f\u00fcr jeden seri\u00f6sen Planer viel fr\u00fcher erkennbar sein m\u00fcssen &#8211; zu einem Zeitpunkt, bevor \u00fcber das Milliardenprojekt, <a title=\"Kritiker rechnen 11 bis 14 Milliarden Kosten f\u00fcr Stuttgart 21\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9578\" target=\"_blank\">dessen Kostenrahmen mittlerweile die Wirtschaftlichkeitsgrenze gesprengt hat<\/a>, entschieden wurde.<\/p>\n<p>Das Netzwerk Kernerviertel hatte schon seit \u00fcber 1 1\/2 Jahren auf unzureichende L\u00e4rmplanungen f\u00fcr das Wohngebiet und eine fehlende \u00dcberpr\u00fcfung dieser L\u00e4rmgutachten hingewiesen sowie das EBA und die Stadt Stuttgart zum Handeln aufgefordert. Wir haben mehrfach dar\u00fcber berichtet (<a title=\"L\u00e4rmschutzplanung bei Stuttgart 21 au\u00dfer Kontrolle \u2013 Netzwerk Kernerviertel fordert Eingreifen der Stadt Stuttgart\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=2318\" target=\"_blank\">18.03.2014<\/a> \/ <a title=\"Netzwerk Kernerviertel fordert das Eisenbahn-Bundesamt auf, endlich f\u00fcr die Einhaltung der L\u00e4rmschutzauflagen zu sorgen\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=2911\" target=\"_blank\">02.06.2014<\/a> \/<a title=\"Netzwerk Kernerviertel fordert Baustopp bis L\u00e4rmschutzauflagen aus der Planfeststellung erf\u00fcllt sind\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3337\" target=\"_blank\">10.Juli 2014<\/a> \/<a title=\"Baustart Tiefbahnhof zum 5. August und dabei sind die L\u00e4rmschutzauflagen im Kernerviertel nicht umgesetzt\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3690\" target=\"_blank\">03.08.2014<\/a> \/<a title=\"Ja, mach nur einen Plan: Wie bei den L\u00e4rmprognosen f\u00fcr den Tiefbahnhoftrog getrickst wurde\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3780\" target=\"_blank\">08.08.2014<\/a> \/ <a title=\"Antwort des EBA auf die Kritik des Netzwerks Kernerviertel zur Nichteinhaltung der L\u00e4rmschutzauflagen\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3957\" target=\"_blank\">17.08.2014<\/a> \/ <a title=\"L\u00e4rmschutzkonzept bei Stuttgart 21 vom EBA und Bahn nicht umgesetzt \u2013 Netzwerke schalten Anwaltskanzlei ein\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=4744\" target=\"_blank\">01.11.2014<\/a> \/<a title=\"Stadt Stuttgart l\u00e4sst ihre B\u00fcrger in Sachen L\u00e4rmschutz bei Stuttgart 21, der gr\u00f6\u00dften Baustelle Europas, allein !\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=5189\" target=\"_blank\">19.11.2014<\/a> \/<a title=\"Netzwerke fordern aktives Eingreifen von der Stadt Stuttgart zum Schutz der vom Baul\u00e4rm bei S 21 betroffenen B\u00fcrger\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=5550\" target=\"_blank\">10.12.2014<\/a> \/ <a title=\"Das L\u00e4rmschutzkonzept bei Stuttgart 21 und die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen von L\u00e4rm\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=5570\" target=\"_blank\">11.12.2014<\/a> \/ <a title=\"Umsetzung des L\u00e4rmschutzkonzepts im Kernerviertel: Eisenbahn-Bundesamt hat noch nicht \u201eausermittelt\u201c\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=6607\" target=\"_blank\">26.01.2015<\/a> \/<a title=\"Neue L\u00e4rmplanung f\u00fcr das Kernerviertel wieder nicht realistisch \u2013 Netzwerk Kernerviertel hakt bei DB Projekt nach\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=8292\" target=\"_blank\">12.04.2015<\/a> \/<a title=\"Vorstand der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH antwortet Netzwerk Kernerviertel wegen unzureichendem L\u00e4rmschutz\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=8560\" target=\"_blank\">23.04.2015<\/a> \/ <a title=\"Zum heutigen Tag des L\u00e4rms: Baul\u00e4rm bei Stuttgart 21 ohne beh\u00f6rdliche Aufsicht\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=8767\" target=\"_blank\">29.04.2015).<\/a> Bei den schalltechnischen Untersuchungen f\u00fcr Stuttgart 21 mussten die Netzwerke bislang folgende Defizite feststellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Den L\u00e4rmplanungen wurden unrealistische Bauszenarien zugrunde gelegt.<\/li>\n<li>Die L\u00e4rmpegel wurden nicht auf einer realistischen Basis berechnet.<\/li>\n<li>Es wurden den L\u00e4rmberechnungen zu kurze Betriebszeiten der Baumaschinen zugrundegelegt.<\/li>\n<li>Der im Nachtzeitraum maximal zul\u00e4ssige Spitzenpegel wurde nicht beachtet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die berechtigten Kritikpunkte wurden vom EBA als Aufsichtsbeh\u00f6rde, das die L\u00e4rmgutachten eigentlich inhaltlich pr\u00fcfen sollte, und der Bahn lange Zeit ignoriert. Erst nach den erfolgten L\u00e4rmmessungen scheint der Vorstand der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH erkannt zu haben, dass hier Handlungsbedarf besteht. <a title=\"Neues Urteil des Verwaltungsgerichtshofs BW: Anwohner k\u00f6nnen bei unzumutbarem Baul\u00e4rm Baustopp erzwingen\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10531\" target=\"_blank\">Bei einer Anwohnerklage k\u00f6nnten Stuttgart-21- Baustellen wegen Verletzung des Immissionsrechtes bzw. der Auflagen aus der Planfeststellung vor\u00fcbergehend still gelegt werden.<\/a><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, die Bahn hat aus ihrem Waterloo vor dem UTA Konsequenzen gezogen. Mitnichten. Auch bei der aktuellsten schalltechnischen Untersuchung f\u00fcr den PFA 1.5. vom Juli 2015 sind wieder einige der o.g. Kritikpunkte zu finden. Das Netzwerk Killesberg hat sich deswegen in einem <a title=\"Warum soviel lauter und deutlich mehr Lkws im Nachtzeitraum? Netzwerk Killesberg hakt wegen neuem L\u00e4rmgutachten nach\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10786\" target=\"_blank\">Schreiben an den Vorstand der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH<\/a> gewandt. Und es wird noch absurder.\u00a0 <a title=\"Doch ein neues Baustellenszenario am ZA Prag mit F\u00f6rderband und G\u00fcterzugverladung? Bahn informiert Eigent\u00fcmer des Wartbergs in kleiner Runde\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10920\" target=\"_blank\">Nur wenige Tage sp\u00e4ter stellte die DB Projekt in kleinem Kreis den Eigent\u00fcmern wieder ein ganz anderes und nicht von der Planfeststellung abgedecktes Baustellenszenario f\u00fcr den Zwischenangriff Prag mit F\u00f6rderband und G\u00fcterzugabfuhr vor. <\/a>Die Anwohner k\u00f6nnen sich nur noch verschaukelt f\u00fchlen. Dies nagt sehr an der Glaubw\u00fcrdigkeit der Bahn, von der man eigentlich jetzt in Sachen Immissionsschutz ein seri\u00f6seres Vorgehen erwartet hatte. Dabei sind die Probleme bei der Bahn hausgemacht.<\/p>\n<p>Die Netzwerke haben schon mehrfach auf den Interessenkonflikt hingewiesen, dem der derzeitige Immissionsschutzbeauftragte Peter Fritz unterliegt. Das Gutachterb\u00fcro Fritz GmbH war f\u00fcr die Bahn bei Stuttgart 21 von Anfang an t\u00e4tig,\u00a0 hat die Bahn bei den Prozessen gegen die Planfeststellungsbeschl\u00fcsse vertreten und die unzureichenden L\u00e4rmgutachten rechtfertigt. Er war also seit \u00fcber einem Jahrzehnt von der Bahn beauftragt und kann deshalb nicht unabh\u00e4ngig im Sinne des Immissionsschutzgesetzes seiner Aufgabe als Immissionsschutzbeauftragter im Interesse der Allgemeinheit und der Betroffenen gerecht werden. Er kontrolliert quasi die Einhaltung seiner eigenen Gutachten. <a title=\"Die Netzwerke-21 fordern, den Immissionsschutzbeauftragten Peter Fritz unverz\u00fcglich abzul\u00f6sen\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9819\" target=\"_blank\">Die Netzwerke haben daher gefordert, den Immissionsschutzbeauftragten Peter Fritz unverz\u00fcglich abzul\u00f6sen<\/a>.<\/p>\n<p>Auch bei der Verzahnung zwischen Ausf\u00fchrungs- und Immissionsplanung hakt es gewaltig. Vertreter des Netzwerks Kernerviertel mussten bei dem <a title=\"Netzwerk Kernerviertel bei einem Vor-Ort-Termin auf der Baustelle wegen Rammarbeiten\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10185\" target=\"_blank\">Vor-Ort-Termin auf der Trogbaustelle<\/a> feststellen, dass weder der neue Abschnittsleiter der Bahn f\u00fcr den PFA 1.1. noch der anwesende verantwortliche Ansprechpartner von Z\u00fcblin die schalltechnische Untersuchung des Gutachters f\u00fcr den Trogbau mit den weiterhin zu kurzen Bauzeiten kannten. Auch das Eisenbahn-Bundesamt pr\u00fcft nicht die Gutachten und die den L\u00e4rmplanungen zugrunde gelegten Bauszenarien. <a title=\"Stadt Stuttgart l\u00e4sst ihre B\u00fcrger in Sachen L\u00e4rmschutz bei Stuttgart 21, der gr\u00f6\u00dften Baustelle Europas, allein !\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=5189\" target=\"_blank\">Die Stadt Stuttgart, die sich beim Immissionsschutz von Stuttgart 21 als nicht zust\u00e4ndig erkl\u00e4rt<\/a>, erst recht nicht. Da fragt man sich, wer au\u00dfer den Netzwerken sich die L\u00e4rmgutachten bei Stuttgart 21 \u00fcberhaupt n\u00e4her anschaut.<\/p>\n<p>In Sachen Immissionsschutz bei Stuttgart 21 stimmt also vieles nicht. Unzureichende L\u00e4rmgutachten zur Ermittlung der erforderlichen Schutzma\u00dfnahmen sind die Konsequenz. Daher m\u00f6chten wir aufzeigen, welche konkreten Defizite in der L\u00e4rmplanung bei beiden Baustellen rund um das Kernerviertel und den Zwischenangriff Prag gemacht wurden, die jetzt der Bahn bereits in der ersten Phase des Projektes auf die &#8222;F\u00fc\u00dfe fallen&#8220;:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>1. Den L\u00e4rmplanungen wurden unrealistische Bauszenarien zugrunde gelegt<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich ist es nicht einfach f\u00fcr ein Gro\u00dfprojekt dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung wie Stuttgart 21 vor der Baugenehmigung die L\u00e4rmbelastungen f\u00fcr die Umgebung zu ermitteln. Daher verstanden sich die schalltechnischen Untersuchungen im Rahmen der Planfeststellung nur als Machbarkeitsstudien im Sinne einer oberen Absch\u00e4tzung der L\u00e4rmszenarien. Die eigentliche Detailplanung sollte auf Basis der Ausf\u00fchrungsplanung vor Start der Bauarbeiten erstellt werden. Doch sowohl in der Planfeststellung als auch in den schalltechnischen Gutachten vor Baubeginn wurden den L\u00e4rmplanungen unrealistische Bauszenarien zugrundegelegt.<\/p>\n<p>So wurde in der Planfeststellung des PFA 1.2. bei der Rettungszufahrt S\u00fcd neben dem Wagenburgtunnel zwar ein F\u00f6rderband zum Abtransport des Aushubs aus dem Tunnelvortrieb Richtung Wangen und Degerloch genehmigt. Dass wegen dem eingesetzten Sprengvortrieb ein Steinbrecher erforderlich ist, wurde &#8222;\u00fcbersehen&#8220;. Jedenfalls enthalten weder die schalltechnischen Untersuchungen zur Planfeststellung noch die aktuellen Gutachten den L\u00e4rmwert einer solchen Anlage. Bereits bei der Planfeststellung h\u00e4tte damit abgekl\u00e4rt werden m\u00fcssen, ob dieser innerst\u00e4dtische Tunnelzwischenangriff mit einer \u00dcberdachung schallgesch\u00fctzt werden muss.<\/p>\n<p>Dass diese \u00dcberdachung bei vergleichbaren Tunnelbaustellen Standard ist und man dies auch bei der Entscheidung f\u00fcr die Rettungszufahrt S\u00fcd h\u00e4tte ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen, zeigt der <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Auszug-PFB-1.5.-Foerderband.jpg\" target=\"_blank\">Auszug aus dem Planfeststellungsbescheid des PFA 1.5. zum Zwischenangriff Prag<\/a>. Darin wurde ein vom Infoladen vorgeschlagenes F\u00f6rderband aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden von der Bahn und dem Eisenbahn-Bundesamt verworfen, da daf\u00fcr ein Steinbrecher und eine \u00dcberdachung der Tunnelbaustelle erforderlich sei.<\/p>\n<p>Beim Zwischenangriff Prag wurde stattdessen die Baulogistik mit Lkw-Transporten in der Planfeststellung genehmigt.<a title=\"Zwischenangriff Prag ist lauter als erwartet \u2013 Immisionsrechtliche Probleme bei der n\u00e4chtlichen Verladung bereits seit der Planfeststellung bekannt\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9963\" target=\"_blank\"> Doch bereits damals war klar, dass auch dieses Bauszenario im Nachtzeitraum zu Konflikten f\u00fchren kann. So erteilte das Eisenbahn-Bundesamt der Bahn in den Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusse PFA 1.5. auf Seite 78 u.a. die Auflage, dass der erforderliche Erdumschlag am Zwischenangriff Prag im Nachtzeitraum weitestgehend zu minimieren ist.<\/a> Jetzt zeigt sich, dass dieses Bauszenario einer reduzierten n\u00e4chtlichen Baulogistik nicht in der Praxis umsetzbar ist. Die Bahn baut nicht das erste Mal Tunnel. Der immissionsrechtliche Konflikt h\u00e4tte f\u00fcr den Zwischenangriff Prag bereits in der Planfeststellung ber\u00fccksichtigt und entsprechende Schutzauflagen f\u00fcr den Baustellenbetrieb abgekl\u00e4rt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch bei den mehrj\u00e4hrigen Trogbauarbeiten rund um den Hauptbahnhof sind deutliche Planungsfehler mit unrealistischen Bauszenarien gemacht worden. Sowohl die schalltechnische Untersuchung im Zuge der Planfeststellung als auch das erste Gutachten vom Juli 2013 enthielten kein realistisches Bauszenario f\u00fcr die Trogbauarbeiten am S\u00fcdkopf\/ Kernerviertel. Wir haben dar\u00fcber in unserem Beitrag &#8222;<a title=\"Ja, mach nur einen Plan: Wie bei den L\u00e4rmprognosen f\u00fcr den Tiefbahnhoftrog getrickst wurde\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3780\" target=\"_blank\">Ja, mach nur einen Plan: Wie bei den L\u00e4rmprognosen f\u00fcr den Tiefbahnhoftrog getrickst wurde&#8220; <\/a>berichtet. Es fehlte u.a. der Baul\u00e4rm des Baufeldes 25 in unmittelbarer N\u00e4he der Wohngeb\u00e4ude des Kernerviertels und der gleichzeitige Bau an mehreren Trogbaufeldern. Die erforderlichen aktiven und passiven Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr das Kernerviertel, darunter auch die Schallschutzfenster, wurden folglich auf einem zu niedrigen L\u00e4rmszenario bemessen.<\/p>\n<p>Auf massive Kritik des Netzwerks Kernerviertel legte die Bahn im Dezember 2014 eine neue und erstmals abschnitts\u00fcbergreifende schalltechnische Untersuchung vor. Die Untersuchung enthielt u.a. erstmals auch den Baul\u00e4rm f\u00fcr das Trogbaufeld 25. Entsprechend stiegen die ermittelten L\u00e4rmwerte im Umkreis der Baustelle (S\u00e4ngerstra\u00dfe, Willy-Brandt-Str.) deutlich an. Zum Teil auch auf 80 dB(A) und damit \u00fcber dem verfassungsrechtlich zumutbaren Schwellenwert von 70 dB(A).\u00a0 Der Bau der L\u00e4rmwand ist auch eine Reaktion der Bahn auf diese hohen L\u00e4rmwerte.<\/p>\n<p>Bis heute liegen wegen einer noch nicht abschlie\u00dfend abgestimmten Ausf\u00fchrungsplanung keine umfassende L\u00e4rmprognose f\u00fcr das Kernerviertel vor. So sind die mehrj\u00e4hrigen Bauarbeiten f\u00fcr den Nesenbachd\u00fcker und die neue SSB-Haltestelle, f\u00fcr die u.a. viele Bohrpf\u00e4hle gesetzt werden m\u00fcssen, bislang nur mit einem pauschalen Emissionswert aus der Planfeststellung in den L\u00e4rmgutachten f\u00fcr das Kernerviertel ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Und die in den schalltechnischen Untersuchungen angesetzte Bauzeit f\u00fcr die Herstellung eines Trogbaufeldes weicht mit max. 32 Wochen gravierend von den Zeitpl\u00e4nen der Bahn ab, die daf\u00fcr mindestens 1,5 Jahre vorsehen. Zwar \u00fcbersteigt auch der zu niedrig angesetzte Zeitraum die 2-Monatsfrist, ab der Anspruch auf passiven Schallschutz besteht. Aber Phasen der massiven Belastung durch gleichzeitig laute Bauarbeiten f\u00fcr den Trogbau, den Nesenbachd\u00fcker und den SSB-Bau, bei denen eine Entsch\u00e4digung wegen Nicht-Nutzung der Au\u00dfenbereiche oder bei nicht umsetzbaren Schallschutz ggf. auch eine vor\u00fcbergehende Hotelunterbringung gepr\u00fcft werden m\u00fcsste, sind damit zeitlich nicht einsch\u00e4tzbar. Das Netzwerk Kernerviertel hat dazu erneut bei der Bahn nachgehakt.<\/p>\n<p><strong>2. Die L\u00e4rmpegel wurden nicht auf einer realistischen Basis berechnet<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Laut Planfeststellungsbescheid wurde das L\u00e4rmszenario f\u00fcr die 8,5-j\u00e4hrigen Bauarbeiten f\u00fcr den Bahnhofstrof auf Basis einer oberen Absch\u00e4tzung ermittelt.\u00a0 Dem ist nicht so. In der Planfeststellung wurde die L\u00e4rmbelastung f\u00fcr das Kernerviertel durch die langj\u00e4hrigen Trogbauarbeiten nur &#8222;gemittelt&#8220;. Der Gutachter legte in der schalltechnischen Untersuchung zur Planfeststellung die vorgesehenen Baumaschinen pauschal auf die gesamte Fl\u00e4che von 56.000 qm des 900 Meter langen Trogbaufeldes um und ermittelte eine Fl\u00e4chenschallleistung von 75 dB(A) pro Quadratmeter. Siehe auch Auszug Anlage 16.2. Seite <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Auszug-schalltech-Untersuch-zum-PFB-1.1.-S-16.jpg\" target=\"_blank\">16 <\/a>und <a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Auszug-schalltech-Untersuch-zum-PFB-1.1.-S-17.jpg\" target=\"_blank\">17<\/a> zur Planfeststellung PFA 1.1.. Der Gutachter betonte in der\u00a0 schalltechnischen Untersuchung zur Planfeststellung auf Seite 17 ausdr\u00fccklich die obere Absch\u00e4tzung dieses Vorgehens:<\/p>\n<p><em>&#8222;F\u00fcr die Betrachtung des Baustellenbetriebs in den Baugruben wird die oben hergeleitete und durch Mess- und Erfahrungswerte bezogene fl\u00e4chenbezogene Schalleistung von 75 dB(A)\/qm zugrundegelegt. Dieser Ansatz stellt damit tats\u00e4chlich eine obere Absch\u00e4tzung der Immissionen dar. Die angegebene fl\u00e4chenbezogene Schallleistung \u00fcberschreitet die im Rahmen der st\u00e4dtebaulichen Planung f\u00fcr zul\u00e4ssig erachtete fl\u00e4chenbezogene Schallleistung von Industriegebieten um 10 dB(A).&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Dieses Vorgehen mag bei einem kleineren Baufeld Standard sein. Bei einem Baufeld in dieser\u00a0 Gr\u00f6\u00dfe f\u00fchrte dies dazu, dass das L\u00e4rmszenario f\u00fcr die Trogbauarbeiten am S\u00fcdkopf\/ Kernerviertel im Rahmen der Planfeststellung trotz der deutlichen \u00dcberschreitung des ansonsten zul\u00e4ssigen L\u00e4rmpegels zu niedrig und nicht nach dem Prinzip der oberen Absch\u00e4tzung berechnet wurde. Das leuchtet auch einem Laien ein. Durchschnittswerte eines so riesigen Baufeldes sind nicht daf\u00fcr geeignet, maximale L\u00e4rmbelastungen abzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Das schalltechnische Detailgutachten vom 11.12.2014 wies hingegen eine fl\u00e4chenbezogene Schallleistung je nach Baufeld von 85 bis 88 dB(A) aus. Gegen\u00fcber den in der Planfeststellung ermitteltem Wert von 75 dB(A) ist dies eine Steigerung von mehr als 10 dB(A) und f\u00fcr das menschliche Ohr mehr als eine Verdoppelung des L\u00e4rmgeschehens.<\/p>\n<p>Damit wurde das mit den geplanten Bauarbeiten verbundene Konfliktpotential f\u00fcr den S\u00fcdkopf und die erforderlichen aktiven Schutzma\u00dfnahmen, wie z.B. Schallschutzw\u00e4nde, vor der Baugenehmigung nicht eingesch\u00e4tzt. Eine realistische L\u00e4rmprognose f\u00fcr das Baufeld 25 (s.o.) bzw. die L\u00e4rmbelastung f\u00fcr die Anwohner des Kernerviertels wurde im Rahmen der Planfeststellung nicht berechnet.<\/p>\n<p>Auch die schalltechnischen Untersuchungen f\u00fcr den Zwischenangriff Prag vom Dezember 2014 und Februar 2015 beruhten auf viel zu niedrigen Angaben des Gutachters, der von der Baufirma beauftragt wurde. Das langj\u00e4hrige und eigentlich erfahrene Gutachterb\u00fcro Fritz GmbH \u00fcbernahm quasi &#8222;blind&#8220; und ohne zu hinterfragen diese niedrigen L\u00e4rmwerte f\u00fcr den Tunnelbaubetrieb. <a title=\"Warum soviel lauter und deutlich mehr Lkws im Nachtzeitraum? Netzwerk Killesberg hakt wegen neuem L\u00e4rmgutachten nach\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10786\" target=\"_blank\">Das Netzwerk Killesberg hat jetzt dazu bei der DB Projekt nachgehakt.<\/a>Die L\u00e4rmpegel des neuen Gutachtens vom Juli 2015 liegen mit \u00fcber 109 dB(A) um mehr als 20 dB(A) \u00fcber den Zahlen, die das B\u00fcro Fritz unhinterfragt vom Vorgutachter \u00fcbernommen hatte. Damit ist die Baustelle am Zwischenangriff Prag f\u00fcr das menschliche Ohr mehr als vierfach so laut.<\/p>\n<p><strong>3. Es wurden den L\u00e4rmberechnungen zu kurze Betriebszeiten der Baumaschinen zugrundegelegt<\/strong><\/p>\n<p>Die f\u00fcr den Baustellenbetrieb von Stuttgart 21 geltende Rechtsvorschrift, die\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de\/bsvwvbund_19081970_IGI7501331.htm\" target=\"_blank\">AVV-Baul\u00e4rm,<\/a> sieht vor, dass bei einem durchschnittlichen t\u00e4glichen Betrieb der Baumaschinen von 8 bzw. 2,5 Stunden tags \/\u00a0 6 bzw. 2 Stunden nachts sogenannte Zeitkorrekturen um -5 bzw. -10 dB(A)\u00a0 gemacht werden k\u00f6nnen. Das bedeutet, dass der Emissionswert einer Baumaschine wegen einer kurzen Betriebszeit um diese Werte reduziert werden kann.<\/p>\n<p>In den L\u00e4rmgutachten zu Stuttgart 21 werden auff\u00e4llig viele Baumaschinen nur bis zu den oben genannten t\u00e4glichen Maschinenzeiten eingesetzt und damit die L\u00e4rmprognose rechnerisch reduziert. So wurden im aktuellen schalltechnischen Gutachten zum PFA 1.5. trotz einer hohen Anzahl von Lkws nur unrealistische Verladungszeiten von 2,5 Stunden tags und 2 Stunden nachts angesetzt. Damit konnte der Gutachter -10 db(A) vom ermittelten Emissionswert abziehen. <a title=\"Warum soviel lauter und deutlich mehr Lkws im Nachtzeitraum? Netzwerk Killesberg hakt wegen neuem L\u00e4rmgutachten nach\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10786\" target=\"_blank\">Das Netzwerk Killesberg hat dazu bei der Bahn nachgehakt.<\/a><\/p>\n<p>Auch bei den langj\u00e4hrigen Trogbauarbeiten f\u00fcr den &#8222;Tiefbahnhof&#8220; sind die Bauzeiten zu niedrig in die L\u00e4rmberechnung f\u00fcr das Kernerviertel eingeflossen. So wird auf den Trogbaustellen des PFA 1.1.\u00a0 wochentags bis zu 13 Stunden gearbeitet. Dies hatte auch der neue Abschnittsleiter Vertretern des Netzwerks Kernerviertel auf dem Vor-Ort-Termin auf der Baustelle best\u00e4tigt. Dennoch wurden vom Gutachter f\u00fcr alle Phasen der Trogbauarbeiten ein Baubetrieb von maximal 8 Stunden angesetzt. Der zeitliche Einsatz der Maschinen, auch die der Baumaschinen zur Bohr- und Rammpfahlsetzung, liegt noch darunter. So wurden je nach Einsatzzeit\u00a0 -5 bzw. -10 dB(A) von der Schallleistung jeder einzelnen Baumaschine abgezogen. Das Netzwerk Kernerviertel hatte dazu sowohl das EBA als auch die DB Projekt in Schreiben darauf hingewiesen und nochmals per Mail im Juli nachgehakt.<\/p>\n<p><strong>4.\u00a0 Der im Nachtzeitraum maximal zul\u00e4ssige Spitzenpegel wurde nicht beachtet<\/strong><\/p>\n<p>Der Tunnelbaubetrieb bei Stuttgart 21 l\u00e4uft im 7 Tage-24-Stundenbetrieb. Beide Tunnelbaustellen, die Rettungszufahrt S\u00fcd und der Zwischenangriff Prag, liegen unterhalb eines am Hang liegenden Wohngebietes. Der L\u00e4rm der Tunnelbaustelle \u00fcbertr\u00e4gt sich damit nur wenig gesch\u00fctzt nach oben bzw. wird am Hang sogar teilweise deutlicher wahrgenommen als in den unteren Bereichen.<\/p>\n<p>Daher h\u00e4tten die schalltechnischen Gutachten\u00a0im Rahmen der Planfeststellung f\u00fcr die innerst\u00e4dtischen Tunnelbaustellen die strengen Auflagen der AVV-Baul\u00e4rm f\u00fcr den Nachtbetrieb von Baustellen ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. Danach reicht nur ein einziger n\u00e4chtlicher kurzer Spitzenpegel von +20 dB(A) \u00fcber dem f\u00fcr das Wohngebiet geltenden Richtwert, dass die n\u00e4chtlichen Bauarbeiten unzul\u00e4ssig sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr die gemischten Wohngebiete Kernerviertel\u00a0\u00a0 bzw. Wartberg und Dornbusch am Zwischenangriff Prag ist nur ein Spitzenpegel von bis zu 60 dB(A) (40 +20 dB(A)) zul\u00e4ssig. Die 60 dB(A) entspricht auch dem verfassungsrechtlich zul\u00e4ssigen Schwellenwert f\u00fcr den n\u00e4chtlichen Baubetrieb. Wegen des Dauerl\u00e4rms der Tunnelbel\u00fcftung ist eine \u00dcberschreitung des n\u00e4chtlichen Spitzenpegels bei nahen Geb\u00e4uden bereits bei einer Lkw-Beladung mit steinigem Aushub erreicht. <a title=\"Netzwerk Killesberg wendet sich an DB Projekt wegen geplanter G\u00fcterzugverladung am Zwischenangriff Prag\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=9162\" target=\"_blank\">Dies zeigen auch die Gutachten, die die Bahn zur (G\u00fcterzug-) Verladung am Zwischenangriff Prag Ende 2014\/Anfang 2015 einholte.<\/a><\/p>\n<p>Im Vorfeld der Baugenehmigung haben die Fachbeh\u00f6rden u.a. auf die Problematik der Maximalpegel hingewiesen.<a href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Auszug-PFB-1.5.-Hinweis-Unzulaenglichkeiten-Fachbeh\u00f6rden.jpg\" target=\"_blank\"> Dies ist in den Planfeststellungsbescheiden zu Stuttgart 21 nachzulesen, wie z.B. f\u00fcr den PFB 1.5. auf S. 294.<\/a> Dennoch wurde dieser Einwand von der Bahn und dem Eisenbahn-Bundesamt im Zuge der Planfeststellung nicht beachtet. Notwendige Schallschutzauflagen, z.B. eine \u00dcberdachung der Zwischenangriffe, wurden daher damals gar nicht thematisiert.<\/p>\n<p>Die strenge Vorgabe der AVV-Baul\u00e4rm zu den zul\u00e4ssigen n\u00e4chtlichen Spitzenpegel wurde von der Bahn und dem Eisenbahn-Bundesamt auch noch weiter in einigen schalltechnischen Untersuchungen ignoriert. So wies die schalltechnische Untersuchung f\u00fcr die Rettungszufahrt S\u00fcd vom Februar 2013 bereits f\u00fcr den Dauerbetrieb unzul\u00e4ssige \u00dcberschreitungen von mehr als +20 dB(A) f\u00fcr einige Wohnh\u00e4user des Kernerviertels aus. Auch die aktuelle schalltechnische Untersuchung f\u00fcr PFA 1.5. weist bei zwei Wohngeb\u00e4uden wegen des n\u00e4chtlichen Lkw-Verkehr diese unzul\u00e4ssigen \u00dcberschreitungen auf. Jedoch ohne dass das Gutachterb\u00fcro auf die Unzul\u00e4ssigkeit nach der AVV-Baul\u00e4rm hinweist und Schutzma\u00dfnahmen fordert oder das EBA als Aufsichtsbeh\u00f6rde einschreitet.<\/p>\n<p>***************************************************************************************<\/p>\n<p><strong>Erg\u00e4nzung zu Untert\u00fcrkheim:<\/strong><\/p>\n<p>Dass diese dargestellten Planungsdefizite der Bahn beim Baul\u00e4rm von Stuttgart 21 nicht nur bei den innerst\u00e4dtischen Baustellen f\u00fcr die Anwohner zu gro\u00dfen Belastungen f\u00fchrt, zeigt auch das Beispiel Untert\u00fcrkheim.<\/p>\n<p>Auch bei diesem Zwischenangriff hatte das Gutachterb\u00fcro Fritz GmbH in der Planfeststellung mit falschen Prognosen f\u00fcr die lauteste Bauphase mit den Rammarbeiten hantiert. <a title=\"Planfeststellung und Baurealit\u00e4t am Beispiel der L\u00e4rmpegel an der Rettungszufahrt Benzstra\u00dfe in Untert\u00fcrkheim\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=3493\" target=\"_blank\">Wir haben dar\u00fcber mehrfach berichtet<\/a>. Auf R\u00fcckfrage der Untert\u00fcrkheimer Bezirksbeir\u00e4tin Sabine Reichert musste der Gutachter Peter Fritz einr\u00e4umen, dass er bei den n\u00e4chtlichen Rammarbeiten den unrealistischen Durchschnittswert aus dem Trogbau des Tiefbahnhofes mit 75 dB(A) (s.o.) zugrundgelegt hatte. Wie f\u00fcr das Kernerviertel eignete sich dieser auf Basis eines Baufeldes von 56.000 qm ermittelte Durchschnittswert nicht f\u00fcr die Beurteilung einer maximalen L\u00e4rmbelastung f\u00fcr die Anwohner. Damit wurde in der Planfeststellung wie bei den anderen S21-Baustellen keine L\u00e4rmplanung im Sinne einer oberen Absch\u00e4tzung gemacht.<\/p>\n<p>Daher fiel der L\u00e4rmpegel, den er vor Baubeginn in einer schalltechnischen Untersuchung auf Basis eines viel kleineren Baufeldes mit einer Schallleistung von \u00fcber 122 dB(A)\u00a0 in Untert\u00fcrkheim errechnet hatte, gravierend h\u00f6her aus. Dass dieser extrem hohe Emissionswert im Nachtzeitraum nach der AVV-Baul\u00e4rm unzul\u00e4ssige L\u00e4rmpegel bei den umliegenden Wohngeb\u00e4ude verursachen w\u00fcrde, zeigte die Untersuchung. Dennoch schritt auch hier das EBA als Aufsichtsbeh\u00f6rde nicht ein. Wenn diese Bauarbeiten im Nachtzeitraum unabdingbar notwendig waren, h\u00e4tte die Beh\u00f6rde eine vor\u00fcbergehende Hotelunterbringung anordnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Von daher mussten auch in Untert\u00fcrkheim die Baustellen-Anwohner immer wieder die leidvolle Erfahrung machen, dass die L\u00e4rmprognose aus der Planfeststellung und der &#8211; im Detailgutachten erst kurz vor Baubeginn realistischer prognostizierte &#8211; Baustellenbetrieb wenig miteinander zu tun haben. Und vor allem dass die dramatischen Richtwert\u00fcberschreitungen keine Konsequenzen haben: Weder das aufsichtf\u00fchrende Eisenbahn-Bundesamt noch das ebenfalls zust\u00e4ndige Umweltamt der Stadt Stuttgart schritten ein. Auch die L\u00e4rmbeauftragte der Landesregierung, Frau Dr. Gisela Splett, MdL, hielt es bislang nicht f\u00fcr n\u00f6tig, zu der Problematik Stellung zu nehmen. <a title=\"Petition an den Bundestag: Bundesverkehrsministerium und EBA interpretieren bei Stuttgart 21 L\u00e4rmschutzvorschriften in rechtswidriger Art und Weise\" href=\"http:\/\/netzwerke-21.de\/?p=6624\" target=\"_blank\">Ein Schreiben des Infob\u00fcndnisses Zukunft Schiene \u2013 Obere Neckarvororte vom Januar 2015 blieb bis heute unbeantwortet.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bahn musste vor wenigen Wochen vor dem Umwelt- und Technikausschuss des Gemeinderates (UTA) in einem Offenbarungseid einr\u00e4umen, dass ihre bisherigen L\u00e4rmprognosen sowohl f\u00fcr das Kernerviertel als auch f\u00fcr die Wohngebiete Wartberg und Dornbusch am Zwischenangriff Prag viel zu niedrig &hellip; <a href=\"https:\/\/netzwerke-21.de\/?p=10902\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,41,31,21,20,39,13,34,18,26,22],"tags":[],"class_list":["post-10902","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bauarbeiten","category-baulogistik","category-eisenbahn-bundesamt","category-kernerviertel","category-killesberg","category-land-bw","category-laerm","category-planfeststellung","category-schreiben-netzwerke","category-stadt-stuttgart","category-untertuerkheim"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10902","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10902"}],"version-history":[{"count":166,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10902\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11241,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10902\/revisions\/11241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10902"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10902"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/netzwerke-21.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10902"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}